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Newsletter Nr. 122

Juni/Juli 2019

liebe LeserInnen und Leser,

der 122. Newsletter des Instituts für Kirchenbau und Kunst der Gegenwart weist auf Ausstellungen und Veranstaltungen in kirchlichen und anderen öffentlichen Kulturinstitutionen hin, die uns interessant erscheinen. Architektur und Bildende Kunst bilden den Schwerpunkt  unserer  Auswahl, - die Sie gern mit Ihren Anregungen bereichern und erweitern dürfen. Gerade in den Sommermonaten jagen sich die Ausstellungsereignisse. So konnten bei weitem nicht alle sehenswerten Kunstereignisse in diesem Newsletter Platz finden. Wir werden das Wichtigste im August-Newsletter nachliefern, da die meisten Ausstellungen bis in den Herbst hinein laufen.
Meldungen und Hinweise für den August/September Newsletter nehmen wir bis Redaktionsschluss 26. Juli 2019  an.

Wir wünschen eine schöne Sommerzeit!


Abb. Natalia LL, Serie Consumer Art 1-3, 1975

Bitte haben Sie Verständnis, wenn später eingehende Meldungen nicht mehr berücksichtigt werden können, bzw. dann erst im folgenden Newsletter.
Mitteilungen aus dem Institut

Ausstellung in der Universitätskirche

anlässlich der Marburger „Nacht der Kunst“ am 14.6.2019

#fühlstdunoch? fragen Martin Wöllenstein und Marlena Kellogg in ihrer Installation in der Universitätskirche, wo  ein Gebilde aus Papier und Bambusgestänge über den Köpfen der Gemeinde schwebt und ein überdimensionales Hashtag den Altarbereich besetzt.
Am Sonntag, den 16. Juni 2019 gibt es dazu um 11 Uhr einen LSA Gottesdienst, der Installation und eine Performance einbezieht.



Heft 2 2019 von "kunst und kirche" ist erschienen!

Unter dem Titel „Das Humboldt-Forum – Konfrontation mit dem kolonialen Erbe“ widmet es sich der Konzeption des Humboldt Forums im wiedererrichteten Stadtschloss in Berlin, das Ende 2019 eröffnet werden soll. Nach einer grundsätzlichen Einordnung kommen der Intendant des Humboldt Forums Hartmut Dorgerloh und der Sammlungsleiter Lars-Christian Koch als  VertreterInnen des Schlosses zu Wort. Laura Goldenbaum beschäftigt sich mit dem Kuppelkreuz, Andrea Scholz und Maria Gaida geben Einblicke, wie das Thema missionarischer Sammeltätigkeit auf den Museumsflächen Aufarbeitung findet. Mit Christian Kopp und Bonaventure Soh Bejeng Ndikung wird mit dezidierten Kritikern über das Humboldt Forum gesprochen. Hendrik Brinkmann setzt das rekonstruierte Schloss mit dem Rekonstruktionsprojekt Schinkels Bauakademie in Relation. Dabei wird deutlich, dass Rekonstruktionen nur als Neuerfindungen zu haben sind. (Redaktion: Johanna und Luca di Blasi)


 
Ausstellungen / Veranstaltungen

Kathy Prendergast: Atlas
Kunst-Station St. Peter Köln, 16. Juni – 28. Juli 2019

Die Künstlerin hat einen handelsüblichen AA-Straßenatlas für Europa in ein komplexes und raumgreifendes visuelles Statement verwandelt. Über hundert Exemplare wurden von der Künstlerin mit schwarzer Tusche akribisch überzeichnet, wobei alle geografischen Details beseitigt wurden – bis auf Städte und Gemeinden, die als kleine Punkte in einem schwarzen Meer verbleiben. Grenzen, Flüsse und Namen sind verschwunden. Allein die Orte menschlicher Besiedlung geben noch geografische Orientierung. Angeordnet auf Klapptischen bilden die Atlanten eine vollständige, wenn auch verzerrte Karte Europas, seiner Grenzen und Landmassen. Von der Empore der Kirche eröffnet sich ein Gesamtüberblick über die Installation und die Anordnung Europas. Hier präsentiert die Künstlerin zudem ihre eigens für Sankt Peter entwickelte skulpturale Arbeit „The Road“, in der sie fragmentarische Straßenstücke aus der kartografischen Fläche in den dreidimensionalen Raum fortführt.

Workshop mit Stadtexkursion: Sphäre und Raum. Entdecken der Atmosphäre im Sakralraum" (Weiterbildung im Bereich Kirchenpädagogik)
Berlin, 14.-16. Juni 2019

Was sich mit Atmosphäre umschreiben läßt, ist entscheidend für die Raumqualität. Über eine Sensibilisierung der Wahrnehmung und dem Erkennen von Zusammenhängen zwischen Raum und Aktion im Raum soll im Dialog ein reflektiertes Verständnis für die Vermittlung sowie Gestaltung von Sakralräumen und Gottesdienst gestärkt werden. www.ottobartning.de/angebote/sphaere_und_raum.pdf

Martin Assig. Weil ich geboren wurde
Kunstmuseum Kloster Unser lieben Frauen Magdeburg, 30. Mai – 1. September 2019

Die Ausstellung öffnet den Blick auf das umfangreiche aktuelle Werk von Martin Assig und nimmt Bezug auf die Entstehungsgeschichte des Fußbodenbildes in der Kirche. Das Bodenbild  für die Klosterkirche vervollständigt diesen Raum und fügt sich ästhetisch ein, als wäre es schon immer hier. Immer schon gab es in diesem Bauwerk Fußböden, die aus Gipsestrich bestehen und darin Bilder einzulegen, war zur Bauzeit des Klosters typisch für den Harzraum. Daher wurde das Bild von Martin Assig in dieser alten aufwändigen Technik durch die Firma Huschenbeth, Mühlhausen, ausgeführt. (Abb. Martin Assig, Wenn ich sterbe bin ich nicht tot, aus der Serie St. Paul, Nr. 485, 2013, Tempera, Wachs auf Papier, Foto: Martin Assig)
Bettina Bürkle und Klaus Illi. Pflanzenatem
Kreuzkirche Nürtingen, 30. Juni - 28. Juli 2019

Ein kinetisches Skulpturenfeld entsteht aus der Langsamkeit und Vielfalt der Bewegung, einem ruhigen Fließen von Farben und Formen, einem organischen Auf und Ab, Öffnen und Schließen. Außen- und Innenraum, Hülle und Luftstrom bilden ein organisches Kontinuum von Atemgeben und Atemnehmen. Um den Betrachter entfaltet sich ein kontinuierlich bewegtes Bild der Wandlung und Fülle, das nicht nur mit den Augen, sondern mit dem eigenen Körper erfasst wird. Die Objekte bewegen sich fast schwerelos, strecken sich dem Licht entgegen und lassen den Raum atmen. Die Ausstellungen in der Kreuzkirche beleuchten schwerpunktmäßig die zeitgenössische Kunst des süddeutschen Raums. Darüber hinaus findet alle drei Jahre die Ausstellung "Kunst in der Region" in der Kreuzkirche statt. Diese Ausstellung wird im Wechsel von den Städten Kirchheim, Wendlingen und Nürtingen ausgerichtet. (Abb. Pflanzenatem | © Bürkle/Illi)
KUNST - STAAT - ICH . Dokumentationen
Kunsthaus am Schüberg Ammersbek, 5. Mai – 11. August 2019

Das KunstHaus am Schüberg, eine Einrichtung des Ev. Luth. Kirchenkreises Hamburg-Ost, zeigt eine 13 -teilige Werk-Dokumentation, bei der Projekte vorgestellt werden, die vom KunstHaus im Hamburger Stadtraum realisiert werden. Eine Broschüre wird mit umfangreichem Bild- und Textmaterial in die Werk- Dokumentation einführen. Zu Beginn werden die Klangkünstlerin Eva Maria Siebert und der Klangperformer Hans Schüttler vorhandene Skulpturen und Objekte in einen offenen musikalischen Raum erweitern. Das Kunstprojekt „Hamburger Hiroshima – Nagasaki – Platz“ von Axel Richter besteht aus zwei  weißen Kreisen, Symbole der  Reinheit und Unschuld, die vom 6. bis zum 9. August 2019 auf den beiden Gehwegseiten der Hamburger Mönckebergstraße aufgemalt sind. Dies  entspricht der Zeitspanne zwischen den  Abwurfzeiten der US-Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki 1945. Die Mönckebergstraße mit einem täglichen Fußgängeraufkommen von ca.100.000 Personen spiegelt die Anzahl der Opfer, die bei den Explosionen in Japan ums Leben gekommen sind. Jeder zufällige Passant steht so mit den Toten in einem Verhältnis. Wie die Bomben „aus heiterem Himmel“ Leben vernichtet haben, stehen wir heute unmittelbar in diesem Ereignis, wenn wir die Kreidekreise betreten und durchschreiten. Passanten sind eingeladen, mit weißer Straßenkreide auf den weiß markierten Kreisflächen ihren Namen zu schreiben. Die angrenzende Hauptkirche St. Petri hat im Außenbereich eine  "Bühne" eingerichtet. Von dort aus  können KünstlerInnen musikalisch-literarische Impulse zur Erinnerung an die Atombombenopfer  gestalten.
Norbert Prangenberg. Formfreude
Ernst Barlach Haus Hamburg, 23. Juni – 8. September 2019

Über die Grenzen von Malerei, Zeichnung und Skulptur hinweg entfaltete Norbert Prangenberg (1949–2012) ein weit verzweigtes Werk. Es vereint archaische Zeichenhaftigkeit und barocke Farbenpracht, geometrische Klarheit und organisches Wuchern, sinnenfrohe Üppigkeit und empfindsame Spiritualität. Als Teilnehmer der documenta 7 wurde Norbert Prangenberg 1982 international bekannt, 1993 übernahm der ausgebildete Goldschmied eine Professur für Keramik und Glasmalerei an der Münchener Kunstakademie. Die nicht selten lebensgroßen Hohlkörper, die Prangenberg seither aus glasiertem Ton gestaltete und Figuren nannte, sind imposante Charaktere von eigenwilliger Schönheit. Sie stehen im Zentrum einer Hommage, die Prangenbergs Suche nach Objekten mit Ausstrahlung folgt und sich dabei ein Leitmotiv seines Schaffens zum Titel nimmt: »Formfreude«. (Abb. Norbert Prangenberg: Figur, 1995, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Kloster Unserer Lieben Frauen Magdeburg 2008, Estate Norbert Prangenberg © VG Bild-Kunst, Bonn 2019; Foto: Hans-Wulf Kunze)
GodboX. Manuel Graf
Kunstverein Hannover, 16. Februar – 21. April 2019
Objekte, Filme und Installationen, die Querbezüge zwischen Religion und Architektur, Wissenschaft und Pop-Kultur, Archäologie und Aberglaube aufstellen, - mittels digitaler Techniken wie der 3D-Animation und des Architektur-Renderings verknüpft Graf Themengebiete, die immerzu auch eine Verbindung zwischen unterschiedlichen Territorien (Orient und Okzident) wie auch historisch übergreifenden Zeitebenen herstellen. Exkursionen über die Architektur von Gotteshäusern erfahren ihre inhaltliche Fortsetzung innerhalb des Ausstellungsraums als installative Inszenierung. (Abb. Manuel Graf »Santeria«, 2019)
Farbe im Stein - Schwingung im Metall Helmut Dirnaichner und Martin Willing
Museum Kulturspeicher Würzburg,   1. Juni - 28. Juli 2019

Helmut Dirnaichner lässt das Bild – Papier und Pigment – durch Schöpfen oder Schlagen in einem einzigen integrierten Vorgang entstehen. Als Grundstoffe verwendet er Erden und Steine, denen er in aufwändigen Arbeitsprozessen den Farbstoff entlockt. Diesen meist geometrischen, teils auch organisch wirkenden Arbeiten setzt der Bildhauer Martin Willing seine Metallskulpturen entgegen, die keine feste Außenhaut brauchen, um Volumen in sich einzuschließen. Willing bringt Stahl, Aluminium oder Titan linear oder zu Bändern gezogen in Form und versetzt diese durch Spannung gegen die Schwerkraft in Schwingung. Vollkommen der Geometrie verpflichtet, scheinen die Skulpturen doch regelrecht in ihrer Bewegung zu atmen. Beide Künstler liefern faszinierende Werke von flächenkinetischer oder realer Bewegung im Raum. (Abb. Helmut Dirnaichner, Uxmal, 2017, VGBild-Kunst Bonn 2019 Foto Sofiya Chuhuyevets © VGBild-Kunst Bonn 2019)
14. Triennale Kleinplastik
 Alte Kelter Fellbach, 1. Juni - 29. September 2019

Als Forum zeitgenössischer Skulptur im kleinen Format wurde die Triennale 1980 in Fellbach ins Leben gerufen. Sie präsentiert im Turnus von drei Jahren auf 3000 qm Fläche zeitgenössische Skulpturen internationaler KünstlerInnen. Die zugrundeliegende Idee ist, unter dem verbindenden Überbegriff der Kleinplastik wechselnde Kuratoren mit weitestgehender Freiheit hinsichtlich Konzept und Künstlerauswahl zu verpflichten. Die 13. Triennale wurde von Susanne Gaensheimer kuratiert. Für die 14. Triennale Kleinplastik konnte die Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Dr. Brigitte Franzen gewonnen werden. (Abb. Mariechen Danz mit ihrem Werk womb Tomb, Foto:Triennale Fellbach)
BIG ORCHESTRA
Schirn Kunsthalle Frankfurt, 19. Juni – 8. September 2019

In einer international besetzten Gruppenausstellung zeigt die SCHIRN künstlerische Arbeiten, denen gleichzeitig die Funktion von Musikinstrumenten innewohnt. Das Spiel auf den skulpturalen Instrumenten bildet den Mittelpunkt der in ständiger Veränderung begriffenen Ausstellung. Während der Laufzeit wird die SCHIRN temporär zu einem Konzertsaal, in dem die Arbeiten aktiviert und zum Klingen gebracht werden. Der Schlüsselmoment von BIG ORCHESTRA liegt in der Aktivierung der skulpturalen Instrumente. MusikerInnen aus dem Feld der Neuen und experimentellen Musik werden in der Ausstellung experimentieren, neue Arbeiten entwickeln und schließlich zur Aufführung bringen. Beim BIG O WEEKEND und  BIG O HANGOUTS werden KünstlerInnen ihre eigene Arbeit ertönen lassen. (Abb. Naama Tsabar, Image from "Transitions #3" performance, 2016, Spinello Projects, Miami, Photo: Diana Larrea)
Listen to the Image, Look at the Sound
KAI 10 Düsseldorf, 7. Juni - 8. September 2019

In zahlreichen Werken der Gegenwartskunst interagieren Bild, Objekt, Musik, Sound und Sprache in unterschiedlicher Weise. Eine scharfe Grenze zwischen statischen und bewegten Kunstformen verschwindet immer mehr zugunsten einer Komplexität unterschiedlicher Zeitstrukturen. Die Idee der Ausstellung ist am Konzept der „Soundscape“ orientiert, das R. Murray Schafer in seinem 1977 erschienenen Buch The Tuning of the World entwickelt hat, sowie an John Cage und dessen Interesse an Klängen und Geräuschen jenseits komponierter musikalischer Formen. So liegt der Fokus weniger auf der Verbindung zwischen Kunst und (Pop-)Musik, als vielmehr auf dem künstlerischen Umgang mit visuellen und akustischen Umwelten. (Abb. Alicja Kwade 36 disconnected futures (sound wood), 2010 Holz, gefundene Objekte, 36 Teile Courtesy: Privatsammlung Foto: Hendrik Reinert)
Freie Zimmer
Hugenottenhaus Kassel, 3. Mai – 23. Juni 2019

Das von Theaster Gates auf der documenta 13 erfolgreich belebte historische Haus soll nun  dauerhaft in ein Kunsthaus mit Erfahrungsräumen für zeitgenössische Kunst verwandelt werden. Die Ausstellung „Freie Zimmer“ wird vor dem Umbau einen Ausblick auf das Projekt geben. Hierfür werden 24 Räume von 58 Künstler*innen bespielt, außerdem gibt es ein Programm mit Projektwerkstatt, Veranstaltungen und Performances. Alle Künstler*innen verändern mit ihren Interventionen und Arbeiten die Räume durch Fotografien, Zeichnungen, skulpturale Eingriffe, filmische und raumbezogene Installationen. (Abb. Nie mehr schlafen" vom Künstler Ubbo Kügler, Foto: Silvia Freyer.)
Flügelschlag. Insekten in der zeitgenössischen Kunst
Sinclair Haus Bad Homburg, 7. Juli - 13. Oktober 2019

Für die Tiere, die jahrzehntelang mit Insektengiften und -fallen vertrieben wurden, werden nun „Insektenhotels“ im Garten installiert und Bienenstöcke werden allerorten aufgestellt. Das drängende Thema des Insektensterbens hat den Blick des Menschen auf die kleinen Kerbtiere verändert: Ihre Bedeutung für das fragile Gleichgewicht der Natur ist in den Fokus geraten. Ihre zunehmende Abwesenheit wird immer spürbarer, und damit wächst auch die Sehnsucht nach ihrer Rückkehr. Die Ausstellung stellt Künstlerinnen und Künstler vor, die sich den fremdartigen Wesen annähern. So sind in der Ausstellung unterschiedlichste Skulpturen, Reliefs, Zeichnungen, Fotografien, Filme und Installationen zu entdecken, die allesamt rund um das Thema „Insekt“ kreisen. In Kooperation mit dem Senckenberg Naturmuseum Frankfurt.(Abb. Akihiro Higuchi, HANA, H0118, © Akihiro Higuchi, Courtesy of Mikiko Sato Galerie, Hamburg)
Electric Spinning Gaze. Katja Davar
Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, 16. Juni – 22. September 2019

Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit dem Serpentine Dance der amerikanischen Tänzerin, Choreografin und Erfinderin Loïe Fuller (1862–1928). Kurz vor dem Aufkommen des Films entwickelte Fuller abstrakte Choreografien, in denen ihre ausladend wogenden Seidenkostüme mit technischen Mitteln wie farbigem Licht und Projektionen der Laterna Magica interagierten. In Electric Spinning Gaze untersucht Katja Davar das Thema der Metamorphose auf der Bühne und in der Natur anhand der Prozesse des Faltens und Entfaltens, des Öffnens und Schließens von Flügeln. Davars eigene, mit einer Hochgeschwindigkeitskamera erstellten Filme spielen in ihren Titeln auf die künstlerischen Licht- und Farbstudien und die lyrische Dichtung jener Epoche an. (Abb. Plakat)
Alice Aycock
Sprengel Museum Hannover, 8. Juni - 25. August 2019

Alice Aycocks künstlerische Anfänge sind zunächst stark von der amerikanischen Konzeptkunst, Minimal Art und Land Art geprägt. Sie widmet  sich architektonischen Strukturen und entwirft  Scheinarchitekturen. Die 1980er-Jahre sind geprägt von maschinenartigen Metallskulpturen, die Elemente der Ingenieurskunst auf Bildhauerei übertragen. In den letzten 10 Jahren entwickelte Aycock ihre großformatigen Twister-Skulpturen. Klimawandel und der Balanceverlust in unserem Umgang mit der Natur,  technische Zivilisation und Ingenieurskunst werden in diesen Skulpturen verhandelt. Die Ausstellung gibt einen Überblick über ihr Schaffen von den frühen 1970er Jahre bis in die unmittelbare Gegenwart. (Abb. A Salutation to the Wonderful Pig of Knowledge, 1984, © Courtesy the artist, Alice Aycock, 2019)
Rebecca Horn. Theater der Metamorphosen
Centre Pompidou Metz, 8. Juni 2019 - 13. Januar 2020

Das Centre Pompidou-Metz und das Museum Tinguely in Basel veranstalten ab Juni 2019 zeitgleich zwei der Künstlerin Rebecca Horn gewidmete Ausstellungen. Die Schau Theater der Metamorphosen in Metz nimmt den Prozess der Verwandlung mal aus einer animistischen, mal aus einer surrealistischen oder maschinistischen Perspektive in den Blick und zeigt die Bedeutung ihrer filmischen Praxis. Horn nähert sich auf ganz eigenen Wegen Themen aus Mythologie und Märchen, der Verwandlung in sagenhafte oder hybride Wesen, dem geheimen Leben der Dingwelt, den Geheimnissen der Alchemie, oder der fantastischen Welt der Körperautomaten. (Abb. Rebecca Horn, Die sanfte Gefangene, 1978, aus dem Film: Der Eintänzer, Collection Rebecca Horn © Adagp, Paris, 2019 )
Europäischer Architekturfotografiepreis
Dt. Architekturmuseum Frankfurt, 4. Mai 2019 – 1. September 2019

Der Europäische Architekturfotografie-Preis architekturbild wird seit 1995 alle zwei Jahre ausgeschrieben. Das Thema 2019 lautete »Joyful Architecture«. Es ging darum, Beispiele aufzuspüren, wie Architektur diejenigen, die sich in ihr bewegen positiv beeinflusst. Der Münchner Fotograf Dirk Härle ist der Gewinner. In dem international ausgeschriebenen und anonym durchgeführten Wettbewerb, der mit 6000 Euro dotiert ist, wurden außerdem zwei weitere Preise, fünf Auszeichnungen und 20 Anerkennungen vergeben.
Katharina Hinsberg
Saarlandmuseum Moderne Galerie Saarbrücken, 20. Juni – 31. Dezember 2019

Die Kunst der Zeichnung ist schon lange nicht mehr auf Linien auf Papier beschränkt. Katharina Hinsberg (geb. 1967 in Karlsruhe, lebt und arbeitet in Neuss) ist eine derjenigen zeitgenössischen Künstlerinnen, die den Begriff der Zeichnung mit markanten Arbeiten nachhaltig erweitert hat. Das Spektrum ihres Werks reicht von geschnittenem Papier (cuts) über Liniensetzungen aus aneinandergereihten Bohrlöchern in der Wand bis hin zu Installationen, bei denen Räume mit buntfarbigen Papieren systematisch ausgekleidet und so komplett verwandelt werden. Katharina Hinsberg, die seit 2011 Professorin für konzeptuelle Malerei an der HBKsaar in Saarbrücken ist, wird für den Panoramaraum im 3. Obergeschoss des Erweiterungsbaus der Modernen Galerie mit seinen besonderen Anforderungen eine Arbeit in situ realisieren. (Abb. Saarlandmuseum, K. Hinsberg)
International Light Award 2019. Ausstellung der Finalisten
Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna,  8. Juni – 10. November 2019

Der International Light Art Award (ILAA) geht in die dritte Runde und zeigt mit den diesjährigen Finalisten Jacqueline Hen (*1989, Deutschland), Yasuhiro Chida (*1977, Japan) und dem Duo Dachroth + Jeschonnek (*1981,*1984, Deutschland) aktuelle Positionen der Lichtkunst. Die eingereichten Konzepte verdeutlichen, wie das Genre der Lichtkunst Debatten an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft aufgreift und sich insbesondere mit der Veränderung von Bewusstseinszuständen auseinandersetzt. Fast 350 Konzepte aus insgesamt 57 Ländern wurden im Rahmen der offenen Ausschreibung eingereicht, aus denen eine internationale Fachjury drei Finalisten wählte. Alle zwei Jahre verleiht die innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft gemeinsam mit dem Zentrum für Internationale Lichtkunst den mit 10.000 Euro dotierten Award, um das Genre der Lichtkunst zu fördern. (Abb. Dachroth und Jeschonnek, Being Light, Villa Elisabeth, Berlin, 2017  © www.frankvinken.com)
MASKE. Kunst der Verwandlung
Kunstmuseum Bonn, 30. Mai - 25. August 2019

Das maskierte Individuum sowie der performative  Akt des Tragens einer Maske in seinem gesellschaftlichen und politischen Kontext stehen im Fokus dieser Ausstellung internationaler Kunst der Moderne und der Gegenwart. Besonders in der bildenden Kunst der Moderne, in den Strömungen des Dada, Surrealismus und Expressionismus, war das Interesse an der Maske groß. Nach der Kunst der Moderne ist es die Kunst unserer Gegenwart, die sich auffallend oft mit der Maske und ihren paradoxen Möglichkeiten des Zeigens und Verbergens, der Verschleierung und der (digitalen) Selbstoptimierung auseinandersetzt in einer Gesellschaft, die ohne Unterlass real und virtuell neue Gesichter hervorbringt. (Abb. Wiebke Siem, ohne Titel, 2001, Schaumstoff, Stoff, Abachiholz, Leinengarn; Sammlung Kerstin Hiller und Helmut Schmelzer, Leihgabe im Neuen Museum Nürnberg, Foto: Stefan Alber)

Textile Pop
NRW Forum Düsseldorf, 25. Mai – 23. Juni 2019

Ausstellung von Studierenden und AbsolventInnen des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein, die Arbeiten zu den Themen nachhaltiges Design, Engineering und Management präsentiert. Innovatives Produktdesign, Materialien der Zukunft, nachhaltiges Fashionmanagement, synästhetisches Design,  Textil aus Pilzkulturen, zero waste Lösungen oder Nachhaltige „no plastic“-Design-Konzepte für Kindermode: Mit den vier Themenschwerpunkten “Light up cultural spaces“, “Next Material”, “Save the future” und „Design is music “ sucht das interdisziplinäre und internationale Projekt nach nachhaltigen Lösungen im Design-Engineering und Management, die auch den digitalen Wandel berücksichtigen.
Body-Check. Martin Kippenberger-Maria Lassnig
Lenbachhaus Kunstbau München, 21. Mai - 15. September 2019

Beide Künstler rücken den eigenen Körper ins Zentrum ihrer malerischen Auseinandersetzung. Der hinfällige und fragmentierte Leib dient ihnen als Metapher für soziale und psychologische Konflikte. Schmerz und Leid, Absurdes und Humor sind in diesen Körperwelten untrennbar miteinander verbunden. Maria Lassnig und Martin Kippenberger suchten der Misere des menschlichen Daseins eine Form zu geben: als Inszenierung des weiblichen und des männlichen Körpers. Die Bilder dieser Inszenierung sind Selbstporträts im klassischen Sinne; das Heroische der Gattung haben sie jedoch abgestreift. Beide zeigen sich körperlich entstellt, von Krankheit gezeichnet, von selbstmitleidiger Beobachtung, ins Lächerliche gezogen – immer in Distanz zum Topos des bedeutenden Künstlers und seiner tradierten Attitüden. Das Ergebnis sind berührende Selbsterkundungen, die sich bei Lassnig ins Obsessive und Introvertierte wenden und deren Setzungen sich an der Rolle der Künstlerin abarbeiten – heute würden wir auch von einer feministischen Perspektive sprechen. Kippenbergers Bilder, Skulpturen und Zeichnungen bezeugen einen Humor, der dem Witz von Lassnig das Hintergründig-Groteske beifügt. (Abb. Maria Lassnig, Sprechzwang, 1980, Öl auf Leinwand, 160 cm x 130 cm, Privatsammlung © Maria Lassnig Stiftung )
Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht
Berlinische Galerie Berlin, 5. April – 12. August 2019

Die Berliner Malerin Lotte Laserstein (1898-1993) ist eine der sensibelsten Porträtistinnen der frühen Moderne zwischen Tradition und Innovation. Laserstein hatte das Talent, zwei Universen zu verbinden. Sie spielte mit Zitaten aus der Kunstgeschichte ebenso wie mit Flächigkeit und Pinselstrich des Spätimpressionismus. Sie war eine sanft-gefühlvolle Chronistin der 1920er und 30er Jahre: Sie malte Frauen und Männer der neuen Zeit und aller Klassen in ihrer ganzen Natürlichkeit - und setzte sich bildnerisch über damals normative Vorstellungen von Geschlechterrollen hinweg. Bereits als 30-jährige war sie eine berühmte und erfolgreiche Künstlerin. 1933 wurde ihre Karriere abrupt beendet. Die Berlinische Galerie präsentiert 58 Werke, darunter 48 Gemälde und 9 Zeichnungen Lasersteins aus ihrer Berliner Erfolgsperiode und ihren schwedischen Exiljahren. (Abb. Lotte Laserstein, Liegendes Mädchen auf Blau, um 1931, Privatbesitz Berlin, Courtesy Das Verborgene Museum, Berlin, Foto: Das Verborgene Museum, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2019)
Good Space - Communities oder das Versprechen von Glück
Villa Merkel Esslingen, 2. Juni – 1. September 2019

Die Ausstellung versammelt künstlerische Positionen, die sich mit Fragestellungen rund um das Thema Gemeinschaft auseinandersetzen. Alltagssprachlich ist der Begriff Gemeinschaft positiv konnotiert – etwa als Gruppierung, die emotionale Verbundenheit, ein ausgeprägtes Wir-Gefühl und damit Vertrautheit oder Geborgenheit in Aussicht stellt.
Sagmeister & Walsh. Beauty
Museum für angewandte Kunst Frankfurt, 11. Mai – 15. September 2019

Nahezu im gesamten 20. und 21. Jahrhundert war und ist Schönheit im Designdiskurs eher negativ besetzt. Unterstützt von Erkenntnissen aus der psychologischen Ästhetik, aus Geschichte, Philosophie und den Naturwissenschaften vertreten Sagmeister & Walsh den Standpunkt, dass Schönheit mehr ist als eine rein oberflächliche Strategie. Die eigens für die Ausstellung produzierten Installationen zusammen mit zahlreichen Beispielen aus Produktdesign, Stadtplanung, Architektur und Grafikdesign animieren zum Sehen, Riechen und Fühlen und treten den Beweis an, dass schön gestaltete Arbeiten die menschliche Wahrnehmung stimulieren und damit besser funktionieren.
Asia - Europe IV
Dt. Textilmuseum Krefeld, 17. Mai 2019 - 18. August 2019

Kaum eine der traditionellen Künste hat sich in den letzten Jahrzehnten so stark verändert und neu ausgerichtet wie das gesamte Feld der sogenannten Textilkunst, die im Englischen inzwischen unter dem Begriff „Fiber Art" zusammengefasst wird. Die meisten Künstler bewegen sich mit ihren Werken im Bereich der Objektkunst, andere hingegen gestalten und beherrschen ganze Räume durch ihre Installationen. Größe, Material, Farbe oder Thema der Arbeiten unterlagen ganz bewusst keinen Beschränkungen. Und so sind vor allem die verwendeten, unterschiedlichsten Materialien - fest, hart, weich, glänzend oder transparent - nicht beliebig, sondern vielmehr wohlüberlegt gewählt worden. (Abb. Plakat)
DAS DRITTE LAND - Ein Künstlergarten
Matthäikirchplatz im Kulturforum, 24. Mai  - 9. November 2019

Han Seok Hyun und Kim Seung Hwoe Han Seok Hyun und Kim Seung Hwoe haben den Künstlergarten im einst geteilten Berlin als ihre Utopie eines „paradiesischen Koreas“ entworfen. Er steht als Symbol für das Zusammenwachsen eines getrennten Koreas. Die Pflanzen-Liste wurde in Zusammenarbeit mit Botanikern des Botanischem Gartens Berlin und des Baekdudaegan National Aboretum aus Südkorea erstellt. Von den 23 nordkoreanischen und 37 südkoreanischen Pflanzenarten, die an den Bergen des Baekdudagen wachsen und blühen, konnten bisher 45 Setzlinge und Samen aus dem geteilten Land nach Berlin geholt werden. Der Wunsch nach Frieden und Wiedervereinigung Koreas wird insbesondere von der südkoreanischen Sopranistin Sumi Jo unterstützt. Die 56-jährige Grammy-Preisträgerin, die in allen Opernhäusern weltweit gastiert, gibt auf eigenen Wunsch zur Eröffnung des Künstlergartens ein Konzert. Der Aufbau des Gartens auf dem Kulturforum wurde ermöglicht durch ein erfolgreiches Crowdfunding. Über 160 Unterstützerinnen und Unterstützer weltweit haben innerhalb von 30 Tagen mehr als 30.000 Euro für den Transport und die Pflege der Pflanzen sowie den Aufbau des Gartens gespendet.
Die Grosse
Museum Kunstpalast Düsseldorf, 30. Juni - 4. August 2019

DIE GROSSE 2019 Kunstausstellung NRW Düsseldorf kann sich zu Recht als die größte von KünstlerInnen organisierte Ausstellung in Deutschland bezeichnen. Zu sehen sein werden Arbeiten von ca.180 Künstler*innen aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Fotografie, Grafik und Neue Medien. Der Museumsbesucher kann die ausgestellten Werke ohne Beteiligung einer Galerie käuflich erwerben.
Die Vergessene Moderne. Kunst in Deutschland zwischen den Weltkriegen
Kunstforum Ingelheim Altes Rathaus, 14. April-  23. Juni 2019

Die gegenüber den Expressionisten eher jüngeren Künstlern, deren Kunst von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert wurde, gingen vielfach ins Exil oder in die innere Emigration, zerbrachen an der sie umgebenden Realität oder wurden als Juden in KZs ermordet. Nach 1945 hatten es diese oftmals nur fragmentarisch erhaltenen Oeuvres in der Rezeption sehr schwer. Die Internationalen Tage Ingelheim möchten 2019 an Künstlerinnen und Künstler dieser „Vergessenen Moderne“ erinnern und so auch neue, bislang weitgehend unbekannte Facetten in der Kunst zwischen den Weltkriegen in Deutschland aufzeigen. Zahlreiche künstlerische Positionen, die sich weder aus dem Expressionismus oder dem Realismus entwickelt hatten, ließen und lassen sich bis heute nicht einfach kategorisieren. Werke auch von Bildhauern, Grafikern und Fotografen verkörperten vor 1939 eigenständige Positionen der Moderne, die bis heute vielfach nicht hinreichend gewürdigt wurden. (Abb. T. Lux Feininger, Skipper’s Daughter, 1933, Öl auf Leinwand, Privatsammlung © T. Lux Feininger Estate)
Ai Wei Wei. Everything is art. Everything is politics
Kunstammlung NRW K20 K21 Düsseldorf, 18. Mai – 1. September 2019

„Alles ist Kunst, alles ist Politik“ ist das Leitmotiv seiner bisher größten Ausstellung in Europa, die die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen gleichzeitig im K20 und im K21 zeigt. Sohn des berühmten Dichters Ai Qing wuchs Ai Wei Wei er während dessen Verbannung in Nordchina auf und kehrte 1976 mit der Familie nach Beijing zurück. 1983 zieht Ai Weiwei nach New York. Die während dieser Zeit gewonnenen Eindrücke von Konzeptkunst und Pop Art hat er für seine Arbeitsweise fruchtbar gemacht, die auf eine kritische Betrachtung von Kulturgeschichte sowie von chinesischen und globalen gesellschaftlichen Entwicklungen zielt. 1993 kehrt er nach Beijing zurück. Es entstehen Objekte, die sich mit antiken Kunstgegenständen und mit der Kulturrevolution auseinandersetzen. 2005 veröffentlicht Ai Weiwei einen Blog zu gesellschaftlichen Fragen, Kritik an der Regierung sowie Gedanken über Kunst und Architektur (der Blog wird 2009 gesperrt). Am 3. April 2011 wird Ai Weiwei in Beijing verhaftet und 81 Tage an einem unbekannten Ort festgehalten. Nach seiner Freilassung folgte eine lange Zeit der Überwachung seitens der chinesischen Behörden. Seit 2015 lebt Ai Weiwei in Berlin. Raumfüllende Arbeiten und großflächige Bildtapeten aus den vergangenen vier Jahrzehnten verwandeln die Museumsräume in dichte, begehbare Installationen, in denen die Widersprüche unserer Gegenwart plastisch werden. Der erste Teil der Ausstellung im K21 zeigt neue Arbeiten aus den letzten fünf Jahren, die nach Ai Weiweis Ausreise aus China und seiner Übersiedlung nach Berlin im Jahr 2015 entstanden sind. Der zweite Teil der Ausstellung spannt einen Bogen von Ai Weiweis frühesten künstlerischen Schritten über seine Zeit in New York (1983-1993) bis hin zu seiner Verhaftung 2011 und der darauf folgenden Überwachung (2011-2015).
Ron Nagle. Euphoric Recall und Lucas Arruda. Deserto-Modelo
Fridericianum Kassel, 6. Juni – 8. September 2019

Seit mehr als sechs Jahrzehnten fertigt Ron Nagle Werke, die sich dadurch charakterisieren lassen, dass sie eine maximale Höhe von 20 cm aufweisen. Trotz ihrer geringen Größe haben die aus Keramik, Kunststoff, Glasurmitteln und Autolack gefertigten Arbeiten große Präsenz. Es treffen organisch anmutende Volumina auf architektonische Elemente, stehen sich hell-leuchtende und dezent zurückgenommene Farben gegenüber und kontrastieren porös-raue und hochglänzende Oberflächen. Die Werke sind gefühlvoll, raffiniert, surreal. Weitere Bedeutungsebenen entstehen durch ausgeklügelte Titel mit Wortwitz und Humor.(Abb. Ron Nagle: Morontendre, 2012, © Ron Nagle, Courtesy of Gallery Pierre Marie Giraud, Photo: Don Tuttle)
Lucas Arrudas Schaffen umfasst Gemälde, Grafiken, Lichtinstallationen, Diaprojektionen und Filme. Er erschafft imaginäre Bilder von Landschaften und Seestücken, die durch Gedanken und Erinnerungen hervorgerufen werden. Dabei sind viele seiner Arbeiten von Abstraktion geprägt, sodass Landschaftsbezug lediglich durch die Horizontlinien suggeriert wird.Unabhängig vom Grad ihrer Lesbarkeit bewirken seine visuellen Formulierungen einen Moment der Entschleunigung und Konzentration. (Abb. Lucas Arruda, Untitled (Deserto-Modelo), 2018, © Lucas Arruda, Courtesy of Mendes Wood DM and David Zwirner, Foto / Photo: Kristien Daem)
Koloman Moser. Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann
Villa Stuck München, 23. Mai – 15. September 2019

Koloman Moser (1868–1918) zählt zu den großen Visionären der Wiener Moderne. Als Universalkünstler beherrscht er die Disziplinen Malerei, Grafik, Kunstgewerbe und Innenraumgestaltung ebenso wie Mode und Bühnenbild. Das von der Wiener Secession propagierte Gesamtkunstwerk lebt Moser in beeindruckender Weise vor. Er gilt als einer der Wegbereiter der Wiener Moderne, als einer der einflussreichsten Künstler des Wiener Jugendstils und zählt neben Gustav Klimt und Josef Hoffmann zu den führenden Persönlichkeiten des Wiener Kunstfrühlings. Vor dem Hintergrund der kunsttheoretischen Entwicklungen in Wien von 1860 bis 1918 führt die Ausstellung in sechs Kapiteln das umfangreiche Gesamtwerk von Koloman Moser vor Augen.
Friedrich Einhoff: Das Vertraute Unbekannte
Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück,  23. Juni – 15. September 2019

Friedrich Einhoff (1936 – 2018) untersuchte in Gemälden und Zeichnungen zeitlebens die menschliche Figur. Sein Werk blieb dabei in ständiger Bewegung: zwischen Malerei und Zeichnung, zwischen Figuration und Abstraktion. Nicht die porträthafte Wiedergabe interessierte ihn, sondern das Erfassen der menschlichen Befindlichkeit in unserer Gesellschaft. Das Abbildhafte überwand Einhoff mit Mitteln der Verfremdung: gebrochene Linien, aufgelöste Konturen, ineinanderfließende Flächen, auch mit Materialien wie Erde oder formalen Mitteln wie Isolation oder Reduktion. Nach der Auflösung des äußeren Erscheinungsbildes des Menschen, treten in den Werken Zweifel, Offenheit und Verletzlichkeit menschlicher Existenz an die Oberfläche. In einer Zeit, in der viele Künstler und Künstlerinnen sich der abstrakten Kunst zuwendeten, hielt Friedrich Einhoff konsequent an der Figur fest und fand Anregungen unter anderem bei Francis Bacon, Jean Dubuffet und Francisco de Goya wie auch bei Paula Modersohn-Becker oder Maria Lassnig.
Karin Kneffel. Still
Kunsthalle Bremen,   22. Juni – 29. September 2019

Karin Kneffel (*1957 in Marl) zählt zu den zentralen Vertreterinnen der zeitgenössischen Malerei. Bekanntheit erlangte sie in ihrem Frühwerk mit der realistischen Darstellung von überdimensionierten Früchten und einer Werkserie von in Nahsicht abgebildeten Tierportraits. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich nun mit komplexen Raum- und Zeitschichtungen und blickt mit mehrdeutigen Wahrnehmungs- und Bildstrategien auf die Kunst- und Architekturgeschichte. Die Ausstellung zeigt Kneffels künstlerische Entwicklung von den frühen 1990er-Jahren bis in die Gegenwart und umfasst monumentale Gemälde wie auch grafische Arbeiten.
Alles Farbe!
 Museum Morsbroich Leverkusen, 26. Mai 2019 - 1. September 2019

„Jede Farbe erzählt eine eigene Geschichte“, so Jörn Stoya. „Sie hat nicht nur einen Klang, sondern auch einen eigenen Geschmack und Geruch.“ Mit den bloßen Händen bringt der Düsseldorfer Künstler (*1957 in Lüneburg) die puren Pigmente auf seine Leinwände. Seine energetischen Bilder lassen Farbe zum sinnlichen Erlebnis werden und den Betrachter in pulsierende Farbräume eintauchen. Im Rahmen einer besonderen Sammlungspräsentation treten Stoyas Arbeiten in einen Dialog mit Werken aus der Sammlung von Museum Morsbroich sowie aus Privatsammlungen. Zu sehen sind Werke vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Der Maler Jörn Stoya hat sie gemeinsam mit den Sammlungskuratoren Fritz Emslander und Stefanie Kreuzer ausgewählt und setzt dabei – wie in seinen eigenen Arbeiten – alles auf die Farbe. In den historischen Räumen entspinnt sich ein Werke und Zeiten übergreifendes Gespräch über die Farbe als Grundlage der Kunst, ob als Ausdrucksträger, als strukturierendes oder raumgestaltendes Bildelement, als atmosphärisches Medium oder klingender Farbton. (Abb. Jörn Stoya, LOFI Pt.II 7, 2018, Pigment auf Offsetdruck, 31 x 23 cm, Courtesy Jörn Stoya und Petra Rinck Galerie, Foto: Achim Kukulies)
Vermischtes

Verlängerung des European Media Art Festivals "Wild Wild Grammar" in der Kunsthalle Osnabrück bis 30. Juni 2019: Dabei erweitert und verändert sich das Programm der Ausstellung: Sie präsentiert zusätzlich vier Filme und eine Installation. Im Zuge dieser Verlängerung erfährt das Filmprogramm des EMAF folgende Erweiterungen: Ab sofort werden die Filme Video Home System von Sharlene Bamboat, ALTIPLANO von Malena Szlam, Ink in Milk von Gernot Wieland und ПРЕОБРАЖЕНИЕ / The Transfiguration von Stephan Ganoff im Forum der Kunsthalle Osnabrück gezeigt. Ab dem 14. Mai wird die Installation 20grad - Gravity von Yannik Bussman, Dirk Erdmann und Robert Schnüll gezeigt. Zudem wird ein erweitertes Vermittlungsprogramm mit Workshops, Führungen und begleiteten Rundgängen angeboten. Weitere Informationen: https://www.emaf.de/de/index.html. Katalog und Programm zum Download: https://www.emaf.de/de/Downloads.html

Anlässlich des 25. Jubiläums des Künstlerhauses Schloss Balmoral werden die internationalen Anwesenheitsstipendien 2020 zum Thema »KUR – Kunst des Reisens« ausgeschrieben. Mit dem Jahresthema beleuchtet das Künstlerhaus einerseits Mobilität und Reisen als künstlerische Praxis und andererseits künstlerische Positionen, die sich thematisch damit beschäftigen. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen wie Globalisierung und Digitalisierung erlangt das Unterwegssein unterschiedliche soziale, kulturelle, politische, wirtschaftliche und ökologische Implikationen. Entscheidend für die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Jahresthema ist die visuelle Dimension des Reisens. Das Reisen ist stets mit der Produktion und Reproduktion von Bildern verknüpft. Stipendien: Für internationale Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler    ein 9-monatiges Balmoral-Anwesenheitsstipendium für eine Kuratorin oder einen Kurator. Die Balmoral-Anwesenheitsstipendien sind mit monatlich 1.400 Euro dotiert. Für Bildende Künstlerinnen und Künstler mit Bezug zu Rheinland-Pfalz: Zwei 6-monatige Projektstipendien, ein 6-monatiges Stipendium für New York (Residency Unlimited), zwei 6-monatige Stipendien für Paris (Cité Internationale des Arts), ein 3-monatiges Stipendium für Südkorea (MMCA Residency Goyang), ein 3-monatiges Stipendium für Burgund-Franche Comté (Saline Royale). Künstlerische Auflagen bestehen für diese Stipendien nicht. Der Bewerbungszeitraum für alle Stipendien läuft bis einschließlich 30. Juni 2019 (Datum des Poststempels). https://www.kuenstlerhaus-balmoral.de/index.php?id=27

Dem Kloster St. Franziskus in Karlsruhe-Dammerstock soll neuer spiritueller Atem eingehaucht werden: Wo bis 1992 die Kapuziner-Mönche lebten soll ein neues geistliches Zentrum für Karlsruhe und die Region entstehen – ein Stadtkloster, das vielfältige Möglichkeiten zur Einkehr, Besinnung, Stärkung und Begegnung bietet. Die Kirche, die Gemeinderäume, das einstige Wohnhaus der Kapuziner  und der weitläufige Klostergarten bieten stadtweit einzigartige Möglichkeiten für ein solches Projekt. Getragen werden soll das Stadtkloster von einer geistlichen Gemeinschaft. Dauerhaft sollen vier, fünf Menschen hier leben, die ein vom Glauben geprägtes Miteinander pflegen. Zudem wird es im Haus Zimmer für Gäste geben, kirchliche Gruppen sollen im Stadtkloster Raum finden, integriert werden soll auch die Obdachlosen-Küche. Offen sollen Kirche, Kloster und Garten aber auch für spontane Besuche sein, als Orte zum Innehalten und Kraft schöpfen, geistliche Angebote aber auch Beratung und Gesprächsangebote. Nächster Schritt ist die Machbarkeitsstudie von Architektin Angelika Jäkel.

„Der gefaltete Raum“ ist eine Ausstellungsreihe, die 2019 im Stadtkloster St. Franziskus in Dammerstock (Karlsruhe) gezeigt wird. Drei künstlerische Positionen werden an aufeinanderfolgenden Terminen mit ihren Mitteln den Raum der Kirche als Bewegungs- und Wahrnehmungsraum erschließen mittels speziell für den Ort entwickelten Kunstwerken. Tradierte Zusammenhänge alltäglicher und ritueller Nutzung sollen so  eine Verschiebung und Entfaltung erfahren. Es entstehen akustische und visuelle  Werke in dem Karlsruher Gebäude, das seit 1938 der katholischen Gemeinde als Andachtsraum dient. Im gesamten Gebäude findet man Hinweise auf symbolische Schwellen und räumliche Übergänge. Wie in einer Faltung verschieben sich Schichten zueinander. Verhältnisse von Vorder- und Hintergrund, Bewusstem und noch Unbekanntem sollen mittels der Kunst neu erkundet werden.

 „Kirche, Kunst und Kommunikation“ ist Thema eines Kunst-Tags im Wildbad Rothenburg. Er will das Nach- und Weiterdenken über die universelle Sprache der Kunst anregen. Anlass ist die Einweihung der site-specific-art von Laura Belém aus São Paulo, Artist in Residence 2019. Sie hat für den Park in der evangelischen Tagungsstätte Wildbad eine Installation entwickelt. Sie ist nach dem Nürnberger Künstlerduo Böhler & Orendt (2017) und der Bildhauerin Ulrike Mohr (2018) dritte Stipendiatin von art residency wildbad. Anmeldung bitte bis 3. Juli 2019 unter 09861.977·200 oder per E-Mail an kultur@wildbad.de

Die Maria Lassnig Stiftung verleiht den Maria Lassnig Preis 2019 an die Künstlerin Sheela Gowda. Mit dem Preis, der alle zwei Jahre vergeben wird, werden KünstlerInnen in der Mitte ihrer Karriere geehrt. Maria Lassnig selbst hatte den Preis noch vor ihrem Tod 2014 geplant – sie selbst wurde erst spät als Künstlerin anerkannt und befand sich mit 94 Jahren im Zenit ihres Schaffens.

Alle drei Jahre lobt der BDA den Architekturpreis „Nike“ für Architekten und Bauherren wegweisender Projekte aus, die die Baukultur in Deutschland nachhaltig prägen. Die sechs Preiskategorien Symbolik, Atmosphäre, Fügung, Komposition, Soziales Engagement und Neuerung, in denen jeweils eine „Nike“ vergeben wird, veranschaulichen die Vielfalt architektonischer Qualitätskriterien. Die Große Nike geht an das Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer in Poing bei München von Meck Architekten, München. Der Kirchenneubau schaffe eine neue Mitte des wachsenden Ortes im Münchener Speckgürtel und erzeuge mit den Mitteln der Architektur eine Art Überzeitlichkeit (Jury). Die „Klassik-Nike“ für den besonderen Wert eines Bauwerks oder städtebaulichen Projekts verliehen, das nach 1945 entstanden ist, sich mindestens drei Jahrzehnte bewährt hat und dessen besondere Architektur immer noch als vorbildhaft gelten kann. Diese  wurde der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin von Egon Eiermann zugesprochen.


Der mit 30.000 Euro dotierte Kranichsteiner Literaturpreis geht in diesem Jahr an Nora Bossong. Die in Berlin lebende Autorin schreibt Romane, Gedichte, Essays und Reportagen.  1982 in Bremen geboren, debütierte sie 2006 mit dem Roman „Gegend“. 2011 veröffentliche sie den Gedichtband „Sommer vor den Mauern“, 2012 den Roman „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“, 2014 die Reportage „Schnelle Nummer“ und 2015 den Roman „36,9“. Bossong wurde unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis, dem Kunstpreis Berlin und dem Roswitha-Preis ausgezeichnet. Sieben literarische Verbände gründeten 1980 den Deutschen Literaturfonds, um deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu fördern.

Die Schriftstellerin Anke Stelling erhält den Friedrich- Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. „Anke Stellings Prosa analysiert auf hoch sensible Weise die Mittelstandsgesellschaft der Gegenwart“ (aus der  Jurybegründung). Stellings jüngste Romane „Bodentiefe Fenster“, „Fürsorge“ und „Schäfchen im Trockenen“ bilden eine Trilogie moderner Gemeinschaft. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird in der Bad Homburger Schlosskirche verliehen.

 Die nordfriesische Schriftstellerin Dörte Hansen erhält den Rheingau-Literatur-Preis 2019 für ihren Roman „Mittagsstunde“. Mit archäologischem Gespür lässt Dörte Hansen die untergehende Kultur einer norddeutschen Dorfgemeinschaft wieder lebendig werden. Der Preis ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen Rheingau-Riesling dotiert. Die Auszeichnung wird im Rahmen des Rheingau-Literatur-Festivals im September verliehen.

Der Wiener Schriftsteller Thomas Stangl (53) hat  den mit 35.000 Euro dotierten „Wortmeldungen“- Literaturpreis erhalten. In seiner Erzählung „Die Toten von Zimmer 105“ geht es nicht nur um die Themen Alter, Demenz und Sterben, sondern letztlich um eine Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit. Der Preis wird jährlich von der Crespo-Foundation für herausragende literarische Kurztexte verliehen, die sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen.

Die Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche soll bis 2023 für 33,1 Millionen Euro saniert werden. Neben der Sanierung soll etwa die Hälfte der veranschlagten Kosten in eine Nutzungsverbesserung gehen. Während der Glockenturm der Kirche bereits seit einigen Jahren eingerüstet ist, benötige jetzt auch das Kirchengebäude eine Grundsanierung der Fassaden. Die filigrane Betonkonstruktion weist zahlreiche Risse und Abplatzungen auf. Anders als bei früheren Betonsanierungen müssen die zahlreichen Beton-Glas-Elemente ausgebaut und in einer  Werkstatt überarbeitet werden. Die Kirchengemeinde feierte Anfang Mai die Grundsteinlegung für den Neubau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche vor 60 Jahren. Der Grundstein für das Ensemble am Breitscheidplatz in der West-Berliner City war am 9. Mai 1959 gelegt worden. Bis 1961 entstanden nach Plänen des Architekten Egon Eiermann (1904-1970) das achteckige Kirchengebäude und der sechseckige neue Glockenturm mit ihren markanten blauen Glasbausteinen in den wabenförmigen Betonwänden. Bis 1963 folgten die Kapelle und das Foyergebäude im gleichen Stil.

Am Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019 will die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ihre rund 1.200 Orgeln in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Alle Gemeinden sind eingeladen, an jenem Tag ihre Orgel in den Mittelpunkt öffentlicher Aktionen zu stellen, etwa durch Orgelführungen oder Orgelkonzerte, Sternfahrten zu bedeutenden Orgeln in ihrem Bereich,  Besuche bei Orgelbauern. Angeboten wird auch eine Zweitagesreise zu bedeutenden Orgeln im Oktober.www.kirchenmusik-ekkw.de

Das Kunstwerk „View from above“ des irakischen Künstlers Hiwa K, das dieser für die documenta 14 geschaffen hat, wird Teil der Dauerausstellung des Kasseler Stadtmuseums. Die Arbeit von Hiwa K wird zusammen mit dem Modell  der im 2. Weltkrieg zerstörten Stadt Kassel zu sehen sein. Hiwa K thematisiert Erfahrungen von Flüchtlingen der Gegenwart und lenkt - unter Einbeziehung des Modells der zerstörten Stadt Kassel - die Aufmerksamkeit darüber hinaus auf die Geschichte der Flüchtlingsschicksale infolge der Weltkriege des 20. Jahrhunderts.

Ludwig Mies van der Rohe ist einer der einflussreichsten Architekten des Zwanzigsten Jahrhunderts. Weltbekannt wurde er durch seine Tätigkeit in Berlin und Chicago, doch ziehen sich seine Heimatverbundenheit mit Aachen und seine Arbeit im heutigen NRW wie ein roter Faden durch sein Lebenswerk. Mies van der Rohes Wirken in Aachen, Krefeld und Essen zu vermitteln, ist Ziel des Ausstellungsprojekts “Mies im Westen”. StudentInnen der TH Köln und TH Mittelhessen sowie der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft entwickelten das Projekt in Kooperation mit dem Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW. Im Fokus stehen Ausstellungen und Veranstaltungen von Mai bis Juli 2019. Von 11. Oktober - 14. November 2019 werden die drei Ausstellungen (Aachen, Krefeld, Essen) zusammengeführt zu einer abschließenden Präsentation im Landeshaus des Landschaftsverbands Rheinland in Köln. Das Ausstellungsprojekt ist Teil der Reihe „GrenzWertig“ des M:AI zur Architekturkommunikation. Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen hat außerdem eine neue App "Sight Running NRW" vorgestellt, die attraktive Laufstrecken mit akustischen Informationen zur Baukultur verbindet. www.sight-running-nrw.de



Seit 2010 lobt die Initiative ars liturgica  künstlerische Gestaltungswettbewerbe für sakrale Objekte aus: Auf diese Weise konnten bisher ein Evangelistar, ein Fastentuch und ein Vortragekreuz realisiert werden. In diesem Jahr wird eine zeitgenössische Gestaltungslösung für eine Weihnachtskrippe gesucht, die für die Propsteikirche St. Augustinus in Gelsenkirchen erstellt werden soll. Die Pfarrei hat den Ankauf des Objektes und dessen regelmäßige Nutzung und Aufstellung zugesagt. Zur Teilnahme eingeladen sind ArchitektInnen und KünstlerInnen freier und angewandter Bereiche aus dem In- und Ausland, eine Teamarbeit ist bei Entwurf und Ausführung möglich. Einsendeschluss ist der 4. September 2019. Ausgelobt werden ein 1. Preis in Höhe von 5.000 Euro, ein 2. Preis in Höhe von 3.000 Euro und ein 3. Preis in Höhe von 1.000 Euro. Rückfragen-Kolloquium am 14. Juni 2019 in der Propsteikirche St. Augustinus, Bahnhofstr. 4, 45879 Gelsenkirchen. www.arsliturgica.liturgie.de

Das einzig erhaltene, monumentale Wandbild "Krieg und Frieden" von Otto Dix im Ratssaal des Singener Rathauses ist während der baden-württembergischen Pfingst- sowie deutschlandweiten Sommerferien nun auch an Samstagen und Sonntagen für Publikum geöffnet und kann an den Wochenenden vom 8. Juni bis 8. September jeweils von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Seit Sommer 2014 werden im von den Architekten Lederer Ragnarsdottír Oei neu gebauten kirchlichen Bildungshaus Hospitalhof Stuttgart die Kunstausstellungen von Gastkuratorinnen und Gastkuratoren konzipiert und betreut. Die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler erfolgt in Absprache mit einem Fachbeirat, in dem die Kunstakademie, das Kunstmuseum sowie weitere erfahrene Kuratoren vertreten sind. Die Konzeption sieht drei Ausstellungen im Jahr vor: eine Einzelposition im Frühjahr, eine Ausstellung im Sommer, die von jungen Kuratorinnen und Kuratoren verantwortet wird. Diese kommen aus den Reihen der Volontärinnen und Volontäre der Staatsgalerie Stuttgart und eine Gruppenausstellung im Herbst.

Die Karlsruher Autorin und Illustratorin Nora Krug hat den mit 5.000 Euro dotierten Evangelischen Buchpreis 2019 erhalten. Sie wurde für ihr 2018 erschienenes Buch "Heimat - Ein deutsches Familienalbum" ausgezeichnet, in dem sie den Verstrickungen ihrer Familie im nationalsozialistischen Deutschland nachspürt. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sagte, "wir zeichnen nicht Werke aus, die besonders religiös sind, sondern die wichtige Werte und ethische Grundsätze vermitteln". Krug ist Professorin für Illustration an der Parsons School of Design in New York. Das knapp 300-seitige Buch ist wie ein Familienalbum handschriftlich gestaltet und mit zahlreichen Familienfotos und Zeichnungen der Autorin ausgestattet. Erstmalig hat das Evangelische Literaturportal solch eine "Graphic Memoire" ausgezeichnet. Der Buchpreis wird seit 1979 verliehen. Der Ort der Preisverleihung wechselt jährlich zwischen den evangelischen Landeskirchen. In Hannover gastierte der Buchpreis zuletzt 2007. Im kommenden Jahr findet die Verleihung in Bonn statt.

Die Internetplattform „Religiana“ wurde 2014 von  der Organisation „Future for Religious Heritage“ ins Leben gerufen. Sie strebt eine europaweite Bestandsaufnahme von Kirchengebäuden an, um z.B. Konzepte zur Bewahrung des baulichen religiösen Erbes weiterzuvermitteln. Die Plattform soll die Öffentlichkeit mit kulturgeschichtlichen und praktischen Hinweisen  zu Kirchen versorgen.www.religiana.com

Eine Kirchenbaubesonderheit der Moderne des Architekten Prof. Peter Hölzinger steht in Frage. Das den sanften Hügelschwüngen der Wetterau nachempfundene, organisch wirkende Gemeindehausensemble in Friedberg /Taunus weist große Bauschäden auf. Die letzte kostspielige Sanierung fand 2008 statt. Erneut sind Reparaturmaßnahmen nötig. Nun erwägt die Gemeinde den Abriss. Da das Gebäudeensemble unter Denkmalschutz steht, werden Gespräche zwischen der EKHN und dem Denkmalamt geführt. Es wäre zu hoffen, dass unverhoffte Gelder oder ein Nachnutzer den Abriss aufhalten können. 2012 bis 2013 zeigte das Deutsche Architekturmuseum unter dem Titel „Psychodynamische Raumstrukturen“ eine Einzelausstellung zu Johannes Peter Hölzinger.

Die Draiflessen Collection in Mettingen zeigt über einen Zeitraum von einem Jahr drei aufeinanderfolgende Kunstausstellungen, die mit dem mit Blick auf Moderne und Gegenwart einzelne Facetten dessen beleuchten, was die Begriffe Glaube, Liebe und Hoffnung in dieser Zeit bedeuten und hinterfragen zugleich, welche Aktualität sie heute besitzen. Die erste Ausstellung widmet sich dem Begriff Glaube, Dauer: 19. Mai 2019 – 18. August 2019



Wer bauen will, muss eine Baugenehmigung beantragen und dafür Gebühren zahlen. Das ist heute fast überall in der Welt so, nur nicht in Barcelona. Jedenfalls hat die Bürgermeisterin der katalanischen Metropole, Ada Colau, herausgefunden, dass die katholische Kirche bis heute nie eine Baugenehmigung für die Basilika „Sagrada Familia“ besaß. Baubeginn war 1882, doch bis heute ist die Kathedrale unvollendet, denn die Pläne wurden nachträglich vergrößert – Gaudi selbst arbeitete 43 Jahre lang bis zu seinem Tod an dem Projekt. Im spanischen Bürgerkrieg 1936-39 wurde der Bau schwer beschädigt. Jetzt soll das  Wahrzeichen der Stadt bis 2026 endlich fertiggestellt sein, zum einhundertsten Todestag des Architekten Gaudi. Dafür muss die Baugesellschaft jetzt allerdings 4,6 Mill. Euro für die Baugenehmigung und weitere 36 Mill. Euro an Ausgleichszahlungen für die von den Bauarbeiten beeinträchtigen Nachbarn aufbringen, setzte die linke Stadtverwaltung durch. Die zuständige Stadtplanerin Janet Sanz erklärte gegenüber der Presse, die katholische Kirche genieße nun „keinerlei Privilegien“ mehr und müsse nun für die Baugenehmigung „wie alle“ zahlen.

Der Galerist Larry Gagosian führte in seiner Pariser Dependance eine Benefiz-Ausstellung „An Exhibition for Notre Dame“ durch. Der Erlös aus den Verkäufen kommt dem Wiederaufbau der bei einem Brand stark beschädigten Pariser Kathedrale zugute. Angeboten wurden Werke u.a. von Balthus, Theaster Gates, Georg Baselitz, Frank Gehry, Katharina Grosse, Andreas Gursky, Takashi Murakami, Giuseppe Penone, Ed Ruscha, Richard Serra, Cindy Sherman, Patti Smith und Rachel Whiteread.

Der PACT Zollverein bietet Residenzprogramme in Essen in den Bereichen Tanz, Performance, Medienkunst, Videokunst oder Klangkunst. Der Aufenthalt dauert max. drei Wochen; nach Absprache sind Erstattung der Reisekosten und ein wöchentliches Stipendiengeld pro Teilnehmer möglich. Deadline: 8. Juli 2019. Kontakt: PACT Zollverein, Juliane Beck, Bullmannaue 20a, D-45327 Essen, Tel.: +49 201 289 47 12, E-Mail: residenz(at)pact-zollverein.de. Weitere Infos: www.pact-zollverein.de

Das Museum Tinguely Basel und das Centre Pompidou Metz präsentieren gleichzeitig Ausstellungen der Künstlerin Rebecca Horn: «Körperphantasien» in Basel vom 5. Juni - 22. September 2019 und «Theater der Metamorphosen» in Metz vom 8. Juni 2019 - 13. Januar 2020. In der Präsentation «Körperphantasien» in Basel, die frühe performative Arbeiten und spätere kinetische Skulpturen kombiniert, stehen die Transformationsprozesse von Körper und Maschine im Mittelpunkt. Die Schau «Theater der Metamorphosen» in Metz erkundet das  Thema der Verwandlung unter animistischen, surrealistischen und mechanistischen Gesichtspunkten und hebt insbesondere die Rolle des Films als Bühne ihrer Skulpturen hervor. In ihrem OEuvre hat Rebecca Horn einen eigenen symbolischen Kosmos geschaffen. Die Künstlerin choreografiert in ihren Arbeiten Bewegungen von Menschen und Maschinen. www.tinguely.ch

Barbara Kruger erhält den Goslarer Kaiserring des Jahres 2019. Die in Los Angeles und New York lebende Konzeptkünstlerin ist bekannt für ihre unverwechselbare Bildsprache mit provokanten Aussagen zu Macht, Konsum, Sexualität und Ideologie. (Abb. Barbara Kruger, Untitled (You are a very special person), 1995, Collage, 13,6 x 19,1 cm, Courtesy Barbara Kruger & Sprüth Magers). Das seit 1984 vom Verein zur Förderung Moderner Kunst verliehene und seit 2014 von der AKB Stiftung in Einbeck geförderte Goslarer Kaiserringstipendium für junge Kunst geht  an den Künstler Andreas Greiner, geb. 1979, lebt und arbeitet in Berlin. ( Abb. Monument für die 308, Installationsansicht Berlinische Galerie 2016,, 3D Druck von Knochen eines totgefundenen Masthuhnes nach DVTI Scan, © Andreas Greiner, courtesy DITTRICH & SCHLECHTRIEM, Berlin, Foto: Theo Blitzer)



Im Südosten Weimars sind die radikalen Wohnideen der Bauhäusler erlebbar. Hier steht das Haus Am Horn, erste und einzige Bauhaus-Architektur in Weimar. Das Haus Am Horn zeigt gemeinsam mit dem Bauhaus-Museum Weimar und dem Neuen Museum fortan einen thematischen Überblick über die Entwicklung des frühen Bauhauses. Der Entwurf des Musterhauses stammt von Georg Muche, die Einrichtung gestalteten Marcel Breuer, Theodor Bogler, Alma Siedhoff-Buscher und andere in den Bauhaus-Werkstätten. Seit 1996 zählt das Haus zum UNESCO-Welterbe. Zum Bauhausjubiläum vermittelt eine neue Ausstellung einen Eindruck von seinem ursprünglichen Zustand und veranschaulicht zusammen mit der App Bauhaus+ die revolutionären Gestaltungsideen des Weimarer Bauhauses.(Abb.  Most Curious - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6495735)

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