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Mini-Solar-News

Aktuelle Informationen und Hintergründe zu
Mini-Solar-Kraftwerken


KW 48 2020
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In dieser Ausgabe:
 

Stuttgart versagt bei der Balkonsolar-Förderung


Baden-Württemberg ist nach Bayern das Land mit der höchsten installierten PV-Leistung in Deutschland. Angesichts der hohen Sonneneinstrahlung im Süden ist dies auch nur folgerichtig. In Bezug auf das Balkonkraftwerk tat sich die Region allerdings lange schwer. Vorreiter wie bnNetze oder Überlandwerk Mittelbaden boten durch Kooperationen mit uns zwar schon frühzeitig einen einfachen Weg, um sein Balkonkraftwerk regelkonform anzumelden, bei anderen Netzbetreibern benötigte es hingegen zähe Überzeugungsarbeit (wir berichteten). Aktuell hätte es aber die Gelegenheit gegeben, diese Scharte auszuwetzen, denn wie das PV Magazine in diese Woche berichtet, nimmt die Landeshauptstadt Stuttgart in Bezug auf Balkon-PV nun das Heft in die Hand und fördert deren Anschaffung.

Um diesen und weitere Aspekte ergänzt seit kurzem nämlich eine neu aufgesetzte "Solaroffensive" das Klimaschutzprogram "Weltklima in Not – Stuttgart handelt", welches der Gemeinderat bereits im letzten Jahr ins Leben gerufen hatte. Insgesamt werden dafür bis 2023 Mittel in Höhe von 15,875 Millionen Euro bereit gestellt. Einzelne Stecker-Solarkraftwerke sollen mit jeweils 100 Euro bezuschusst werden. Das ist zwar nur die Hälfte vergleichbarer Programme wie etwa desjenigen aus Freiburg, hätte aber angesichts der ohnehin günstigen Anschaffung dennoch für einen echten Anreiz sorgen können. Leider verhindern die undurchsichtigen und in Teilen klar realitätsfeindlichen Förderbedingungen, dass dies auch faktisch geschieht.

So wird im Antragsformular für die Förderung schon von Beginn an nicht ganz klar, welche Angaben genau gemacht werden müssen. Es wird etwa die Unterschrift des Hauseigentümers verlangt, was bei Mietshäusern problematisch sein kann und etwa bei einer Aufständerung auf der Balkon/Terrassenfläche völlig unnötig ist. Sehr deutlich ist allerdings, dass nur Kraftwerke mit einer Modulleistung von maximal 600Wp bezuschusst werden, was mit einem Federstrich fast alle aktuellen Balkonkraftwerks-Modelle ausschließt. Diese sind nämlich entsprechend der gültigen Nomen auf 600W Wechselrichterleistung ausgelegt, beinhalten aber sinnvoller Weise meist Module mit etwas höherer Leistung von bis zu knapp 800Wp. Damit zwingt man die Verbraucher dazu, veraltete Technologie zu verwenden und/oder gar zum Eigenbau zu schreiten, was die Sicherheit der Kraftwerke in der Landeshauptstadt nicht erhöhen dürfte. Die größte Enttäuschung ist allerdings, dass die Förderung überhaupt nicht die Anschaffung der Kraftwerke an sich betrifft. Sie kann lediglich für Kosten "begleitender Maßnahmen", also Montage und Anschluss, beantragt werden. Da beides im Normalfall selbst durchgeführt wird, geht die Förderung damit vollends ins Leere.

Die Förderrichtlinien verweisen bei der Installation von Stecker-Kraftwerken auf die Homepage der Stuttgart Netze. Spätestens dort wird die Verunsicherung den Interessenten vollständig vom Kauf abbringen, denn es heißt dort "Steckdosenlösungen für [...] Einspeisungen in einen Endstromkreis sind nicht zulässig". Das widerspricht nicht nur den geltenden Normen sondern auch der Praxis im Unternehmen selbst, welches seit Kurzem auch Anmeldungen über unseren Formularservice anerkennt, welcher wiederum die Einspeisung in den Endstromkreis über Stecker explizit anführt.

Wir haben das Programm für unsere registrierten Nutzer in der aktuellen Form in unsere Förderdatenbank aufgenommen, in der auch die Förderrichtlinien und das Antragsformular verlinkt sind. Wir versuchen, in Bezug auf die Anforderungen noch Anpassungen zu erwirken und halten dich hierzu auf dem Laufenden. Wenn du das Programm dennoch genauer in Augenschein nehmen möchtest, findest du unsere Übersicht nach Registrierung hier:
 
ZU DEN FÖRDERPROGRAMMEN
Kennst du andere Interessenten aus Stuttgart, welche von einem sinnvollen Förderprogamm profitieren könnten? Dann mache sie auf diesen Artikel aufmerksam:

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Neues Förderprogramm für Weilheim?

 
Weniger weit als in Stuttgart sind die Überlegungen zur Klimaförderung im oberbayerischen Weilheim gediehen. Wie der Münchner Merkur in dieser Woche berichtet, wird im dortigen Klimaausschuss aktuell über die Ausgestaltung verschiedener Photovoltaik-Vorhaben diskutiert. Dabei brachte die Grünen-Fraktion auch ein mögliches Förderprogamm für Balkonsolaranlagen ins Spiel. 

25 Prozent der Anschaffungskosten beziehungsweise maximal 200 Euro je Erstanlage sollen Bürgern bei der Anschaffung eines Stecker-Kraftwerks zugeschossen werden. Ein Betrag von 10 000 Euro solle dafür im Haushalt 2021 vorgesehen werden, was pro Jahr etwa 50 Anlagen entspräche.

Das beste, was Bauverwaltungs-Leiter und Bedenkenträger Manfred Stork dagegen vorbringen konnte, war: "Diese Solarmodule an Balkonen schauen nicht unbedingt toll aus.“ Grundsätzlich sei ein solches Programm aber möglich, meinte er. Und 200 Euro Förderung seien auch ein „schöner Anreiz“.

Am Ende siegte die Vernunft und der Klimaausschuss stimmte dem Antrag zu. Nun liegt das Thema beim Hauptausschuss. Wann das Programm fertig ausgestaltet sein wird, ist noch unklar. Dass es aber kommt, scheint sicher.
 

Ein Solardach für den E-LKW


Wir stellen im Newsletter immer mal wieder auch spannende Projekte von jenseits des Balkonsolar-Tellerrandes vor. In dieser Woche sind wir auf ein solches gestoßen: Einen Kühltransporter mit eigener solarer Stromversorgung auf dem Dach. 

Durchgeführt hat das Projekt Oliver Lang von der bekannten SonnenRepublik. Das Unternehmen bietet eigentlich praktische Mikro-Photovoltaik-Lösungen wie etwa Solar-Rucksäcke und Faltmodule an, um etwa unterwegs das Smartphone und andere Verbraucher zu versorgen. Auch eigene MPPT-Wandler, mit denen man z.B. direkt e-Bikes laden kann sind dort erhältlich. Natürlich dürfen auch Balkonkraftwerke im Sortiment nicht fehlen. Allerdings führt Lang auch regelmäßig größere Industrieprojekte durch, wie in diesem Fall für die Schweizer Discounterkette Denner.

Dem Auftraggeber ging es vor allem um Energieeinsparung bei der Kühlung. Beim Fahrzeug handelt es sich bereits um ein Elektrofahrzeug, dessen Akku das Kühlaggregat mit versorgen muss. Daher verfügte der LKW auch nur über ca. 120km Reichweite. Eine Entlastung des Akkus mit integrierter Photovoltaik drängte sich bei dem freien Platz auf der großen Kühlbox regelrecht auf. Die Wahl für einen Partner bei der Umsetzung viel schnell auf Lang, da dieser schon lange in der PV-Branche aktiv und gut vernetzt ist. Zudem verfügt die SonnenRepublik über das komplette Know-How, vom Solarmodul-Design über Akkus bis hin zur Elektronik und Projektplanung, um solche Aufgaben zu stemmen.

"Das größte Problem bei diesem Projekt war die Einspeisung des Solarstroms in das Bordnetz, denn Renault hat uns nicht an den eigenen Hochvolt-Akku „rangelassen“. Wir mussten uns also eine eigene Lösung zur Direktversorgung des Kühlaggregats einfallen lassen." meint Lang. Wie man sieht, brachte diese schließlich den Erfolg. Die insgesamt 3kWp starke Anlage mit extra Pufferspeicher steuert nun jährlich je nach Lastprofil 30-50% der verbrauchten Energie für die Kühlung bei. Ein weiterer zukunftsweisender Erfolg für die SonnenRepublik!
 

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