Copy

Mini-Solar-News

Aktuelle Informationen und Hintergründe zu
Mini-Solar-Kraftwerken


KW 39 2020
zur Web-Version
 
In dieser Ausgabe:

Italien ermöglicht Stecker-PV bis 800W


Viele europäische Länder haben in den letzten Jahren die Regeln für den Anschluss von Erzeugungsanlagen zugunsten der Stecker-Photovoltaik abgeändert. Die Niederlande, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Österreich, Portugal und Spanien etwa haben hier bereits Anpassungen vorgenommen. Auch in Italien wurde schon im April 2019 mit der Neufassung der Norm CEI 0-21 eine Entsprechende Änderung bewirkt. Die dortigen Vereinfachungen gelten allerdings nur für Kraftwerke mit maximal 350W (Leistung von Wechselrichter oder Modul, je nachdem, welcher Wert geringer ist). In der Norm ist auch bereits beschrieben, welche Angaben bei der vereinfachten Anmeldung zu machen sind. In der deutschen Vergleichsnorm AR-N-4105 wurde dies durch die Normungsgruppe im VDE trotz mehrfachem Wunsch nicht getan, was zum heutigen Flickenteppich an Anmeldeformularen und z.T. rechtswidrigen Anforderungen der Netzbetreiber führte.

In diesem Sommer hat sich die italienische Regulationsbehörde für den Energiesektor ARERA mit Beschluss 315/2020/R/EEL nun stärker am EU-Netzkodex orientiert, welcher Einheiten mit weniger als 800W als "nicht signifikant" einstuft. Für diese Einheiten legte die ARERA nun eine "Hyper-Vereinfachung" bei der Anmeldung fest. Hierzu müssen lediglich eine Verzichtserklärung auf Einspeisevergütung und einige weitere Dokumente wie etwa Konformitätsbescheinigungen vorgelegt werden. Da in Italien bereits großflächig moderne Stromzähler vorliegen, muss der Netzbetreiber auch meist nur die Zweirichtungsmessung "umprogrammieren" statt sie - wie hierzulande noch üblich - zu ersetzen. Auch in diesem aktuellen Beschluss ist ein vollständiges Muster für ein Anmeldeformular enthalten.

Damit legt Italien Maßstäbe vor, die hierzulande hoffentlich zeitnah Schule machen. Unsere entsprechende Anfrage beim in Deutschland für die Normung zuständigen VDE, ob ein Anmeldeformular per Addendum an die Niederspannungsrichtlinie angefügt werden könnte, blieb trotz mehrfachen Nachfassen bislang unbeantwortet. Zwischenzeitlich ist unser kostenloser Formularservice das einzige Anmeldeverfahren, welches über die Grenzen von einzelnen Netzgebieten und Bundesländern hinaus anerkannt wird. Wir hoffen, damit die Unterlassung des damaligen VDE-Gremiums in naher Zukunft auszugleichen und so endlich auch in Deutschland ein einheitliches vereinfachtes Anmeldeverfahren zu etablieren, das diesen Namen auch verdient.

Wenn du uns bei dieser Arbeit finanziell unterstützen möchtest, dann hast du hier die Gelegenheit dazu:

JETZT UNTERSTÜTZEN

EEG-Novelle: "Photovoltaik-Sozialismus"


Bereits vor drei Wochen hatten wir vom durchgesickerten Referentenentwurf des Wirtschaftsministeriums unter Peter Altmaier für eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes berichtet. In dieser Woche nun hat das Bundeskabinett den finalen Gesetzesentwurf beschlossen und auf den Weg ins Parlament geschickt. 

Die Abweichungen zum Referentenentwurf dürften marginal ausgefallen sein, jedenfalls werden von den vielen Kritikern des Gesetzesentwurfs im Großteil die selben Schwächen hervorgehoben, welche selbigem bereits anhafteten. In einem umfangreichen Artikel ließ das PV-Magazine einige Kritiker bereits detailliert zu Wort kommen.

Die Reaktionen reichen vom Vorwurf der Trickserei beim angenommenen Strombedarf (der laut Entwurf trotz Elektromobilität sinken soll) durch Grünen-Politikerin Julia Verlinden bis zur heftigen Anwürfen wie "Albtraum" und "Photovoltaik-Sozialismus" durch Fenecon-Geschäftsführer Franz-Josef Feilmeier. Angesichts der drohenden Unwirtschaftlichkeit von zehntausenden Aufdach-PV-Anlagen bei gleichzeitig wachsender Förderung von Konzernstrom und weiterer Aufrechterhaltung der "Sonnensteuer" auf selbst verbrauchten Strom aus der eigenen PV-Anlage, wie sie der Entwurf nahelegt, ist eine positivere Haltung zum Entwurf leider kaum möglich. Es bleibt zu hoffen, dass der parlamentarische Prozess hier noch zu Nachbesserungen führt. Wir beobachten die Entwicklung jedenfalls und berichten dir auch weiterhin darüber.
 

Next Kraftwerke und Sonnen machen Regelenergie erneuerbar


Die Sonne scheint, der Wind bläst und der Stromverbrauch im Netzgebiet ist dennoch gering? Das heißt: zu viel Strom im Netz, der irgendwo hin muss. Nun braucht es "negative Regelenergie". Diese kann entweder die Abregelung von Kraftwerken oder die Zuschaltung von starken Verbraucher wie etwa Pumpspeicherkraftwerke liefern. Auch Heimspeicher wie die Tesla Powerwall oder die sonnenBatterie können natürlich Energie aufnehmen, allerdings nicht genug, um für einen kritischen Stromüberschuss im Netz relevant zu sein. Zumindest nicht alleine. Im Verbund und intelligent angesteuert jedoch, kann ein "virtuelles Speicherkraftwerk" nicht nur relevante Energiemengen schlucken sondern bei Unterversorgung im Netz auch wieder einspeisen und so das Netz stabilisieren. Genau dieses Konzept verfolgt das multinational agierende Unternehmen Next Kraftwerke mit Sitz in Köln. 

Next Kraftwerke liefert seit 2012 Regelenergie und handelte im letzten Jahr bereits 15,1 TW an Strom. Dabei verwaltet das Unternehmen Stromerzeuger wie Biogas-, Wind- und Solaranlagen, gewerbliche und industrielle Stromverbraucher sowie Stromspeicher in einem smarten Steuersystem. Insgesamt fast zehntausend Anlagen sind so miteinander virtuell gekoppelt. Damit handelt es sich um eines der größten virtuellen Kraftwerke Europas. Und seit dieser Woche hat es das Potenzial, nochmal ein ganzes Stück zu wachsen.

Wie Sandra Enkhardt vom PV-Magazine berichtet, arbeitet Next Kraftwerke ab jetzt mit dem Aggregator für Haushalte mit Aufdach-Solaranlagen und Hersteller von Heimspeichern Sonnen zusammen. Letzterer hat in Deutschland bereits mehrere zehntausend seiner smarten Speicher verkauft und bündelt viele von ihnen in einem eigenen Regelenergie-Kraftwerk. Gemeinsam soll nun zunächst eine Testphase erfolgen, die dann in eine langfristige Zusammenarbeit auf dem Regelenergiemarkt führen kann. Durch diese gestärkte Marktposition können die Unternehmen den partizipierenden Speicherbesitzern womöglich auch bessere Erträge für die bereitgestellte Speicherkapazität anbieten. So stützen am Ende die Bürger ihr Netz selbst und verdienen auch noch dabei. Ein zukunftsträchtiger Schritt also.
 

Tesla als Energieversorger?


Die Elektroautos von Tesla kennt heute jeder. Auch der Heimspeicher "Tesla Powerwall" oder die solaren Dachziegel "Tesla Solar Roof" sind nicht unbedingt unbekannt. Von Tesla als Energieversorger haben allerdings bislang nur sehr wenige gehört. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Tesla die Nutzer seiner Elektroautos in Deutschland kürzlich danach befragt, ob sie ihr Auto auch mit Tesla-Strom laden würden. Zudem stand auch die Frage nach der Einbindung der Autobatterien ihrer Fahrzeuge in ein Steuersystem auf dem Fragebogen. Das würde# dem Unternehmen z.B. die Möglichkeit eröffnen, erneuerbare Energie in Zeiten der Übererzeugung und daher günstiger Strompreise in den Akkus zu speichern und erst bei besserer Preislage auf dem Strommarkt wieder zu veräußern. Dies wiederum könnte zu konkurrenzlos günstigen Ökostrompreisen führen. Zudem ist auch hier ein Anbieten von Regelenergie eine naheliegende Option.

Angesichts der steigenden Quoten bei der Elektromobilität und der erhöhten Regelenergie-Bedarfe bei dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050 ist dies ein entscheidender Schritt in einen exponentiellen Wachstumsmarkt. Auch für Balkonkraftwerke kann dieser Markt interessant werden. Wo Anbieter wie Tesla auf Speichernetzwerke zurückgreifen können, ist es bei den Balkonkraftwerken die potenziell enorme Masse an Geräten, welche hier eine Marktkraft entfalten kann. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Nutzer auch eine potenzielle Abregelung seines kleinen Kraftpakets in Kauf nimmt. Wie das Potenzial hierfür aussieht, wurde bisher noch nie ermittelt. 

Wie sieht es bei dir aus? Würdest du an einem virtuellen Kraftwerksverbund teilnehmen und dein Kraftwerk abregeln lassen, wenn du dafür eine Entschädigung erhalten würdest? Klicke hier, um deinen Antwort abzugeben: 
 
JA, ICH WÜRDE TEILNEHMEN
NEIN, ICH WÜRDE NICHT TEILNEHMEN

Du kennst andere Balkonkraftwerk-Nutzer oder Interessenten?
Lade sie ein, sich an der Umfrage zu beteiligen:

   bei WhatsApp teilen

auf Facebook teilen auf Facebook teilen
tweeten tweeten
per Mail teilen per Mail teilen

Messebericht Green World Tour Hamburg


Die Wettervorhersage für die diesjährige Green World Tour in Hamburg war nicht optimal für das Thema Solarstrom. Dauerregen und zum Teil heftige Böen waren angesagt. Petrus hatte aber ein Einsehen und hielt sich zumindest am Samstag mit Sturm und Regen noch zurück und auch am Sonntag nieselte es eher als zu regnen. So konnten wir in den beiden Tagen viele der bekanntlich wetterfesten Hamburger fürs Balkonkraftwerk begeistern. Auch die spannenden Sonderangebote von Alpha-Solar (Trina Solar 330Wp, Hoymiles MI-300 für nur 339€) und GreenAkku (Q-Cells 345Wp mit integriertem INV315-50 für nur 379,19€), die wir im Gepäck hatten, sorgten für dabei Aufmerksamkeit.
Erstmals konnten wir zudem die nagelneuen "No-Hotspot"-Module von GreenAkku vorstellen, welche über interne Schaltung auch dann noch fast volle Leistung bringen, wenn einzelne Solarzellen beschädigt werden. Selbige sollen bald im gut sortierten Shop von GreenAkku verfügbar sein. 
Zudem konnten wir das mittlerweile schon über 40 Standorte beinhaltende Netz an Abholstationen vorstellen, welches Alpha-Solar in den letzten Monaten aufgebaut hat. Damit sparen sich Nutzer die mitunter hohen Versandkosten, was die Amortisierungszeit angenehm verkürzt.
All dies und mehr präsentierten wir wie gewohnt an unserem Solar-Balkon an der Petrikirche.
 

Wie immer bot die "Green World Tour" aber auch eine Bühne für eine ganze Reihe von spannenden Projekten und Produkten rund um das Thema Nachhaltigkeit. Darunter etwa die "Ein Dollar Brille". Das Projekt bringt eine manuell bedienbare Montagehilfe sowie Material zur Fertigung von Brillen in Entwicklungs- und Schwellenländer und bildet Menschen vor Ort in deren Verwendung aus. Für einen Materialwert von einem Dollar kann so jedes Kind und jeder Erwachsene mit einer entsprechenden Sehschwäche wieder gut sehen und wieder an Unterricht und Arbeitswelt teilhaben.
 

Das Projekt ist ausschließlich spendenbasiert und bietet hier die Möglichkeit zur Unterstützung:
JETZT SEHKRAFT SPENDEN
Das Projekt "Fairzinsung" von 7x7 Finanz, eine Plattform für verantwortungsvolle Anleger und nachhaltige Investitionen, hatte diesmal neben seinen spannenden Anlageoptionen auch nachhaltige Maiskohle von "Maister" dabei. Maister bietet neben regionalem und artgerechtem Grillfleisch und ökologischem Grillanzünder auch Grillkohle aus den bei der Mais-Ernte übrig bleibenden Kolben. Anders als übliche Kohle entwickeln sie bereits nach fünf Minuten eine heiße Glut und glühen für 60 Minuten. Perfekte Eigenschaften für eine nachhaltige Grillparty.
 

Wenn die Party danach noch weiter geht, kann auch eine weitere spannende Innovation zum Einsatz kommen, die auf der Messe zu bestaunen war: Saatgutkonfetti vom gleichnamigen Startup aus Kassel. Das Konfetti besteht aus Stärke, ist mit Lebensmittelfarbe gefärbt und beinhaltet zudem die Samen nützlicher Wildpflanzen wie Duftveilchen und Feld-Thymian. Nach der Party gedeiht damit auf der Festwiese eine bunte Mischung von Pflanzen, die Bienen und anderen Insekten Lebensraum bieten.
Wir haben sogar eine persönliche Konfettitüte erhalten und freuen uns schon darauf, bei der nächsten Fete die Biodiversität zu erhöhen!
 

Auch unsere Freunde von Dr. Vegetary waren mit ihrem Food-Truck wieder mit von der Partie und verschafften uns diesmal mit einem köstlichen Nacho-Burger und einer Couscous-Falafel Schale mit leckerer Erdnuss-Soße schließlich auch noch einen kulinarischen Höhepunkt. 
 

Auch in diesem Jahr war die Green World Tour in Hamburg also ein schöner Erfolg. Wir freuen uns schon auf die virtuellen Vorträge, welche wir in den nächsten Wochen noch auf den weiteren Standorten der Messe einplanen.  

In den nächsten Tagen lassen wir unseren Stand erst einmal gründlich trocknen. Danach geht es am 10.10.2020 bei der Messe "Bad Saarow Electric" weiter. Auch dort freuen wir uns natürlich auf euren Besuch!
 

In eigener Sache


Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, die dezentrale, nachhaltige Energieversorgung zu fördern und Jedem die Möglichkeit zu geben, sich durch die Erzeugung eigenen Stroms auch privat an der Energiewende zu beteiligen.
Wenn du dieses Ziel teilst, dann teile auch diesen Newsletter mit deinen Freunden, like uns auf Facebook, folge uns auf Twitter, abonniere uns auf Instagram und baue mit am Energiekonzept der Zukunft!
liken
liken
folgen
folgen
abonnieren
abonnieren
Hier können auch deine Freunde den Newsletter abonnieren: https://machdeinenstrom.de/empfiehlt/newsletter-abo/
Wenn du unsere Arbeit für die Energiewende in Bürgerhand durch einen freiwilligen finanziellen Beitrag unterstützen möchtest, dann hast du hier die Gelegenheit dazu:
JETZT UNTERSTÜTZEN!
© 2020 EmpowerSource UG - Mach Deinen Strom!


Maileinstellungen Verändern? Kein Ding!
Aktualisiere Deine Einstellungen oder bestelle den Newsletter ab.