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Newsletter Nr. 125

Januar 2020

liebe LeserInnen,




der 125. Newsletter des Instituts für Kirchenbau und Kunst der Gegenwart wünscht allen LeserInnen ein Frohes Weihnachtsfest und viel Glück im Neuen Jahr. Außerdem weist er, wie immer,  auf Ausstellungen und Veranstaltungen in kirchlichen und anderen Kulturinstitutionen hin.

Der Institutskalender für das kommende Jahr zeigt Beispiele neuen Kirchenbaus unter dem Titel "Neue Kirchen 2020"

 
Meldungen und Hinweise für den nächsten Newsletter nehmen wir bis 15. Februar 2020 an.
Bitte haben Sie Verständnis, wenn später eingehende Meldungen nicht mehr berücksichtigt werden können, bzw. dann erst im folgenden Newsletter.

(Abb. Rosette, Michael Volkmer)
Mitteilungen aus dem Institut

Universitätsgottesdienste im Wintersemester 2019/2020
„Predigt und die (Bewegten) Bilder III. Teil - Meine 5 schönsten Minuten im Kino“

Die Predigten nehmen sich folgende Filmszenen vor:

Sonntag, 26. Januar 2020, 11 Uhr, WIE IM HIMMEL, Predigt: Prof. Dr. Thomas Erne
Mittwoch, 12. Februar 2020, 19 Uhr/ L.A. CRASH, Predigt: Pfr. Joachim Simon

Veranstalter:  Universitätsprediger Prof. Dr. Thomas Erne in Zusammenarbeit mit der Universitätskirchengemeinde.
Vorschau: 15. Februar 2020
Studientag „Neuer Kirchenbau seit 2000 in Deutschland, Österreich und der Schweiz“
Veranstalter: EKD-Institut für Kirchenbau in Marburg

Eine Seminarveranstaltung im WiSe 2019/20 hat eine Auswahl von neuen Kirchen im Blick auf die sozialen und imaginativen Prozesse analysiert. Gesucht wurde nach dem Bild von Kirche bei Bauherren und bei Architekten. Hintergrund ist die Hypothese, dass Vorstellungen von Kirche wesentlich von den Sinnbildern der Architektur geprägt werden. Wir wollen herausfinden, ob es Innovationen gibt oder zumindest innovative Varianten bereits etablierter Bilder. Und was könnte ein zeitgenössisches Bild von Kirche im geistlichen Sinn sein?

Programm:
11.00h   Einführung in das Thema und die Fotoausstellung
11.30h  Studierende stellen Bilder von Kirche in neu gebauten Wettbewerbskirchen vor
13.00h  Mittagspause  
14.30h  Impulsvorträge – Zum Verhältnis von Kirchenbau und Kirchenbild
1. Kunst- und Architekturwissenschaftliche Perspektiven / Prof. Dr. Kerstin Wittmann-Englert
2. Kirchliche und theologische Perspektiven / Prof. Dr. Christoph Sigrist
16.00h  Workshops – 3 Kirchen, 3 Gruppen, 3 Fragen*
1. Kirchengemeinde Köln Mauenheim-Weidenpesch (Pfarrerin Susanne Zimmermann)
Architekt Joel Harris, Büro Harris + Kurrle Architekten
2. Kirchengemeinde Köln, Christuskirche am Stadtgarten (Pfarrer Christoph Rollbühler)
Architekten: ARGE Hollenbeck Architektur | MAIER ARCHITEKTEN Klaus Hollenbeck und Walter Maier
3. Immanuel-Kirche, Kirchengemeinde Köln Flittard-Stammheim (Pfarrer Thomas Fresia)
Architekt Tom Geister (Büro Sauerbruch und Hutton)
18.00h  Abendessen
19.30h  Symposium – Kirchenbau und Kirchenbild im 21. Jahrhundert
Gespräch mit Baufrau/Bauherrn der Gemeinden und ihren Architekten
Ende der Veranstaltung: 21 h
Ort: Studienhaus der EKKW, Lutherischer Kirchhof 3, Marburg
Anmeldung: kirchbau@staff.uni-marburg.de
Begrenzte Teilnehmerzahl!

Kirchen, die zwischen 2000 und 2020 neu gebaut wurden, sind auf der Homepage des Instituts gesammelt: http://kirchbauinstitut.de/kirchen-2020-projekt/
 
Ausstellungen / Veranstaltungen

Ritual und Obsession
DG München, 17. Januar - 21. März 2020

In der Gruppenausstellung  geht es um künstlerische Tätigkeiten, die in den Alltag der Ausübenden, meist nach einem genau ausgeklügelten Stundenplan, fest integriert wurden. Claudia Starkloff fertigt aus Golddraht Pflanzen für ein Gewächshaus, Lars Koepsel schreibt ganze Bücher ab, ausgewählte Videoarbeiten verschiedener KünstlerInnen verhandeln das Thema der Wiederholung und ihrer Bedeutung für unser Leben. (Abb. Claudia Starkloff, Hortus conclusus)

Nida Sinnokrot
Kunst-Station St. Peter Köln, 6. Dezember 2019 – 26. Januar 2020
In der Kunst-Station St. Peter steht eine Skulptur des amerikanisch-palästinensischen Künstlers Nida Sinnokrot, eine raumgreifende Installation in der weihnachtlichen Zeit, die Heimat, Gebietsansprüche, Grenzziehung und damit auch Heimatlosigkeit und Ausgrenzung thematisiert. Der Künstler zerlegte einen Schiffscontainer, der einst als israelische Siedler-Karawane diente und später als palästinensisches Baustellenbüro genutzt wurde in elf Querschnitte. Auf diese Weise enthüllt er Schichten aus Stahl, Gips, Isolierung, Drähten, Teppichen und einer Matratze. Den Container als Symbol globalen Handels wird hier ein Symbol von Macht und Handel im nahöstlichen Kontext.  Im Turm Raum Kunst von St. Peter läuft vom 8. Januar bis 16. Februar 2020 Gunther Keusen, “Hälfte des Lebens – Ein Wechselgesang“. (Abb. Blick in die Ausstellung)
Hans Baldung Grien. heilig | unheilig
Staatl. Kunsthalle Karlsruhe, 30. November bis 8. März 2020

Den tiefgreifenden Umwälzungen seines Zeitalters, geprägt durch Reformation, Bildersturm und Bauernkrieg, setzte Hans Baldung, genannt Grien (1484/85 – 1545) ein individuelles, oftmals exzentrisches Werk entgegen. Zwei Pole bestimmten sein Schaffen: Zum einen das Religiöse, das er in imposanten Altarwerken, leuchtenden Glasgemälden und intimen Andachtsbildern gestaltete. Zum anderen das Weltliche, so interpretierte er Geschichten aus Antike und Gegenwart, malte charaktervolle Porträts, schuf verrätselte Denkbilder, die seine humanistischen Auftraggeber zum Gespräch anregten, und sinnliche Akte, zu denen auch die berühmten Sündenfalldarstellungen und die drastischen Hexenszenen zählen. Die Kunsthalle breitet  das heute bekannte Werk so vollständig wie möglich in seiner chronologischen Entwicklung und thematischen Vielfalt aus. 200 Exponaten Baldungs, darunter 62 Gemälde und 13 Glasgemälde, stehen 50 Werke von Zeitgenossen wie Dürer, Cranach und Schongauer gegenüber. Sie deuten den historischen Kontext an, in dem Hans Baldung Grien biografisch, künstlerisch und intellektuell verankert ist und in dem er sich behauptet hat. Für die Ausstellung hat die Kunsthalle rund 170 Leihgaben aus nationalen und internationalen Sammlungen zusammengetragen.
Michael Wolgemut – mehr als Dürers Lehrer
Eine Ausstellung – neun Stationen, 20. Dezember 2019 - 22. März 2020

Der Nürnberger Malerunternehmer Michael Wolgemut (1434/37–1519) stand lange im Schatten seines übermächtigen Schülers Albrecht Dürer. Die Ausstellung rückt die Produktion seiner Werkstatt in ein neues Licht. Durch die Kooperation mit zahlreichen Mitarbeitern und Subunternehmern gelang es Wolgemut, einen der führenden Betriebe auf dem überregionalen Markt für Tafelmalerei zu etablieren. Zu den Auftraggebern der von ihm entworfenen Glasgemälde gehörte sogar Kaiser Friedrich III. Auch das neue Medium der Druckgraphik machte er sich zu eigen – für die Schedel'sche Weltchronik schuf er einen Bilderkosmos, der bis heute unsere Vorstellung von Europa um 1500 prägt. Einen einzigartigen Einblick in seinen Werkstattbetrieb bietet ein geschlossen erhaltener Bestand an Handzeichnungen in der Universitätsbibliothek Erlangen. Das Albrecht-Dürer-Haus zeigt die Zeichnungen der Universitätsbibliothek Erlangen und die druckgraphische Produktion Wolgemuts, während im Germanischen Nationalmuseum, im Museum Tucherschloss und den großen Kirchen in Nürnberg und Schwabach Altartafeln und Gemälde zu sehen sind. (Abb. Albrecht Dürer: Bildnis des Malers Michael Wolgemut, 1516 datiert, Germanisches Nationalmuseum, Gm 885, Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München. Foto: Dirk Meßberger)
Goya, Fragonard, Tiepolo. Die Freiheit der Malerei
Kunsthalle Hamburg, 13. Dezember 2019 - 13. April 2020

Das 18. Jahrhundert als Blüte- und Umbruchszeit der europäischen Kunst hat so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Francisco José de Goya y Lucientes (1746–1828), Jean-Honoré Fragonard (1732–1806) und Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) hervorgebracht. Die Präsentation versammelt rund 150 bedeutende Gemälde und Graphiken. Das Schaffen Goyas, Fragonards sowie Giovanni Battista Tiepolos und das seines Sohnes Giovanni Domenico Tiepolo (1727–1804) wird als Vorbereitung zur Moderne präsentiert. Sie alle verbindet das Streben nach der »Freiheit der Malerei«. Anhand herausragender Beispiele zeigt die Ausstellung in sieben Kapiteln das Atmosphärisch-Ideale, das Unheimlich-Groteske und das Beindruckend-Theatralische in den Werken Goyas, Fragonards sowie Tiepolos.
Turner. Horror and Delight
LWL Museum Münster, 8. November 2019 – 26. Januar 2020

Die Ausstellung des bedeutendsten britischen Landschaftsmalers der Romantik stellt die Reisen Joseph Mallord William Turners (1775–1851) in die Schweiz und nach Italien, seine Begegnung mit den Alpen und der arkadischen Landschaft Italiens in den Fokus. Turners erste Reise in die Schweiz 1802 und seine Begegnung mit der Bergwelt bedeuteten für den Künstler eine grundlegend neue Erfahrung. Er stellte das „Erhabene“ und die Urgewalt der Natur in den Vordergrund, während seine Werke der Italienreise die Ruhe, Ordnung und Schönheit klassischer Landschaftsmalerei zeigen. (Abb. Joseph Mallord William Turner (1775–1851), Venice; Bridge of Sighs, ca. 1840, Öl auf Leinwand / oil on canvas, © Tate: Accepted by the nation as part of the Turner Bequest 1856, © Photo: Tate, 2019)

 
Rotes Käppchen, blauer Bart.
GrimmWelt Kassel, 13. November 2019 - 13. April 2020

Zu der Zeit, als die Brüder Grimm und der Däne Hans Christian Andersen ihre berühmten Märchensammlungen publizierten, erlebte die naturwissenschaftliche Forschung rund um die Physik der Farbe und das menschliche Sehen eine Blütezeit: Philipp Otto Runge und Johann Wolfgang von Goethe publizierten zeitgleich 1810 ihre Farbforschungen – und sie dichteten bzw. sammelten Märchen. Die Ausstellung  widmet sich einem bislang wenig erforschten Thema: Die Welt der Märchen ist bunt, doch Farben werden in ihnen überraschend sparsam eingesetzt. Trotzdem – oder gerade deswegen – stechen sie sofort ins Auge: Weißer Schnee kontrastiert mit rotem Blut, ein blauer Bart schimmert unheimlich, ein kleines rotes Käppchen prägt eine komplette Märchenfigur. Die Ausstellung geht den symbolischen und kulturhistorischen Bedeutungen von Farbe nach und schlägt den Bogen von Newton über Goethe, Runge und die Grimms bis zur Typberatung unserer Tage. (Abb. Plakat)
 
Die Fäden der Moderne. Matisse, Picasso, Miró ... und die französischen Gobelins
Hypo Kunsthalle München, 6. Dezember 2019 – 8. März 2020

Zum ersten Mal in Deutschland werden Tapisserien, die in der Pariser Manufacture des Gobelins nach Entwürfen der namhaftesten Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts entstanden in einer großen Ausstellung präsentiert. In der unter Ludwig XIV. (1638–1715) gegründeten Manufacture des Gobelins sowie in weiteren französischen Werkstätten entstanden nach den Vorlagen der Künstler nicht nur Tapisserien, sondern auch Möbel und Bodenteppiche von herausragender Qualität – von denen ebenfalls Beispiele in der Ausstellung zu sehen sind. Anhand einer Vielzahl großformatiger Wandbehänge spannt die Ausstellung den Bogen vom Ende des Ersten Weltkriegs bis in die Gegenwart. (Abb. Sonia Delaunay,Tafel 1954, 2000, Manufacture des Gobelins, 293 × 273 cm, Wolle, Sammlung Mobilier national © Pracusa, Foto: Philippe Sébert)
 
Norbert Schwontkowski. Some of My Secrets
Kunstmuseum Bonn, 31. Oktober 2019 - 16. Februar 2020

Norbert Schwontkowski (1949 – 2013) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der zeitgenössischen figurativen Malerei und Meister der malerischen Verdichtung.  Seine poetischen Bildthemen spielen dabei mit dem Surrealen, dem Unbewussten und der Andeutung von Geschichten, die er konsequent nie zu Ende erzählt. Stets setzt Schwontkowski den Mensch in den Mittelpunkt seiner Bildwelt , als Suchenden, für dessen Orientierungslosigkeit er schlagende, gelegentlich durch die Malerei der Romantik vorgeprägte Bildformulierungen gefunden hat. Anlässlich des 70. Geburtstags des Künstlers zeigt die Ausstellung rund 70 Gemälde von den späten 1980er-Jahren bis zum Jahr 2012 sowie 35 Skizzenbücher. Es ist die bislang umfassendste museale Präsentation zum Werk des Bremer Malers, die ab Frühjahr 2020 auch in der Kunsthalle Bremen und ab Herbst 2020 im Kunstmuseum Den Haag gezeigt wird. (Abb. o.T. (AHAB), 2002, Öl, Pigment auf Leinwand, 132 x 160 cm; oben rechts: „Alle wollen nach Hause", 2010, Öl auf Leinwand, 200 x 180 cm)
Ricardo Brey. Adrift
Gerhard-Marcks-Haus Bremen, 01. Dezember 2019 – 1. März 2020

In seinen Assemblagen konzentriert  sich Brey auf die Beziehung zwischen Mensch und Natur und auf die Interaktion zwischen verschiedenen Kulturen und Philosophien. Seit 2014 entwickelt Brey das Projekt »Adrift«. Es hat eine stark existenzielle Dimension. In dieser Gruppe von Arbeiten springt der Künstler zwischen Assemblagen, Zeichnungen und Fotografien. (Abb. Ricardo Brey, »Ich liebe es, auf verbotenen Meeren zu segeln und an barbarischen Küsten zu landen«, 2019; Papier, Spiegel, goldenes Metallpapier, Stein, Krone, Batterie, Keramikfliesen, Metallmünzen, Keramik, Meteorit und drei Faltbücher; Foto: We Document Art, Antwerpen)
Impressionismus. Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard
Kunsthalle Hamburg, 7. Nov 2019 – 1. März 2020

Im Zentrum der Ausstellung stehen Gemälde von Camille Pissarro, Édouard Manet, Edgar Degas, Alfred Sisley, Claude Monet, Berthe Morisot, Pierre-Auguste Renoir und Eva Gonzalès. Anhand der ausgestellten Werke lassen sich die motivischen, maltechnischen und wahrnehmungsspezifischen Revolutionen, die sich von den 1860er-Jahren an binnen weniger Jahrzehnte auf der Leinwand Nereigneten, plastisch nachvollziehen. Zu den Höhepunkten zählt eine Werkgruppe von acht Gemälden Paul Gauguins, dessen Schaffen bereits im Zeichen des Post-Impressionismus steht. Die Werke sind Leihgaben des Museum Ordrupgaard bei Kopenhagen. Es finden sich in der Ausstellung nicht nur Werke des Klassizismus und der Romantik (Jean-Auguste-Dominique Ingres und Eugène Delacroix), sondern mit Gustave Courbet, Camille Corot, Charles-François Daubigny und Jules Dupré auch Arbeiten von führenden Künstlern des französischen Realismus versammelt. Indem diese bereits Pleinair-Malerei praktizierten, gelten sie zu Recht als Vorboten des Impressionismus. (Abb.  Paul Gauguin (1848–1903), Die blauen Bäume. Deine Zeit wird kommen, meine Schöne, 1888, Öl auf grober Leinwand, 92 x 73 cm, Ordrupgaard, Kopenhagen © Foto: Anders Sune Berg)
 
Sagmeister & Walsh. Beauty
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 15. Dezember 2019 - 26. April 2020

Nahezu im gesamten 20. und 21. Jahrhundert war Schönheit im Designdiskurs eher negativ besetzt. Diesem Ressentiment setzen Sagmeister und Walsh empirisch fundierte Argumente genauso wie subjektive Beobachtungen entgegen und machen Schönheit als einen zentralen, funktionalen Aspekt ansprechender Gestaltung erlebbar. Durch eine Mischung aus Installationen und Beispielen aus Produktdesign, Stadtplanung, Architektur und Grafikdesign, unterstützt von Erkenntnissen aus der psychologischen Ästhetik vertreten Sagmeister & Walsh den Standpunkt, dass Schönheit mehr ist als eine rein oberflächliche Strategie. (Abb. Foto: Sagmeister & Walsh, Color Room, 2018/19, in Kooperation mit Backhausen MAK Wien DESIGN LABOR, © Aslan Kudrnofsky/MAK Wien)

 
Uriel Orlow – Conversing with Leaves
Kunsthalle Mainz, 29. November 2019 -23. Februar 2020

Orlow arbeitet recherche- und forschungsbasiert. Konkrete Entwicklungen bilden stets den Ursprung seiner vielschichtigen, multimedialen Werke. Seit einigen Jahren gilt das Hauptaugenmerk des Künstlers den Verstrickungen des afrikanischen Kontinents mit Europa. Pflanzen sind dabei die erzählenden Protagonisten und verankern sämtliche Ereignisse in unserer Gegenwart. Für seine Soloschau in der Kunsthalle Mainz entwickelte Uriel Orlow einen Rundgang, der Raum für Raum vom Beginn der Kolonialisierung über die Anti-Apartheid-Bewegung bis hinein in unsere Zeit führt. (Abb. Uriel Orlow, Wild Almond (Cape Town), 2016, Courtesy of the artist, Fotografie, Courtesy of the artist, VG Bild-Kunst, Bonn 2019)
Innenleben. Njideka Akunyili Crosby, Leonor Antunes, Henrike Naumann, Adriana Varejão
Haus der Kunst München, 29. November 2019 - 29. März 2020

Ausgehend vom kunsthistorischen Sujet der Interieurmalerei versammelt „Innenleben“ mit Njideka Akunyili Crosby, Leonor Antunes, Henrike Naumann, Adriana Varejão vier Künstlerinnen, die in ihrem Werk dem Verhältnis von Innen und Außen nachspüren. Ob als imaginäres oder reales Setting, als Metapher oder konkreter Schauplatz intimer sozialer Handlungen – der Innenraum tritt dabei in seinem Potential zu Tage, den gesellschaftlichen und politischen Zeitgeist zu reflektieren und zu verändern. Inspiriert von der klassischen malerischen Darstellung von Innenräumen, Wohn-Zimmern, häuslichen oder repräsentativen Räumlichkeiten, dient der Innenraum allen vier Künstlerinnen als Ausgangspunkt, um Nuancen der äußeren Welt aufzunehmen und das Innen in Relation zu einem komplexen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Außen zu setzen.  (Abb. Njideka Akunyili Crosby, Home: As you see me, 2017, ©N.A.Crosby, Courtesy The artist and Victoria Miro, London/Venice)

 
Tell me about (Yesterday) Tomorrow
NS Dokumentationszentrum München, 28. November 2019 – 30. August 2020

Wer deutet Vergangenheit und vor welchem Erfahrungshorizont? Welche Geschichten werden gehört – oder erzählt? Wie prägen historische Ereignisse unser Verständnis der aktuellen Welt, und unsere Vorstellung von Zukunft? Die zu einem großen Teil neu entwickelten Arbeiten von mehr als 40 internationalen Künstlerinnen und Künstlern beschäftigen sich mit der Deutung von Vergangenheit und der Anknüpfung an unsere Gegenwart. Ausgehend von der Geschichte des Nationalsozialismus werden mit den Mitteln der Kunst Merkmale, Auswirkungen und Folgen von Rassismus, Genozid und Diktatur in ihrer gegenwärtigen Bedeutung verhandelt. (Abb. Plakat)
 Dorothee Diebold. The Unknown
 Haus am Lützowplatz Berlin, 17. Januar - 23. Februar 2020

Die Ausstellung konzentriert sich auf Dorothee Diebolds aktuelle Serie „Biomorpher Malerei“ (2018/19). Die organoiden Formen dieser mehrschichtig aufgebauten Bildobjekte verlassen ihren angestammten Platz an der Wand und wachsen gleichsam in den Ausstellungsraum hinein. Sie hängen als verlebendigte Gebilde unter der Decke, nisten sich in Raumecken ein oder sind als vollplastische Skulpturen auf dem Boden platziert. Ihre weichen, gepolsterten Rundungen sind mit einer „Stoffhaut“ überzogen, die man im Malerei-Kontext als Bildoberfläche oder als Materialbezeichnung Leinwand nennen würde. Beim genaueren Hinsehen erkennt man die diaphane Beschaffenheit der textilen Membranen. Das durchscheinende Material lässt die darunter liegenden Strukturen wie hinter einem Schleier erahnen ohne sie gänzlich preiszugeben.
Vermischte Meldungen
Seit 50 Jahren verleiht der Bund Deutscher Architekten (BDA) Baden-Württemberg den Hugo-Häring-Preis. In einem zweistufigen Verfahren geht die Auszeichnung jeweils an Architekt und Bauherr für das gemeinsame Werk. Unter den Preisträgern findet sich auch zwei Kirchenbauten: das Evangelische Gemeindezentrum Mannheim-Pfingstberg (Carlfried Mutschler) und das Zentrum Mannheim-Vogelstang (Helmut Striffler). Die Ausstellung „Zweiter Blick. Ein halbes Jahrhundert Hugo-Häring-Landespreise“ im „Wechselraum“ Stuttgart zeigt bis 24. Januar 2020 Fotografien von Wilfried Dechau und Texte von Architekturkritikern mit Blick darauf, was die Objekte für unsere heutigen Fragestellungen austragen können. Es erscheint ein Katalogbuch: Zweiter Blick. Ein halbes Jahrhundert Hugo-Häring-Landespreise. 1969-2019, hg. vom BDA Baden-Württemberg, Karl-Krämer-Verlag, Stuttgart 2019, 144  Seiten, 21,5 x 23,5 cm, ISBN: 978-3-7828-4059-0. (Abb. Plakat)



1967 nach Entwürfen des Architekten Joachim G. Hanke fertiggestellt, steht die Hl.-Geist-Kirche in Lemgo mit Gemeindesaal und Pfarrhaus nun unter Denkmalschutz. Der backsteinsichtige Kirchenquader wird von einem Campanile begleitet. Besonderheit ist die farbliche Fassung von Bau- und Ausstattungsteilen durch den Künstler Herbert Hajek. (Abb. Lemgo, Heilig-Geist-Kirche (Bilder: tsungam, CC0 1.0, 2013)



Am 17. Juni 2020 wird ein landeskirchenweiter Fachtag Friedhof in der Evangelischen Kirchengemeinde Hannover-Herrenhausen stattfinden. Dabei wird es schwerpunktmäßig darum gehen, den Friedhof als Schnittmenge von öffentlichem Raum und kirchlich-kultureller ‚Bespielung‘ und somit als Chance auch und gerade für Kunst und Kulturarbeit in den Blick zu nehmen. Verschiedene Workshops dienen dazu, wobei unter anderem eine Exkursion zum Stöckener Friedhof vorgesehen ist, der reiches Anschauungsmaterial gerade für den Friedhof als Ort und Hort von Kunst und Kultur bietet. Aber auch Fragen der Friedhofsgestaltung und des evangelischen Profils von Friedhöfen werden behandelt werden. Weitere Informationen folgen. (Abb. Engel auf dem Friedhof Stoecken, Foto: Dr. Matthias Surall)




Angelika Loderer (geb. 1984) wurde für den Kardinal König-Kunstpreis ausgewählt (11.000 Euro). Sie arbeitet vor allem im Bereich der Skulptur, hatte Soloausstellungen in der Secession in Wien, im Grazer, Salzburger und Dortmunder Kunstverein. Angelika Loderer studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien, am Wimbledon College of Art in London und am Hendrix College in den USA.  (Abb. Poems to Gadgets (Icicles), 2018, Messing, Metall, Ausstellungsansicht: Grazer Kunstverein, 2018, Graz, Foto: kunst-dokumentation.com)


Der 37. Kunstpreis »junger westen«, 2019 ausgeschrieben für Malerei, geht an Ugur Ulusoy. 1984 in Oberhausen geboren, studierte er von 2005 bis 2013 zunächst Architektur an der TU Braunschweig, von 2013 bis 2016 Industrial Design und schließlich von 2016 bis 2019 Bildende Kunst an der HBK Braunschweig. Aktuell ist Ulusoy Meisterschüler bei Prof. Hartmut Neumann an der HBK Braunschweig und bei Prof. Franz Ackermann an der Kunstakademie Karlsruhe. Als Malgründe und Material für seine an Bühnenbilder oder Dioramen erinnernden malerischen Räume benutzt er häufig Stoffe, die aus dem Fundus seiner türkisch-kurdisch-aserbaidschanischen Familie stammen. Die Jury bestimmte nicht nur den diesjährigen Preisträger, sondern schlug auch insgesamt 21 KünstlerInnen für die Ausstellung vor, die vom 1. Dezember 2019 – 2. Februar 2020 in der Kunsthalle Recklinghausen zu sehen ist.

In Weiterführung der Anliegen Msgr. Otto Mauers (1907-1973) und sein Engagement für zeitgenössische Kunst und junge KünstlerInnen, verlieh der Otto Mauer Fonds zum neununddreißigsten Mal den Msgr. Otto Mauer-Preis für bildende Kunst (Malerei, Grafik, Skulptur, Objekte, Installationen, Neue Medien). Der Preis ist mit € 11.000,- dotiert und geht 2019 an Alfredo Barsuglia.  Er schafft alternative Orte im öffentlichen Raum, z.B. „Mariainsel“ in Fürstenfeld (2018), „Hotel Publik“ in Innsbruck (2013) oder „Social Pool“ in Kalifornien/USA (2014), die als Installationen im Alltag benützt werden können und gleichzeitig als artifizielle Fremdkörper verstören. (Abb.Alfredo Barsuglia, Hotel Publik, 2013–2014, KÖR Tirol / Kunst im öffentlichen Raum Tirol, Innsbruck, Foto: Alfredo Barsuglia, © Bildrecht, Wien 2019)


Der Wolfsburger Kunstpreis „Junge Stadt sieht Junge Kunst“ geht 2020 an die Berliner Künstlerin Birgit Brenner. Begleitend zu der Preisvergabe wird in der Städtischen Galerie Wolfsburg bis 25. April 2021 eine Einzelausstellung der Künstlerin unter dem Titel "Promise Me" gezeigt. 1959 wurde der Kunstpreis der Stadt Wolfsburg erstmals verliehen und versteht sich als eine fördernde Initiative für KünstlerInnen, die sich in der Mitte ihrer Laufbahn befinden. Idealerweise kann er als Katalysator für Rückschau und Weiterentwicklung wirken. In den vergangenen Jahren ging der Kunstpreis u.a. an Thomas Schütte, Katharina Fritsch, Olaf Nicolai, Jörg Herold, Angela Bulloch, Bernhard Martin, Bettina Pousttchi und Julius von Bismarck. (Abb. Birgit Brenner "DEEP SLEEP" Ausstellungsansicht 2019, Galerie EIGEN + ART Berlin © Birgit Brenner, Foto: Uwe Walter, Berlin)


Die Stadt Düsseldorf und das Land Nordrhein-Westfalen beteiligen sich an den Kosten zum Bau eines nationalen Fotoinstituts zur Bewahrung und Vermittlung des nationalen fotografischen Kulturerbes. Für das „Deutsche Fotoinstitut Düsseldorf“ soll ein Neubau am Ehrenhof gegenüber dem NRW-Forum und nahe dem Kunstpalast entstehen.

Im KunstHaus am Schüberg bietet in naturnaher Umgebung Workshops unter professioneller Anleitung an. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Kursgebühr beträgt 230,- Euro zzgl. Materialkosten, begrenzte Unterbringung 5 Nächte 200,- Euro und Verpflegung 150,- Euro ist möglich. Kursangebote: Den Impuls schöpfen: intuitiv ; Dem Holz begegnen: Holzbildhauerkurs; Dem Stein standhalten: Steinbildhauerkurs. Die Bewegung ausführen: Tages-Einstieg mit Eurythmie. Die Sprache formen: Kunstreflexion. Veranstalter ist das  KunstHaus am Schüberg in Ammersbek bei Hamburg. www.kunst.haus-am-schueberg.de

Die französische Bildhauerin und Installationskünstlerin Tatiana Trouvé (*1968) wird mit dem diesjährigen Rosa-Schapire-Kunstpreis der Freunde der Kunsthalle e. V. ausgezeichnet. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis für eine bemerkenswerte Künstlerpersönlichkeit der Gegenwart ist derzeit eine der bedeutendsten Auszeichnungen für GegenwartskünstlerInnen in Deutschland. Ausgewählt wurde Trouvé von der diesjährigen Jurorin Alexia Fabre, die als Chefkuratorin am Musée d'Art Contemporain du Val-de-Marne in Vitry-sur-Seine in Frankreich tätig ist. Die Auszeichnung wird in Erinnerung an die außergewöhnliche Kunsthistorikerin Rosa Schapire (1874–1954) von den Freunden der Hamburger Kunsthalle e. V. vergeben.

Oscar Murillo, Tai Shani, Lawrence Abu Hamdan und Helen Cammock waren für den diesjährigen Turner Prize nominiert und beschlossen in einem Brief an die Jury, sie möge den Preis zu gleichen Teilen vergeben und alle vier von ihnen „gleichberechtigt zu Gewinnern zu erklären.“ Von den 40.000 Pfund Preisgeld gehen normalerweise 25.000 an den Gewinner oder die Gewinnerin und jeweils 5.000 Pfund an die anderen drei Kandidaten auf der Shortlist in der Endrunde des Wettbewerbs. Tatsächlich ließ sich die Jury auf den Vorschlag ein, und der Jury-Vorsitzende und Tate-Direktor Alex Farquharson erklärte, „die unkonventionelle Geste für Solidarität und gegen Polarisierung“ habe überzeugt. Damit wollten die Nominierten ein Zeichen setzen gegen eine zunehmende Verschärfung des Wettbewerbs  im Kunstbetrieb.

Weil dem Bistum Erfurt für die Restaurierung des gotischen Triangelportals am Dom 1,4 Millionen Euro fehlen, will das Domkapitel elf Gemälde, Grafiken und Radierungen sowie eine größere Anzahl Gedenkmedaillen verkaufen. Die Stücke hätten „keinen direkten religiösen Inhalt oder Bezug zum Erfurter Dom“. Dem Bistum Erfurt gehören etwa 150.000 Katholiken an, doch deren Kirchensteuern und Spenden reichen für den Erhalt der Kathedrale nicht aus. Selbst in Deutschlands reichster Erzdiösese, dem Erzbistum Köln, steuert zu den Erhaltungskosten von 10 Mill. Euro pro Jahr der Zentral Dombau-Verein aus seinen Einnahmen an Lotterien und Spenden jährlich etwa 3,8 Mill. Euro bei.

Die Ausstellungen zum Gottfried Brockmann Preis in der Stadtgalerie Kiel zeigen der neben den Arbeiten der PreisträgerIn Werke von weiteren KünstlerInnen, die von der Jury zur Präsentation aufgefordert wurden. Mittlerweile haben sich diese Ausstellungen zunehmend zu einer Art Biennale entwickelt, die regelmäßig unterschiedliche und herausragende Positionen des künstlerischen Kieler "Nachwuchses" vorstellt. Diesjährige Preisträgerin ist die Künstlerin Hannah Bohnen (geb. 1989 in Duisburg). Sie studiert seit 2017 an der Muthesius Kunsthochschule.

In Kelheim steht eine Gulbransson-Kirche von 1961 für 600.000 Euro zum Verkauf. Die Glasfenster stammen von Hubert Distler, der viele Ausstattungen für Gulbransson Kirchen geschaffen hat. Bereits 2016 wurde die Lukaskirche entwidmet. Sie steht unter Denkmalschutz, was für den Käufer Einschränkungen in der Nachnutzung mit sich bringt.  (Abb. Kelheim, Lukaskirche, Foto: Orgelputzer, CC BY SA 4.0)

 
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