Copy

Mini-Solar-News

Aktuelle Informationen und Hintergründe zu
Mini-Solar-Kraftwerken


KW 24 2020
zur Web-Version
 
In dieser Ausgabe:

Schleswig-Holstein fördert als erstes Bundesland BalkonPV (Düsseldorf auch)


Wir können seit einigen Monaten in schöner Regelmäßigkeit über neue Förderprogramme und Vergünstigungen bei der Anschaffung von Balkonkraftwerken berichten. Das neue Klimaschutz-Förderprogramm von Schleswig-Holstein, welches in dieser Woche veröffentlicht wurde, stellt die bisherigen Meldungen allerdings etwas in den Schatten. Erstmals beschließt darin nämlich ein ganzes Bundesland, Balkon-Photovoltaik flächendeckend finanziell zu fördern. Ein Meilenstein für die kleinen Kraftpakete und ein Befreiungsschlag nach den zuletzt ernüchternden Nachrichten aus dem Norden.

Das neue Förderprogramm des nördlichsten Bundeslandes startete am Dienstag und fördert eine große Bandbreite von klimarelevanten Projekten, vom Lastenfahrrad bis zum Gründach. Hierfür wurden 1,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zum Glück wurden dabei auch Balkonmodule nicht vergessen. Die Förderrichtlinien ermöglichen eine Förderung mit bis zu 200 Euro pro Gerät, maximal jedoch 50% der Kosten. Als Bedingung ist lediglich ein Fenster von 250-600W an Wechselrichterleistung einzuhalten und ein Kaufbeleg vorzulegen. Die Beantragung ist problemlos über ein knappes und sehr intuitives Online-Formular möglich.

Mit dieser Herangehensweise setzt ausgerechnet das Bundesland mit den wenigsten Sonnenstunden der gesamten Republik Maßstäbe. Die Jamaika-Koalition und der grüne Umweltminister Jan Philipp Albrecht in Kiel treiben damit die anderen Bundesländer, insbesondere diejenigen mit Beteiligung der Grünen wie Berlin, Rheinland-Pfalz oder das sonnenverwöhnte Baden-Württemberg vor sich her.

Bei der gerechtfertigten Euphorie über diesen Erfolg geht beinahe unter, dass mit Düsseldorf seit wenigen Wochen auch eine der zehn größten Städte Deutschlands ein neues Förderprogramm für "Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten" ins Leben gehoben hat, welches ebenfalls Balkonkraftwerke bedenkt. Hier allerdings sind die Bedingungen der Förderung nicht ganz so eindeutig.

So verlangt die Förderrichtlinie unter Punkt 6.10.2 eigentlich die Einhaltung der "70%-Regelung" des EEG, welche die in Balkonkraftwerken verwendeten Mikrowechselrichter im Normalfall nicht einhalten. Zudem kann zwar "die Installation der Module auf dem Balkon [...] in Eigenleistung erbracht werden", dennoch erfolgt die Bewilligung und Auszahlung der Fördermittel nur, "wenn die ordnungsgemäße, sichere Installation und Inbetriebnahme der PV- Anlage gemäß gültiger Normen und Regelwerke durch ein geeignetes Fachunternehmen bescheinigt" wird. 

Darüber hinaus gilt nach Aussage der Netzgesellschaft Düsseldorf uns gegenüber im Februar, dass weiterhin keine Vereinfachung des Anmeldeverfahrens für die kleinen Kraftwerke geplant ist. Hinweise auf die aus dieser Verweigerungshaltung erwachsenden Risiken für die Netzsicherheit blieben bisher unbeachtet.

Auch hier ist Schleswig-Holstein ein deutliches Gegenbeispiel. SH-Netz hat bereits seit einiger Zeit ein einfaches und online verfügbares Anmeldeformular, auf das Interessenten zurückreifen können. Wir arbeiten weiter daran, dass dieses Beispiel Schule macht. 

Weitere Förderprogramme und Vergünstigungen findest du in unserer Datenbank:
 
Förderungen und Vergünstigungen

Unterstütze unsere Arbeit!


Lieber Leser,

gemeinsam mit dir haben wir in den letzten zwei Jahren viel erreicht, worauf man stolz sein kann. Wir haben viele Netzbetreiber von der Vereinfachung der Anmeldeformalitäten überzeugt, eine ganze Reihe unserer Nutzer beim Wechsel vom Verbraucher zum "Prosumer" begleitet und Balkon-PV in die Köpfe vieler neuer Interessenten getragen. Unsere Community ist immer weiter angewachsen und die Neuanmeldungen auf MachDeinenStrom.de steigen mit jeder Woche weiter an.

Wir geben weiter Vollgas und unterstützen dich mit aller Kraft. Wir versorgen unsere Leser und Nutzer über alle wichtigen Informationen zu Balkonkraftwerken und allem, was dazu gehört. Das tun wir mit sorgfältig recherchierten Artikeln in diesem Newsletter, in unserem Blog, mit Vorträgen und Webinaren und über Beiträge in den sozialen Medien und einschlägigen Foren. Zudem beantworten wir täglich Mails und Anrufe mit Fragen von Nutzern und Interessenten. Der vielfältige Input aus ganz Deutschland und darüber hinaus ist enorm wichtig für uns. An dieser Stelle wollen wir hierfür auch einmal herzlich all denjenigen DANKE sagen, die uns ihre Erfahrungen, ihre Projekte und allgemeine Informationen zum Thema zukommen lassen.
Ihr macht uns besser in dem, was wir tun!

Auch du hast dich sicher auf MachDeinenStrom.de über das Thema Balkonkraftwerk informiert, dir ggf. in unserem Ranking ein passendes Gerät ausgesucht und dein Kraftwerk über unseren kostenlosen Formularservice offiziell beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister angemeldet. Auch wenn dein Netzbetreiber unseren Formularservice noch nicht anerkennen sollte (da bleiben wir natürlich am Ball – es werden jeden Monat weniger), stehen wir dir gerne mit Rat und Tat zur Seite. Das alles machen wir gerne, gewissenhaft und kostenlos.

Mit der immer stärker wachsenden Anzahl von neuen Nutzern geht auch die immer stärkere Nutzung unserer kostenlosen Unterstützung einher. Das freut uns natürlich, bindet aber auch immer mehr Ressourcen. Daher hatten wir kürzlich überlegt, zukünftig wenigstens eine kleine Gebühr für die Anmeldung über den Formularservice zu erheben. Aber nach reiflicher Überlegung waren wir uns am Ende einig:

MachDeinenStrom.de ist und bleibt für Nutzer kostenlos!

Statt Gebühren zu erheben, setzen wir auch künftig auf die freiwillige Beteiligung durch unsere Nutzer. So erhält etwa seit Kurzem jeder, dessen Balkonmodul wir erfolgreich zur Anmeldung gebracht haben, mit der Bestätigungsmail auch die Möglichkeit, uns über Paypal oder per Überweisung zu unterstützen. Jeder Nutzer entscheidet dann selbst, ob er einen persönlichen Beitrag leisten möchte und wie hoch dieser ist. Auch wer von unseren weiteren Unterstützungs- und Informationsangeboten wie diesem Newsletter profitiert und sie fördern möchte, hat ab jetzt die Gelegenheit, uns über einen freiwilligen Beitrag zu unterstützen.

Die Balkonsolar-Community ist schon jetzt ein relevanter Faktor beim Vorantreiben der dezentralen Energiewende – und wir werden täglich mehr. Gemeinsam mit deiner Unterstützung sorgen wir dafür, dass diese Entwicklung kraftvoll fortgesetzt wird.

Herzlichen Dank!

Dein Team von MachDeinenStrom.de
 
JETZT UNTERSTÜTZEN!

   bei WhatsApp teilen

auf Facebook teilen auf Facebook teilen
tweeten tweeten
per Mail teilen per Mail teilen

Envertech erhöht maximale Eingangsleistung


Die Erstellung des diesjährigen Mini-Solar-Rankings ist in vollem Gange. Besonders fällt dabei schon jetzt auf, wie stark die Leistungen der Solarmodule auch in diesem Jahr wieder gestiegen sind. Das ist allerdings keine ausschließlich gute Nachricht, denn die gängigen Wechselrichter-Modelle können die hohen Leistungen teilweise nicht verarbeiten. 

Die aktuell marktführenden Mikrowechselrichter von Envertech, EVT300 und EVT560, hatten etwa bisher eine maximale Eingangsleistung von 340W pro Modulanschluss. Bereits seit letztem Jahr werden aber auch serienmäßig Balkonkraftwerke mit höheren Modulleistungen verkauft. An einem der bisher gebräuchlichen Envertech-Wechselrichter betrieben, würden die dort eingesetzten Module ggf. die Garantie auf selbigen gefährden, weshalb in solchen Paketen andere Modelle zum Zuge kamen. Angesichts weiter steigender Effizienzen und Leistungen in der Photovoltaik hat das Unternehmen nun aber vor Kurzem reagiert und die Aufnahmekapazität deutlich erhöht. Statt wie bisher 340 sind es nun satte 400Wp an Leistung, welche pro Eingang angeschlossen werden können. Damit sind nun VDE-konforme Mini-Solarkraftwerke mit bis zu 800Wp Modulleistung möglich. Auf diese Weise haben auch Haushalte mit höherem Verbrauch zunehmend die Möglichkeit, einen substanziellen Teil ihres Stromverbrauchs über selbst erzeugten Sonnenstrom zu decken.

Dass der Markt für Balkonkraftwerke u.a. in Deutschland kräftig anzieht, hat den Hersteller übrigens auch dazu bewegt, auf der eigenen Webseite einen separaten Bereich hierzu mit jeder Menge Beispielfotos einzurichten. Zudem wird auf der Startseite des Unternehmens bereits der baldige Marktstart für die nach aktueller VDE-Prüfnorm neu zertifizierten Modelle angekündigt (s. Beitragsbild), welche dann auch nach dem 31.03.2021 noch regulär in Betrieb genommen werden können (wir berichteten). 

Ob andere Anbieter wie Hoymiles (max. 380Wp input), APSystems (max. 345Wp input) oder AEConversion (max. 300-340Wp input) hier ebenfalls Anpassungen planen, ist uns bislang noch nicht bekannt. Zu empfehlen wäre es diesen allemal.
 

Plug-In-Speichernetzwerk in Entwicklung


Die dezentrale Energiewende benötigt dezentrale Speicherkapazitäten. Das ist eine Binsenweisheit, sorgt allerdings für jede Menge Debatten unter den Akteuren in Forschung, Politik und Praxis rund um das Stromnetz der Zukunft. Wir selbst berichteten etwa im Spätherbst von den Plänen von "The Mobility House", E-Autos zu dezentralen Speichernetzen zusammen zu schließen. Auch der stetige Zuwachs an Hausbatterien, wie der Tesla-Powerwall oder dem Sonnen-Enegiespeicher, lassen ähnliche Konzepte in den Köpfen entstehen. Welche Option nun aber nun die richtige für eine großflächige Implementierung ist, darüber streiten sich Experten und Lobbyisten. Dieser Streit ist aber ggf. nicht notwendig.

Wie die Plattform Sonnenseite berichtet, arbeitet die Nachwuchsgruppe „Elektrochemische Energiesysteme“ am Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg und der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. aktuell an einem neuen Konzept eines "disruptiven, modular aufgebauten Speichersystems unter Verwendung einer intelligenten, dezentralen Systemsteuerung in Kombination mit einer innovativen, dezentralen Wechselrichtertechnologie , um verschiedene Speichertechnologien in einem System zu integrieren". Verschiedene Verbrauchs-, Speicher- und Anwendungsszenarien wie stand-alone, Netzbetrieb, Einzelverwendung der Komponenten; Kurz- und Langzeitspeicher sollen damit ermöglicht werden, und das alles bereits steckerfertig.

Über eine mit entsprechender künstlicher Intelligenz ausgestattete Software könnten dann im kleinen und langfristig ggf.auch in größerem Rahmen autarke oder teilautarke Erzeugungs- und Speichernetze aus unterschiedlichen Komponenten geschaffen und geregelt werden. Auch wenn das Konzept der Foschungsgruppe ursprünglich für Entwicklungsänder geplant war, steht einer Implementierung hierzulande zumindest von technischer Seite nichts im Wege.

Das Projekt ist seit diesem Monat im Rennen um die Förderung durch das "Weltspeicher"-Programms des BMBF. Es winken bis zu 5 Mio. € über einen Zeitraum von drei Jahren. Wir drücken die Daumen!
 

In eigener Sache


Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, die dezentrale, nachhaltige Energieversorgung zu fördern und Jedem die Möglichkeit zu geben, sich durch die Erzeugung eigenen Stroms auch privat an der Energiewende zu beteiligen.
Wenn du dieses Ziel teilst, dann teile auch diesen Newsletter mit deinen Freunden, like uns auf Facebook, folge uns auf Twitter, abonniere uns auf Instagram und baue mit am Energiekonzept der Zukunft!
liken
liken
folgen
folgen
abonnieren
abonnieren
Hier können auch deine Freunde den Newsletter abonnieren: https://machdeinenstrom.de/empfiehlt/newsletter-abo/
Wenn du uns zudem durch einen freiwilligen Beitrag unterstützen möchtest, dann hast du hier die Gelegenheit dazu:
JETZT UNTERSTÜTZEN!
© 2020 EmpowerSource UG - Mach Deinen Strom!


Maileinstellungen Verändern? Kein Ding!
Aktualisiere Deine Einstellungen oder bestelle den Newsletter ab.