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Mini-Solar-News

Aktuelle Informationen und Hintergründe zu
Mini-Solar-Kraftwerken


KW 32 2020
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In dieser Ausgabe:

100 Netze!


Die Themen Autarkie und Klimawandel haben durch die Corona-Krise enormen Aufwind bekommen. Der erhöhte Stromverbrauch durch Home-Office, Home-Schooling und Freizeitaktivitäten in den eigenen vier Wänden kommt noch hinzu. Diese Faktoren könnten den enormen Sprung erklären, welchen der Balkonsolar-Markt in den letzten Monaten gemacht hat. Die Anbieter sind oftmals an den Obergrenzen ihrer Kapazitäten angelangt und nur Lieferengpässe der Komponenten begrenzten den Markt. Aber auch diese sind nun rückläufig. Nachfrage und Angebot sind also da. Alles was fehlt, ist der Abbau bürokratischer Hürden.

Wer unseren Newsletter in den letzten Wochen verfolgt hat, der weiß, dass wir an dieser Front immer mehr Erfolge erzielen können. In diese Woche konnten wir dabei einen weiteren Meilenstein erreichen: Das sächsische Pirna ist der einhundertste Netzbereich, welcher mit uns in Bezug auf die Anmeldung von Stecker-Kraftwerken kooperiert. Damit haben wir etwa 10% der deutschen Netzbetreiber auf unserer Seite!

Das ist ein Grund zum Feiern, genügt uns aber noch lange nicht. Wir arbeiten derzeit an neuen Strategien, um nicht nur mehr Netzbetreiber ins Boot zu holen, sondern auch die Anmeldung noch weiter zu vereinfachen. Das schaffen wir aber nur gemeinsam mit euch!

Je mehr Nutzer wir aus einem Netzbereich vorweisen können, desto stärker ist unsere Verhandlungsposition. Daher könnt Ihr uns unterstützen, indem Ihr euch bei uns registriert und die Botschaft in eurem Netzwerk teilt:

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Echter Bürgerstrom: Spanien zeigt, wie es geht

Bild: Saragossa

65% alle Spanier wohnen in Mehrfamilienhäusern und damit mehr als in fast allen anderen europäischen Ländern. Zudem ist Spanien das Land mit der höchsten Sonneneinstrahlung in Europa. Glänzende Voraussetzungen für Bürgerstrom also, bei dem Haushalte Lokal erzeugten Strom gemeinsam nutzen. Dennoch war dies dort lange nicht umsetzbar. Die regulatorischen Bedingungen waren unzureichend, dann kam noch die solarfeindliche Politik der Regierung Rajoy hinzu, die 2015 eine Sonnensteuer auf den Eigenverbrauch von Solarstrom einführte. Doch nun ist alles anders. 2018 wurde Rajoy wegen Korruptionsvorwürfen gegen seine Partei durch Misstrauensvotum abgesetzt, Ein bisher nie dagewesener Vorgang in der Geschichte Spaniens. Die Nachfolgeregierung unter dem Sozialist Pedro Sánchez vollzog nur vier Monate nach Amtsantritt in diesem Bereich eine 180°-Wende, schaffte die Sonnensteuer wieder ab (wir berichteten) und brachte ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Förderung erneuerbarer Energien auf den Weg.

Da die Hürden beim Solarausbau nun stark abgebaut sind und Spanien gerade die Hälfte seiner Kohlemeiler auf einen Schlag abschaltete, kann es nicht verwundern, dass sich ein reger Markt der Ideen für die Nutzung der Sonnenenergie bildet. Das Konzept Bürgerstrom ist dabei mit im Rennen. In Saragossa, im Nordosten des Landes, denkt man dabei groß. Das portugiesische Energieunternehmen EDP baut dort etwa das nach eigenen Angaben erste "barrio solar" - etwa "solares Stadtviertel" - Spaniens. 100kWp erzeugen dabei für 200 Anwohner ca. 30% ihres jeweiligen Strombedarfs. Selbige sparen damit rund 10% ihrer Stromkosten. Allerdings ist EDP hier noch immer Eigentümer und vermietet die Anlage nur an die Nutzer.

Angesichts der geringen Stromerzeugungskosten aus dem Balkonkraftwerk von im Durchschnitt 5ct/kWh und einem erwiesenermaßen möglichen Anteil von 20% am Verbrauch wäre mit einer durch die Verbrauchergemeinschaft selbst finanzierten Ausstattung der Haushalte mit den kleinen Kraftpaketen noch wesentlich mehr möglich, nicht nur in Spanien. In Deutschland etwa ist dies allerdings noch streng verboten.
Eine wichtige Grundlage, um auch hierzulande eine Öffnung für solche Konzepte zu erreichen, wäre die Umsetzung der EU-Richtlinie 2018/2001, welche in Art. 21 (4) festlegt, dass "Eigenversorger im Bereich erneuerbare Elektrizität, die sich in demselben Gebäude, einschließlich Mehrfamilienhäusern, befinden, berechtigt sind, [...] den Austausch der vor Ort produzierten erneuerbaren Energie untereinander vereinbaren dürfen." Diese Idee steht dem aktuellen Status Quo diametral entgegen. Deutschlands Möchtegern-Mieterstrom etwa, bei dem u.a. noch immer Sonnensteuer (EEG-Umlage) auf den im Mietobjekt verbrauchten Strom erhoben wird, hinkt diesem Anspruch meilenweit hinterher. 

Die genannte EU-Regelung muss nun allerdings komme was wolle bis 30. Juni 2021 in nationales Recht umgesetzt werden. Ob man angesichts der einige Wochen danach anstehenden Bundestagswahl bei der Auslegung der Richtlinie allerdings auf die Bürgerfreundlichkeit der Regierung in Berlin hoffen darf, ist offen. Es wäre aber auch nicht das erste Mal, dass Wahlkampfphasen Entscheidungen begünstigten, von denen man sich Wählergunst erhofft.
 

Messebericht Kiez erFahren Berlin


Wie bereits im Newsletter von letzter Woche angekündigt, waren wir an diesem Sonntag erstmals in diesem Sommer wieder mit unserem Solarbalkon unterwegs. Gemeinsam mit unseren Freunden von der Interessensgemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg (IGEMBB) brachten wir den Besuchern der "Mobilitätserprobung" von Kiez erFahren in Berlin-Schöneberg das Balkonkraftwerk näher. 
 

Der strahlende Sonnenschein ließ unsere Kraftwerke zwar fleißig Strom produzieren, brachte aber auch den Effekt, dass sich verhältnismäßig wenige Besucher in die brütende Hitze mit bis zu 37° Celsius auf dem schattenlosen Winterfeldplatz wagten. Auf diese Weise war es aber immerhin sehr einfach, die Abstandsregeln einzuhalten und unsere Mitarbeiter behielten dank UV-absorbierender Balkon-Markise und dem mit Balkonstrom versorgten Ventilator ihre gute Laune.
 

Wir konnten uns zudem für die Fragen der Interessenten richtig Zeit nehmen und dadurch sicher einige neue Balkonsolar-Projekte anstoßen. Auch einige unserer registrierten Nutzer kamen vorbei, um sich mit uns über ihre Vorhaben auszutauschen und sich neue Inspiration zu holen. So hatte unser Schwitzen am Ende also auch einen Sinn.

Wir freuen uns schon auf die nächsten Veranstaltungen in Berlin, Brandenburg und Hamburg, welche Ihr wie gewohnt in unserem Veranstaltungskalender findet. Zudem ist eine Reihe an Vorträgen in Planung, welche in den nächsten Wochen ebenfalls im Kalender zu finden sein werden. Vor allem aber freuen wir uns dich!
 
ZUM EVENT-KALENDER

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