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Mini-Solar-News

Aktuelle Informationen und Hintergründe zu
Mini-Solar-Kraftwerken


KW 51 2019
 
In dieser Ausgabe:
 

Smart-Meter-Rollout beginnt im Januar


Die Implikationen des bereits 2016 im Rahmen des "Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende" beschlossenen Austauschs aller alten Stromzähler gegen moderne/intelligente Messeinrichtungen ("Smart-Meter-Rollout") für Balkonkraftwerke hatten wir in diesem Newsletter bereits mehrfach und zuletzt tewilweise auch in einer Live-Übertragung bei Youtube besprochen. Der tatsächliche Beginn des Austauschs hatte sich aufgrund von Sicherheitsbarrieren um Jahre verzögert. Dies ist aber nun Geschichte.

Wie angekündigt wurde in dieser Woche ein dritter Anbieter für Smart-Meter-Gateways - Kommunikationsnetzwerke zur sicheren Übermittlung von Stromzähler-Daten - vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert. Dies galt als letzte Hürde für den Rollout. Obwohl nun eigentlich umgehend eine sog. "Markterklärung" des BSI und damit der Beginn des Smart-Meter-Rollouts erfolgen sollte, wird sich dies dem Anschein nach nun zwar noch bis in den Januar verschieben, aufhaltbar ist es aber nicht mehr.

Negative Auswirkungen sind insbesondere für "Strom-Guerilleros" zu erwarten, welche ihre Kleinkraftwerke bislang ohne Anmeldung und mit gelegentlich rückwärtsdrehendem Zähler betreiben. Spätestens wenn deren Haushalte mit einem neuen Zähler ausgerüstet werden, ist die Zeit gekommen, sich über einen Wechsel zum regulären Betrieb Gedanken zu machen, denn der Netzbetreiber wird ab dann jede eingespeiste Energiemenge erfassen können. Das gilt - entgegen einiger Meinungen und einer Vielzahl an Presse-Artikeln - nicht nur für Haushalte mit mehr als 6000kWh Verbrauch oder mit Kraftwerken über 7kW. Im neuen Messstellenbetriebsgesetz (§29 Abs. 3) ist vorgeschrieben, dass auch alle übrigen Haushalte, zwar nicht mit "intelligenten", also solchen mit digitaler Kommunikationsschnittstelle, so doch mit "modernen" Messeinrichtungen ausgestattet werden müssen. Auch diese erfassen aber jegliche Einspeisungen.
Eine der Möglichkeiten zur Anmeldung ist etwa unser kostenloser Online-Formularservice.

Kritik am Rollout üben u.a. die Verbraucherverbände, welche z.B. die Tendenz zum gläsernen Verbraucher, das nicht ausschließbare Risiko eines Datendiebstahls und die jährlichen Mehrkosten, welche einem relativ geringen Funktionsumfang und daher Mehrwert der modernen/intelligenten Stromzähler entgegenstünden, monieren. 

Auch wenn diese Kritik sicher ihre Berechtigung hat, geben neue Geschäftsmodelle und Pilotprojekte Anlass zur Hoffnung, dass der "Smart-Meter-Rollout" doch auch handfeste Vorteile mit sich bringt. So konnten etwa in dieser und der letzen Woche Modellprojekte von Fraunhofer ISE/Teleseo/TransnetBW sowie Stadtwerke München/SMA-Coneva belegen, dass Smart Meter sowohl dezentrale Erzeugungsanlagen dazu ertüchtigen können, das Stromnetz mit Regelreserve zu stützen als auch ihre Einbindung in ein virtuelles Kraftwerk und damit letztlich teilautonome Netzbereiche ermöglichen. Das dürfte auch Einfluss auf die für das Balkonkraftwerk relevanten Themen "Stromhandel zwischen Privatpersonen" und "Net-Metering" haben. Eine Entwicklung, die wir daher auch in Zukunft für dich im Auge behalten werden.
 

Kommt das E.ON-Balkonkraftwerk?


Die Liberalisierung des Stromnetzes hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, dass Kommunen, mittelständische Unternehmen und Konzerne gleichermaßen die Gelegenheit bekamen, Verteilstromnetze zu erwerben und zu betreiben. Das Ergebnis ist ein Netz, das heute von über 800 verschiedenen Netzbetreibern verwaltet und gesteuert wird. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Verteilnetzbetreiber sind nämlich häufig Tochterunternehmen von großen Energiekonzernen. So war etwa E.ON mit seinen Tochterunternehmen Bayernwerk, Avacon, E.DIS und Schleswig-Holstein Netz bereits seit langer Zeit Eigentümer einiger der größten Verteilstromnetze in Deutschland. 

Nach der vielbeachteten Übernahme von Teilen der RWE-Tochter Innogy durch E.ON ging schließlich in diesem Herbst auch die Innogy-Tochter Westnetz, ihres Zeichens größter Verteilnetzbetreiber Deutschlands, an E-ON. Damit hat der Konzern eine nicht zu unterschätzende Marktmacht, auch wenn der Einfluss des Konzerns auf die Tochterunternehmen aufgrund von gesetzlichen Regelungen zur Entflechtung nur indirekt ist. 

Bereits vor der Übernahme waren fast alle Netzbetreiber der E.ON sich mit Westnetz darin gleich, dass sie im nationalen Vergleich Balkonkraftwerke verhältnismäßig früh anerkannten und deren Inbetriebnahme und Anmeldung vereinfachten. Im Zuge der Übernahme gewinnt diese Haltung aber womöglich noch einmal einen ganz neuen Aspekt: Wie uns interne Quellen zugetragen haben, wird im Rahmen eines internen Ideenwettbewerbs aktuell ein E.ON eigenes Balkonkraftwerk erwogen.

Der konzernweite Wettbewerb unter dem Titel "Explore Tomorrow" soll die Kreativität des vergrößerten Konzerns abgreifen und der "neuen E.ON", wie die Selbstbezeichnung in den entsprechenden internen Nachrichten lautet, ein neues Gemeinschaftsgefühl geben. Es ist gar von einem "Paradigmenwechsel" die Rede, der zusammengefasst wird im Leitsatz "Wir liefern nicht mehr ‚Elektronen an Zähler‘, sondern ‚Energie an Menschen‘." Seit dieser Woche ist nun bekannt, dass sich unter den 20 Finalisten, welche aus den vielen Eingaben durch eine Jury ausgewählt wurden, auch ein Projekt für ein EON-Balkonkraftwerk befindet. Es könnte ggf. gemeinsam mit einem damit verbundenen, vorteilhaften Stromtarif für stärkere Kundenbindung sorgen.

Die Wahl dieses Projekts in die Finalrunde ist eine folgerichtige Entscheidung, wenn man das Ziel des Wettbewerbs tatsächlich ernst nimmt. Andere Finalisten-Projekte wie eine E.ON "Sport-App" oder ein "green Music"-Dienst scheinen diesbezüglich hingegen nicht ganz ins Schwarze zu treffen. Darum wird ein Sieg der Balkonkraftwerk-Idee auch als gar nicht unwahrscheinlich eingeschätzt. Ihre Überzeugungskraft wird daran gemessen werden, wie sie in den nächsten Wochen unternehmensintern dargestellt werden kann. Eine umfassendere Projektbeschreibung sowie ein kurzes Projektvideo sind scheinbar noch in Arbeit. Zwischen dem 03. und 19. Februar sind dann alle Konzern-Mitarbeiter dazu aufgerufen, sich an der Wahl des Gewinner-Projekts zu beteiligen, welches dann auch tatsächlich umgesetzt werden soll.

Wenn du also jemanden bei der E.ON oder ihren Tochterunternehmen kennst oder vielleicht selbst dort tätig bist, dann unterstütze das Projekt mit deiner Stimme oder in dem du dafür bei deinen Bekannten und Kollegen wirbst!
 

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Frohes Fest!


Der Winter ist für Balkonstromer nicht die ertragreichste Jahreszeit. Auch wenn Solarmodule und Wechselrichter bei kühlen Temperaturen effizienter arbeiten, kann das nicht die wesentlich geringere Strahlungsintensität der Sonne ausgleichen. Auch fehlt aktuell fast überall in Deutschland noch der Schnee, der das wenige Sonnenlicht reflektieren und so zu etwas höheren Erträgen führen könnte. Dennoch fährt das Balkonkraftwerk auch im Winter noch Erträge ein und leistet einen Beitag dazu, die Weihnachtsgans im Kühlschrank frisch zu halten. Das beweist: Ein Balkonkraftwerk lohnt sich einfach immer.

Wir freuen uns in diesem Sinne auf ein besinnliches Weihnachtsfest und auf die nächste und zugleich letzte Ausgabe des Newsletters für 2019, in der wir das Jahr noch einmal Revue passieren lassen und einen kleinen Ausblick auf 2020 geben.

Bis dahin wünscht das Team von MachDeinenStrom.de dir und deinen Lieben wundervolle und lichterfüllte Feiertage!
 

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