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Mini-Solar-News

Aktuelle Informationen und Hintergründe zu
Mini-Solar-Kraftwerken


KW 51 2020
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In dieser Ausgabe:
 

Das Ende der Guerilla-Photovoltaik


Am 31.01.2021 ist Schluss mit Guerilla. Zumindest, wenn es nach der Bundesnetzagentur geht. Bis zu diesem Zeitpunkt ist jeder Betreiber eines Balkonkraftwerks, ebenso wie die Betreiber aller anderen Geräte und Anlagen, die erneuerbare Energie erzeugen und mit dem Stromnetz verbunden sind, verpflichtet, sich und seine Technik im Marktstammdatenregister anzumelden. 

Das Marktstammdatenregister wurde ab 2014 gesetzlich beschlossen und ist bereits seit 2019 in Betrieb. Es ersetzt sämtliche vorher existierenden Datenbanken der Bundesnetzagentur. Auch bereits in anderen Verzeichnissen eingetragenen Anlagen, wie etwa die mehr als eine Million Aufdach-Solaranlagen, müssen erneut eingetragen werden, da die Altdaten nicht übernommen werden.

Und die Marktstammdatenregisterverordnung (MaStRV) spaßt nicht, wenn es um die Fristen geht. Eine Nichteintragung bis zum genannten Zeitpunkt kann nach §21 MaStRV i.V.m. §95 (2) Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) mit einer Geldbuße von bis zu 50.000€ geahndet werden. Niemand kann aktuell voraussagen, ob und wenn, dann in welcher Höhe, eine entsprechende Strafe in Hinsicht auf ein Gerät mit nur maximal 600W Leistung jemals ausgesprochen werden würde, aber die Drohkulisse ist da.

Dabei belegt die Praxis, dass die Eintragung in dem neuen Register nicht ohne Tücken ist. Auch die Netzbetreiber, welche automatisch über neu registrierte Kraftwerke in ihrem Netzgebiet informiert werden, haben mitunter nur begrenztes Fachwissen im Umgang mit dem Verzeichnis. So sind etwa Fälle bekannt, in denen der Registrierung vom Netzbetreiber widersprochen wird, weil dessen Mitarbeiter das Kraftwerk in deren parallel geführtem internen Anlagenverzeichnis nicht finden. Auch werden gelegentlich unsinnige Änderungsanfragen gestellt, wie das Setzen der Modulleistung als Wechselrichterleistung oder umgekehrt oder eine nicht der Realität entsprechende Veränderung des Inbetriebnahmedatums oder anderer Angaben. Manche Netzbetreiber setzen hier nicht einmal Personal ein, sondern einen Automatismus, der die eigene Datenbank mit der im Marktstammdatenregister abgleicht und die entsprechenden Abweichungen im Register moniert. Leider kann das auch beim selben Gerät immer und immer wieder passieren, auch nachdem man die Anfragen bereits mehrfach mit guter Begründung abgelehnt hat. Besonders perfide dabei: Wenn der Nutzer nicht jedes Mal binnen 4 Wochen auf die Änderungswünsche reagiert, sie etwa ablehnt, übernimmt sie das System automatisch. Ein Vorgehen, das über die Jahre zu hunderttausenden von fehlerhaften Einträgen führen dürfte.

Zum Glück gibt es nach aktuellem Stand bereits in beinahe 170 Netzgebieten bereits eine einfache, unbürokratische und völlig kostenlose Lösung für die Anmeldung beim Netzbetreiber und beim Marktstammdatenregister:
Den MachDeinenStrom.de-Formularservice.

Wenn du also dein kleines Kraftpaket noch vor Ablauf der Frist zur regulären Anmeldung bringen möchtest, dann registriere dich einfach bei uns. Wenn dein Kraftwerk einem der kooperierenden Netzgebiete ans Netz gehen soll, dann erhältst im Normalfall binnen 24h die Zugangsdaten zum Formularservice und kannst deine Anmeldung online durchführen. Wir übernehmen dann als dein "Marktakteursvertreter" auch sämtliche weitere Kommunikation im Marktstammdatenregister. Leg also am besten gleich los!
 
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Neues EEG verabschiedet


Kaum einem wird das zähe Seilziehen um die finale Fassung der EEG Novelle für 2021 entgangen sein, das in den letzten Wochen in den Parlamenten und Ausschüssen stattfand. Auch wir berichteten bereits über den zugrunde liegenden Gesetzesentwurf sowie über dessen möglichen Einfluss auf das Balkonkraftwerk. Als einen der letzten Akte vor der Weihnachtspause hat der Bundestag am Donnerstag nun das Ergebnis mit den Stimmen der Regierungskoalition verabschiedet. Sämtliche Oppositionsparteien enthielten sich oder stimmten dagegen. Das dürfte neben inhaltlichen Gründen auch daran gelegen haben, dass der 300 Seiten starke finale Entwurf, den Oppositionsparteien erst etwa eine Stunde vor seiner Verabschiedung im Wirtschaftsausschuss vorgelegt wurde. Ein klares Zeichen der GroKo, dass eine weitere inhaltliche Auseinandersetzung ohnehin nicht gewünscht war.
Das erwartbare Fazit daher: Der große Wurf ist es nicht geworden, eher das Gegenteil.

Dabei waren die Erwartungen an das Gesetz groß. Eine starke Erhöhung der Ausbauziele für erneuerbare Energien, eine den EU-Vorgaben angemessene Vereinfachung des Eigenverbrauchs und eine nachhaltige Marktintegration ausgeförderter EEG-Anlagen, welche deren Rückbau verhindert. Wenig davon hat es in die finale Fassung geschafft. Die auch als "Sonnensteuer" bekannte EEG-Umlage auf Eigenverbrauch etwa wurde nicht etwa endlich gekippt, wie es Artikel 21 (2) a) ii) der REDII-Richtlinie der EU eigentlich vorschreibt. Stattdessen wurden lediglich PV-Anlagen bis 30 kW (statt wie bisher 10 kW) davon ausgenommen. Entgegen des ursprünglichen Entwurfs bleiben zudem PV-Anlagen bis 7 kW Leistung weiter vom Zwangseinbau intelligenter Messsysteme ausgenommen. Ob man aber eine abgewendete Verschlechterung wirklich als Sieg feiern sollte, bleibt fraglich.

Gleiches gilt beim Vergütungswegfall bei negativen Strombörsenpreisen. War dieser bisher bei 6 Stunden mit negativen Preisen eingetreten, so sah der erste Gesetzesentwurf eine radikale Kürzung auf nur 15 Min. vor. Dies wurde am Ende dann auf 4 Stunden hochgezogen. Eine Verschlechterung der Förderbedingungen also, die nun als Erfolg verkauft werden soll. Immerhin: Beim Thema Mieterstrom gibt es Lichtblicke. Der Mieterstromzuschlag soll nun auch bei gemeinschaftlicher Versorgung innerhalb eines "Quartiers" gezahlt werden. Eine genaue Definition dieses Begriffs bleibt das Gesetz allerdings schuldig. Weitere Konflikte sind hier vorprogrammiert. Ausgeförderte PV-Dachanlagen sollen übrigens, wie die DGS schreibt, zunächst automatisch eine Anschlussvergütung von 3-4 ct/kWh abzüglich 0,4 ct/kWh Vermarktungsgebühr erhalten und können dann in Ruhe auswählen, ob sie eine der weiteren Vermarktungsmodelle wählen möchten, oder ob sie ihre Anlage auf Eigenverbrauch optimieren.

Einige wichtige Entscheidungen, wie etwa die Festlegung des Ausbaupfades für die Erneuerbaren und gar eine Abschaffung der EEG-Vergütung zugunsten eines "haushaltsneutralen Finanzierungsmodells" hingegen wurden auf 2021 verschoben und dürften damit zum Teil auch Wahlkampfthema bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr werden. Auf einen besonders perfiden Teil konnte man sich allerdings schon einigen: Großkonzerne bekommen eine milliardenschwere Amnestie. Die Möglichkeit, ihre zum Teil durch halblegale Ausnutzung eines Schlupflochs bei der "Eigenversorgung" mit gepachteten Teilen konventioneller Kraftwerke hinterzogene EEG-Umlage zurück zu verlangen, wird nun aus dem Gesetz gestrichen. Laut einer Analyse von klimareporter.de geht es dabei um 4,5 Milliarden Euro jährlich. Die Kosten trägt der Verbraucher. Das sind umgerechnet über einhundert Euro, welche jeder deutsche Haushalt an Daimler, Bayer, Evonik und andere weitergibt, um deren Stromrechnung niedrig zu halten. Ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Und die Balkonkraftwerke? Im oben verlinkten Artikel zum möglichen Einfluss des EEG und der diesem zugrunde liegenden Rechtsgutachten der Verbraucherzentrale NRW wird deutlich, dass ein möglicher florierender Markt für 2nd-Life Solarmodule aus ausgeförderten Dachanlagen als Stecker-Kraftwerke durch die in der Novelle enthaltenen Regelungen zur Smart-Meter-Pflicht verbaut werden. Darauf wies auch der Bundesverband Klimaschutz (BVKS) in einer Stellungnahme zum damaligen Entwurfsstand hin und wir erläutern das Problem auch in diesem Interview noch etwas genauer. Leider hat sich auch in der finalen Fassung des Gesetzes nach unseren Informationen nichts daran verändert. Auch wenn das mehr als schade ist, so bleibt doch der Trost, dass die aktuell gängigen Balkonkraftwerke mit modernen Modulen davon nicht betroffen sind. Diese bleiben auch weiterhin von der Smart-Meter-Pflicht befreit. Im Gesamtkontext bleibt das allerdings ein schwacher Trost.
 

Video zu kooperierenden Netzgebieten 2020

 
Wie schon im letzten Jahr, haben wir auch 2020 intensiv daran gearbeitet, weitere Netzbetreiber davon zu überzeugen, die Anmeldung von Balkonkraftwerken zu vereinfachen und im besten Fall auch die Anmeldung über unseren nutzerfreundlichen Formularservice anzuerkennen. Dank unseren überzeugungsstarken - und wenn erforderlich auch hartnäckigen - Mitarbeitern, konnten wir dabei in diesem Jahr beinahe doppelt so viele Netzgebiete für eine Kooperation hinzugewinnen als im Jahr zuvor. 

Um euch diesen Erfolg zu veranschaulichen, haben wir auch diesmal wieder ein kleines Video veröffentlicht, in dem die Entwicklung seit 2019 anschaulich dargestellt wird. Viel Spaß beim Ansehen!
 
ZUM VIDEO

Balkonsolar-Großprojekt in Ulm


Während sich andernorts Netzbetreiber nicht sicher sind, ob ein 600W-Kraftwerk nicht doch ihr Stromnetz in die Knie zwingt, werden in Ulm Fakten geschaffen. Aktuell entsteht dort, noch unbemerkt von den lokalen Medien, eine Sensation für den MiniPV-Markt: Eine Balkonsolar-Siedlung.

Der Verantwortliche für diesen Meilenstein ist der umtriebige Tüftler Manfred Lehner aus dem nicht weit entfernten Westerstetten. Das Projekt sieht die Ausstattung mehrerer Wohnblöcke mit dutzenden von Balkonkraftwerken vor. Lehner hat bereits einige davon verbaut und wird im Frühjahr die übrigen folgen lassen. Insgesamt sollen drei Blöcke vollständig mit jeweils zwei Modulen pro Balkon ausgerüstet werden. Das entspräche einer möglichen Gesamtleistung von über 40 kWp. 

Dieses Vorzeigeprojekt werden wir auch im nächsten Jahr weiter verfolgen und halten dich über die Entwicklungen auf dem Laufenden. Dann gibt es auch Details zu Technik und Hintergründen. Auch ein Interview mit dem Initiator ist geplant. Eines steht allerdings schon fest: In der Werkstatt von Manfred Lehner laufen die Maschinen auch in der Zwischenzeit unermüdlich weiter für eine balkonsolare Zukunft!
 

Frohes Fest!


Lieber Leser,

ein in vielerlei Hinsicht einschneidendes Jahr nähert sich seinem Ende. 

2020 war für viele von uns eine Herausforderung und manchmal auch eine Zumutung. Persönliche und geschäftliche Einschränkungen und Verluste, aber auch neue Impulse in Hinblick auf unsere Lebens- und Arbeitsgewohnheiten, auf die Digitalisierung und das immer drängender hervortretende Thema des Klimawandels haben ihre Spuren bei uns persönlich und auch im Balkonsolar-Markt hinterlassen. Aber wie steht die "Energiewende von unten" insgesamt da, am Ende dieses besonderen Jahres?

Wir stellen fest: Die harte Arbeit hat sich gelohnt!

Mehr Verbraucher als je zuvor haben sich in diesem Jahr für eine aktive Teilnahme an der dezentralen Energiewende entschieden. Mehr Netzbetreiber als je zuvor haben sich zum Abbau bürokratischer Hürden für Balkonkraftwerke entschieden. Mehr Medien haben dem Thema der Eigenerzeugung erneuerbarer Energien mit kleinen Solarkraftwerken eine größere Reichweite als je zuvor verschafft. Mehr Förderprogramme für dezentrale Energieerzeugung mit Photovoltaik, mehr politische Präsenz der Kleinkraftwerke, mehr engagierte Nutzer und Interessenten und auch mehr Anbieter und Angebote als je zuvor, all dies zeigt, dass sich die Prognosen der letzten Jahre erfüllen:

Der Durchbruch für das Balkonkraftwerk ist da!

Und das verdanken wir auch DIR, dem bewussten Verbraucher, dem mutigen Macher, dem cleveren Bastler, der sich nicht den Zweifeln hingibt, sondern entscheidet und damit zum Beispiel für andere wird.

Zum Abschluss dieses Jahres möchten wir uns daher auch einmal ganz persönlich in aller Herzlichkeit bei dir bedanken: Für dein Interesse, deine aktive Teilnahme, deine Unterstützung. Wir freuen uns alle darauf, im nächsten Jahr gemeinsam mit dir die spannenden Entwicklungen auf dem Weg zum Balkonsolarland Deutschland zu beobachten und mit zu gestalten.

Für die kommenden Feiertage wünschen wir dir viel Erholung, Freude und vor allem besinnliche Tage mit deinen Lieben.

Bleib gesund!

Dein Team von MachDeinenStrom.de

PS: Natürlich empfehlen wir das Balkonkraftwerk auch als Weihnachtsgeschenk, denn wie in dieser Woche der Lokalkompass Dinslaken weiß: "Wer dies auf dem Gabentisch findet, bekommt damit praktisch für rund 20 Jahre ein Abo auf jeweils rund 200 Kilowattstunden kostenlosen, sauberen Strom."
Wenn du also noch nach einem Anbieter in der Nähe suchst, um jemandem eine solare Freude zu machen, dann schau gerne in unser Anbieterverzeichnis. Dort ist sicher auch ein Anbieter in deiner Nähe dabei!
 
ZUM ANBIETERVERZEICHNIS

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