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Mini-Solar-News

Aktuelle Informationen und Hintergründe zu
Mini-Solar-Kraftwerken


KW 07 2020
 
In dieser Ausgabe:

Warum Netzbetreiber zaudern


In dieser Woche haben wir unsere Bemühungen zur Vereinfachung der Anmeldeverfahren in vier relevanten Netzgebieten verschärft. Mit den beiden größten Netzbetreiber Hessens, der Syna und dem Energienetz Mitte sowie mit NetzeBW und Stuttgart Netze, von welchen erstere den Großteil des Stromnetzes in Baden-Württemberg und letztere das der Landeshauptstadt verwalten, stehen wir z.T. schon seit vielen Monaten in Kontakt. Wir konnten auch in allen vier Gebieten Überlegungen anstoßen und sogar teilweise direkt auf den Entscheidungsprozess einwirken, um den Umgang mit der Stecker-Photovoltaik nutzerfreundlicher zu machen. Allerdings sind wir dabei auch wiederholt an Grenzen gestoßen und möchten dich heute einmal an einigen der bei diesen Prozessen vorgebrachten Argumenten teilhaben lassen, um dich besser auf evtl. Auseinandersetzungen mit deinem eigenen Netzbetreiber vorzubereiten und evtl. auch mit einigen Vorurteilen aufzuräumen.

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass Verteilnetzbetreiber häufig Tochterunternehmen von Energieversorgungsunternehmen sind. Die Schlussfolgerung, dass letztere über die Netzbetreiber versuchen, Wettbewerb bei der Stromerzeugung durch Plug-In Kraftwerke zu unterdrücken, drängt sich also scheinbar auf. Dabei wird aber nicht beachtet, dass der Netzbetrieb und die Energieversorgung in Deutschland starken Entflechtungsgrundsätzen entsprechen müssen. So heißt es insbesondere in Bezug auf das Verhältnis von Energieversorgern zu vertikal integrierten Verteilnetzbetreibern:
"Weisungen zum laufenden Netzbetrieb sind nicht erlaubt." (§7a Abs.3 EnWG).
Das Gesetz hält auch eine ganze Reihe an möglichen Konsequenzen bei Zuwiderhandlungen parat. Dass eine tatsächliche Einflussnahme, gerade wenn sie etwa in informellem Rahmen oder undokumentiert erfolgt, jemals zu solchen Konsequenzen führt, darf zwar angezweifelt werden, dennoch berufen sich die Netzbetreiber sehr häufig und glaubhaft auf ihre Unabhängigkeit.
Tatsächlich gibt für den Netzbetreiber selbst keine relevanten wirtschaftlichen Gründe gegen das Balkonkraftwerk. Der dort erzeugte Strom genügt nämlich bekanntermaßen nicht, um sich autark zu versorgen und vom Stromnetz abzukoppeln. Daher wird jeder Nutzer eines Stecker-Kraftwerks auch weiterhin seine Netzentgelte entrichten und darüber finanziert er auch weiterhin in gleicher Höhe den Netzbetrieb. Daher sind es auch immer andere Argumente, die von den Netzbetreibern vorgebracht werden, um ihr Zaudern bei der vollständigen Öffnung für die Technologie zu begründen. Die folgenden Fälle beleuchten einige davon und geben dir zugleich einen Einblick in unsere tagtäglichen Bemühungen, dem Balkonkraftwerk endgültig die Bahn zu ebnen.

Fall 1: Syna GmbH

Dass es die Syna mit dem Balkonkraftwerk bislang nicht gut meint, ist uns nicht nur in den vielen Kontakten, die wie in den letzten 14 Monaten mit dem Netzbetreiber selbst hatten, aufgefallen. Auch in einschlägigen Foren wird dieser Umstand immer wieder betont. Dabei ist der Mutterkonzern des Netzbetreibers, der Energieversorger Süwag Energie AG, der Thematik gegenüber wesentlich aufgeschlossener und bietet sogar selbst schon Kleinkraftwerke zum Kauf an. Wir hatten uns daher schon seit Ende 2018 immer wieder an verantwortliche Stellen im Unternehmen gewandt, bislang ohne Erfolg. Im letzten Sommer versprach uns die Süwag auf Twitter auch, selbst noch einmal mit der Syna zu sprechen. Danach folgten 6 Monate Funkstille bis wir die fehlende Antwort thematisierten. In ihrer Reaktion verriet die Süwag, dass die Syna nun doch an einem eigenen vereinfachten Anmeldeverfahren arbeitet, welches im März veröffentlicht werden soll. In einem folgenden Mailwechsel begründete die Syna die lange Wartezeit (die ersten Netzbetreiber haben ihr Formular schon 2017 veröffentlicht) mit "rechtlichen und prozessualen Fragen", ohne ins Detail zu gehen. Sicher scheint aber, dass Syna wohl auch nach Vereinfachung der Anmeldung noch eine signifikante Hürde aufrecht erhalten wird: Die Kosten für den obligatorischen Zählertausch sollen dem Anlagennutzer in Rechnung gestellt werden. Begründet wurde dies uns gegenüber damit, dass es "nicht diskriminierungsfrei gegenüber anderen Netznutzern" wäre, beim Betreiber eines Kleinkraftwerks darauf zu verzichten. 

Dies ist allerdings Unsinn, denn nach §33 des Messstellenbetriebsgesetzes darf seit dem 31.01.2020 für einen Zählertausch nur ein "angemessenes Engelt" berechnet werden, und dieses "darf keine Kosten enthalten, die beim grundzuständigen Messstellenbetreiber [also im Normalfall dem Netzbetreiber, a.d.A.] in Erfüllung der Pflichten nach den §§ 29 bis 32 [also beim ab sofort ohnehin verpflichtend durchzuführenden Austausch aller alten Stromzähler, a.d.A.] ohnehin anfallen würden." Und hierzu gehören natürlich auch Kosten für den Zählerwechsel.

Nachdem wir diesen Einwand per E-Mail vorbrachten, änderte sich die Argumentation plötzlich. Nun heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme "Da wir uns außerhalb des gewöhnlichen Turnus befinden, sind die Aufwendungen für den Zählertausch jedoch ungleich höher (zusätzliche Anfahrt, Zählertausch eines eigentlich noch funktionstüchtigen Zählers usw.)." Die Tauschgebühr von knapp 100€, die dafür aufgerufen wird, dürfte mit diesen Kosten allerdings schwer zu begründen sein, wenn es zu einer Klage käme. Der alte Zähler ist nämlich mit Sicherheit in den meisten Fällen über die Betriebsgebühr auch vor Ablauf der Eichfrist oder gar des Endes seiner Funktionstüchtigkeit amortisiert und da er ohnehin veraltete Technologie beinhaltet heutzutage auch beinahe völlig wertlos. Da die Syna zudem auch ein recht dichtes Standortnetz aufweist, dürften auch die Anfahrtkosten und -Zeiten hier nicht wirklich den Ausschlag geben. 
 

So sehen das übrigens auch Netzbetreiber mit wesentlich größeren Netzgebieten wie die E.DIS Netzgesellschaft in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern oder auch das Bayernwerk, welche beide auf entsprechende Gebühren verzichten. Bei der Syna hingegen scheint die zuvor noch für wichtig erachtete "Diskriminierungsfreiheit" nun, da die Diskriminierung gegen Verbraucher gerichtet ist, die etwas für das Klima tun möchten, kein Problem mehr zu sein. Diejenigen, welche dies nicht tun, bekommen den Zähler später gratis getauscht. 

Über dieses offensichtliche Scheinargument hinaus wird jetzt zudem noch verlangt, dass ein Anmeldeformular bzw. eine begleitende Erläuterung "explizit auf mögliche Gefahren (Überspannung, Brand usw.) sowie Installation und Prüfung der Energiesteckdose und eines separaten Stromkreises durch einen Elektroinstallateur" hinweist.
Dass schon seit Herbst 2017 (VDE V-0100-551-1) kein separater Stromkreis mehr erforderlich ist und dass die Gefahren bereits durch die Pflicht zur Vorlage von VDE-Zertifikaten der Wechselrichter bei der Anmeldung (welche jeder seriöse Anbieter bei Kauf beifügt und welche auch bei uns zum Download zur Verfügung stehen) und einer bestimmungsgemäßen Verwendung völlig ausgeschlossen sind, wird noch nicht verstanden. Es bleibt zu hoffen, dass die zeitnah zu erwartende Produktnorm für das Balkonkraftwerk diese realitätsfernen Bedenken nimmt. Wir arbeiten daran.

Fall 2: EnergieNetz Mitte GmbH

Das Netzgebiet der EnergieNetz Mitte grenzt mit dem Osthessennetz und der Energie Waldeck-Frankenberg auf zwei Seiten an Netzgebiete, welche bereits die unkomplizierte Anmeldung von Stecker-Kraftwerken über den kostenlosen Online-Formularservice von MachDeinenStrom.de anerkennen. Dennoch sträubt sich das mittelhessische Unternehmen hartnäckig gegen das Balkonkraftwerk und geht sogar soweit, sich nicht an die gültigen VDE-Normen halten zu wollen. Einer unserer Nutzer ließ uns an einem Anmeldeversuch teilhaben, der gleich eine ganze Reihe vielsagender Wendungen enthielt. 

In einer Antwortmail auf dessen formlose Anmeldung unter Angabe von Geräteleistung und -art, Standort und Kontaktdaten erhielt er die Auskunft, dass eine Anmeldung nur über einen Elektriker und nur über das hauseigene Online-Anmeldeportal des Netzbetreibers möglich sei. Ein beigefügter Screenshot von einer veralteten Version eines FAQ zum Balkonkraftwerk auf den Seiten des VDE (Stand von vor November 2017) warnte von "erheblichen Gefahren für Leib und Leben". Besonders hervorzuheben ist, dass der Verfasser der Mail sogar einen Link zur (auch nicht ganz unproblematischen) aktuellen Version der FAQ mitschickte, diese dann allerdings offensichtlich nicht mit dem Inhalt seiner Nachricht abgeglichen hatte.

Der Nutzer war von diesem Vorgehen verständlicherweise stark verunsichert und wandte sich hilfesuchend an uns. Nachdem wir ihm neuen Mut und ein paar handfeste Argumente mitgeben konnten, wagte er einen erneuten Anlauf und stellte den Sachbearbeiter zur Rede. Dieser antwortete kurz darauf wieder in einer Mail, dass weiterhin auf eine Anmeldung durch den Elektriker bestanden würde. Zur Stützung dieser Haltung wurde ein Flugblatt der Initiative "Elektro+" beigelegt, einem Zusammenschluss führender Markenhersteller und Verbände der Elektrobranche, der Kampagnen für das Elektrohandwerk durchführt. Folgerichtig wird in der Broschüre behauptet "Es muss geprüft werden, dass der Stromkreis, an den das plugin-PV-Gerät angeschlossen werden soll, für den zusätzlich eingespeisten Strom ausgelegt ist." Eine Aussage, welche sich aus keiner gültigen Anschluss- oder Anmeldenorm ableiten lässt, dem Elektrohandwerk aber weitere Aufträge zuführen würde. 

Zudem behauptet das Dokument, da der Wohnungseigentümer für die Sicherheit der Elektroinstallation verantwortlich sei, müsse ein Mieter von diesem vorab eine Genehmigung einholen, was ebenfalls nicht stimmt. Tatsächlich lohnt es sich ggf. vorher mit dem Vermieter zu sprechen, wenn man eine Anbringung an der Balkonbrüstung plant, denn dieser kann die Nutzung untersagen sofern er dadurch das ästhetische Gesamtbild des Gebäudes beeinträchtigt sieht. Fragen der Sicherheit jedoch betreffen den Vermieter in keinem Fall, denn die Geräte bringen alle notwendigen Zertifikate bereits mit und die VDE-Normen regeln den Rest. Daher hat ein Vermieter hier ebenso wenig eine Handhabe für ein Verbot wie beim Betrieb eines Papiershredders, welcher demnach auch zugleich der beste Ablageort für dieses Flugblatt ist.
 

Im Text der Mail behauptete der Sachbearbeiter diesmal, dass der Betrieb eines Stecker-Kraftwerks der Zustimmung des Netzbetreibers bedürfe. Auch dies ist schlicht falsch. Es ist nach dem Wortlaut des Gesetzes eine Anmeldung vorzunehmen, deren Form der Netzbetreiber in Teilen bestimmen darf. Ein Widerspruchsrecht des Netzbetreibers bei erfolgter Anmeldung existiert nicht. Die folgende recht unverhohlene Drohung "Bei einem Netzparallelbetrieb ohne unsere Zustimmung, können wir Sie darüber hinaus, für eventuelle Schäden, vollumfänglich haftbar machen. Dazu zählen auch Personenschäden unseres Betriebspersonals." (fehlerhafte Punktierung entspricht Original) wirkt angesichts dessen eher lächerlich.

Als wir daraufhin mit dem Sachbearbeiter telefonischen Kontakt aufnahmen,  bezog sich dieser auf die ihm vorgegebenen Anweisungen. Sein Vorgesetzter, an den wir uns daraufhin wandten, war wesentlich offener und besser im Bilde. Er erklärte, dass bereits ein vereinfachtes Anmeldeverfahren bei der Geschäftsführung zur Entscheidung läge und die EnergieNetz Mitte bis dahin einfach keine andere Möglichkeit hätte, entsprechende Anfragen zu verarbeiten. Wir haben daraufhin die Geschäftsführung angeschrieben, konnten aber bis Redaktionsschluss noch keine Rückmeldung erhalten.

Fall 3: Netze BW GmbH

Nachdem wir schon seit einem knappen Jahr mit den NetzenBW im Austausch stehen, kommt seit Kurzem etwas Bewegung in die zuvor äußerst starre Abwehrhaltung des süddeutschen Platzhirsches. In Kürze soll auch dort ein vereinfachtes Anmeldeverfahren veröffentlicht werden. Auch hier ist diese frohe Botschaft aber leider noch nicht zu jedem Mitarbeiter vorgedrungen. Unser Hinweis auf diesen Umstand führte zu einer recht verschnupften Reaktion des Netzbetreibers auf Twitter und einem nachfolgenden Austausch per Mail. In letzterem berief sich ein Mitarbeiter der Presseabteilung, zur Begründung warum die Vereinfachung der Anmeldung beinahe zehn Monate nach ihrer Freigabe durch den VDE noch immer nicht erfolgt sei, auf scheinbare "Haftungsfragen bei unsachgemäßem Anschluss". Dabei ist klar, dass bei unsachgemäßem Anschluss der Nutzer haftet. Der Netzbetreiber kann lediglich einfordern, dass der Nutzer bei Anmeldung bestätigt, einen regelkonformen Anschluss vorgenommen zu haben. Überprüfen kann er dies nicht, denn seinen Mitarbeitern muss kein Zutritt zum Haushalt gewährt werden.
Die Veröffentlichung des vereinfachten Verfahrens soll nun im März erfolgen. Wir bemühen uns, die Nutzerfreundlichkeit des Verfahrens sicherzustellen und haben einen mit normativen Quellen gespickten Fragenkatalog an die Fachabteilung übermitteln lassen. Eine Reaktion steht noch aus.

Fall 4: Stuttgart Netze GmbH

Wie wir vor zwei Wochen berichteten, führte ein Artikel in der "KONTEXT" Wochenzeitung zum Balkonkraftwerk, in dem auch unser Geschäftsführer zitiert wurde, zu einem Angebot des Stuttgarter Stromnetzbetreibers an uns, sich stärker einzubringen. Wir nahmen das Angebot an und machten konkrete Vorschläge, wie eine sinnvolle Anmeldung aussehen kann und boten weitere Gespräche an.

Die Reaktion bestand in einem recht blumigen Schreiben der Geschäftsführung des Netzbetreibers. Dort wird behauptet, die bisherige Praxis wäre in Übereinstimmung mit den VDE-Richtlinien gewesen, nachdem die neue VDE-Anwendungsregel aber inzwischen den Weg für eine vereinfachte Inbetriebsetzung ermögliche, solle nun auch in Stuttgart eine Vereinfachung stattfinden, und zwar "unabhängig vom unlängst veröffentlichten Artikel in der Wochenzeitung „KONTEXT“". Die Tatsache, dass der Schritt nun zwei Wochen nach dem Artikel erfolgte und nicht schon im Mai 2019, als die neue Anwendungsregel in Kraft trat, wirft allerdings Zweifel an dieser Aussage auf. 

Immerhin soll die Einführung der Vereinfachung nun "in wenigen Wochen" erfolgen. Bei der Ausgestaltung will sich das Unternehmen dann auch an unserer "sehr hilfreichen Vorlage [...] gerne orientieren". Das weitere Gespräch wurde vorerst nicht gesucht, wir werden das Ergebnis allerdings nachhalten und prüfen, ob die Stuttgart Netze ihren eigenen Ansprüchen an dieser Stelle auch gerecht werden.


Diese Fälle sind exemplarisch für viele weitere, die wir bereits erlebt haben. Die hier auftretenden Hürden tauchen in unterschiedlichen Formen immer wieder auf. Die unbegründete Angst der Netzbetreiber vor Haftungsfragen, die Unkenntnis von Normen und Gesetzen oder gar deren bewusstes Ignorieren, die leeren Drohgebärden, welche Sachargumente ersetzen, die fehlende Kompetenz des einzelnen Sachbearbeiters, tiefer als bis zu den ihm vorgegebenen Anweisungen in das Thema einzudringen und die schlichte Tatsache, dass der Netzbetreiber sich darauf verlässt, dass kein Verbraucher wegen 30 bis 150€ Gebühr für den Zählertausch eine Klage anstrengt sondern dann lieber gänzlich auf die Nutzung eines Stecker-Kraftwerks verzichtet, all diese Punkte tragen dazu bei, dass sich das wahre Potenzial dieser Technologie wesentlich langsamer entfaltet, als es möglich wäre.
 
Ist auch dein Netzbetreiber von der langsamen Sorte? Dann registriere dich bei uns und wir sprechen mit ihm. Sobald wir eine Freigabe für eine vereinfachte Anmeldung über uns erwirken konnten, bekommst du automatisch eine Benachrichtigung und kannst loslegen!
 
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Balkonkraftwerk gewinnt Umweltpreis in Laichingen


Das Balkonkraftwerk ist nicht nur für den einzelnen Nutzer ein vorteilhaftes Gerät, das Stromkosten und CO2 einspart, es ist auch ein gutes Aushängeschild für die Klimaschutzbemühungen einer Gemeinde. Daher wundert es nicht, dass vor einigen Tagen die Baden-Württembergische Kleinstadt Laichingen im Alb-Donau Kreis als eines von mehreren Projekten die Installation eines Balkonkraftwerks mit dem erstmals ausgelobten Umweltpreis ausgezeichnet hat

Zur bunten Auswahl an Preisträgern gehören auch Projekte aus dem Bereich Fassadenbegrünung, Solarthermie, Erneuerung von Heizsystemen und eine Müllsammelaktion von Grundschülern. Das Preisgeld beläuft sich auf 50-, bis 250,- Euro, je nach Projektgestaltung. Nach Aussage der Stadtverwaltung sind die Preise "kleine Beiträge, die zugleich als Anreiz und Dankeschön zu bewerten sind." Am Ende jedes Jahres werden alle eingereichten Projekte durch eine Jury aus Mitgliedern von Gemeinderat und Stadtverwaltung bewertet und ausgezeichnet. Laichingen wählt damit einen sinnvollen Weg, nachhaltiges Verhalten, auch durch Nutzung eines Balkonkraftwerks, auch tatsächlich einmal zu würdigen. Andere Kommunen sollten sich daran ein Beispiel nehmen.
 

Messebericht "E-World Energy & Water"


In dieser Woche wurden wir eingeladen, erstmals die E-World Energy&Water in Essen zu besuchen. Nach Veranstalterangaben ist dies die Leitmesse der Energiewirtschaft mit Ausstellern aus Deutschland und der ganzen Welt. Die Gelegenheit, das Balkonkraftwerk als Thema auf diese Messe zu tragen und weitere Einblicke in die aktuellen Entwicklungen auf dem Energiemarkt zu erhalten, konnten wir uns demnach nicht nehmen lassen und nutzten den Donnerstag für einen Abstecher ins Ruhrgebiet.

Bevor wir uns aber den interessanten und zum Teil auch eher lustigen anderen Inhalten der Messe widmen konnten, begegneten wir uns zunächst einmal selbst, denn der erste Anlaufpunkt war der Gemeinschaftsstand des SINTEG-Projektverbunds, dessen süddeutscher Regionalteil C/sells seinen bereits im November veröffentlichten Leitfaden für das Balkonkraftwerk dabei hatte, in dem auch MachDeinenStrom.de erwähnt wird. 
 

Auch im Ausstellervortrag des Teilprojekts wurden das Balkonkraftwerk und der Leitfaden auf der Bühne des "Energy Transition Forums" noch einmal gesondert hervorgehoben. 

Nach diesem erfreulichen Auftakt war uns nach einem kleinen Dämpfer und so erkundigten wir uns an den Ständen der Netze BW und der Thüringer Energie AG (TEAG) nach den dort noch fehlenden Anmeldeverfahren fürs Balkonkraftwerk. Während die freundliche Mitarbeiterin der NetzeBW sich schlicht nicht auskannte und das auch zugeben konnte, behauptete der TEAG-Mitarbeiter ohne zu zögern, Stecker-Kraftwerke seien in Deutschland gar nicht zugelassen. Zugegeben, ein erwartbares Resultat.
 

Danach begann dann der lustige Teil des Messebesuchs. Zunächst trafen wir unsere alten Bekannten von Home Power Solutions (HPS) mit ihrem Picea-Heimspeicher an ihrem Stand, der durch eine Kombination von Batteriespeicher, Elektrolyse und Brennstoffzelle den Strom von der eigenen Dach-PV-Anlage das ganze Jahr über zur Selbstversorgung nutzbar macht. Danach begegnete uns mit "fresh care" von fresh energy ein Angebot zur Verbrauchsüberwachung der eigenen Mutter und schließlich stolperten wir noch in den Stand der Spaßvögel von "Bulltechnik", die allen Ernstes versuchen, ein "Perpetuum Mobile" zu vermarkten. Spätestens da drängte sich die Frage auf, ob der Veranstalter die Aussteller überhaupt prüft, bevor er sie auf seine Messe lässt.
 

Am späteren Nachmittag kamen wir dann schließlich noch ins Gespräch mit den Mitarbeitern des vielversprechenden Blockchain-Projekts Etiblogg, welches unter veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland den Stromhandel zwischen Privatpersonen, etwa auch mit den übererzeugten Strommengen aus einem Balkonkraftwerk, ermöglichen könnte. Hier ein anschauliches Video zum Projekt:
 

Die live-Posts von unserem Messebesuch, welche wir über unsere Social-Media-Kanäle veröffentlichten, führten letztlich zu einem direkten Austausch mit Netze BW und auch der Süwag Energie GmbH, welchen wir im ersten Artikel dieses Newsletters wiedergegeben haben. Insgesamt war der durchaus gemischte Messebesuch dadurch letztlich ein Erfolg. Dennoch lassen wir die Messe nun erstmal hinter uns und wenden unsere Aufmerksamkeit "Zurück in die Zukunft".
 

Terminankündigung


Am 27. Februar sind wir gemeinsam mit unseren Partnern von der Interessensgemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg (IGEMBB) auf einer Veranstaltung im brandenburgischen Kleinmachnow im Südwesten von Berlin und stellen dort das Balkonkraftwerk vor. 

Die Veranstaltung gehört zur Veranstaltungsreihe der Lokalen Agenda 21 der Gemeinde und trägt den Titel "Photovoltaik - Strom aus der Sonne". Sie beginnt um 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Kleinmachnow und dauert zwei Stunden. Der Eintritt ist frei.

Wir freuen uns auf euch!
 

In eigener Sache


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