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Mini-Solar-News

Aktuelle Informationen und Hintergründe zu
Mini-Solar-Kraftwerken


KW 21 2020
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In dieser Ausgabe:

Musterformular für Norddeutschland


Der Versuch der Netzbetreiber Norddeutschlands, sich unter dem Dach des dortigen BDEW-Regionalverbands auf ein gemeinsames vereinfachtes Anmeldeverfahren für Balkonkraftwerke zu einigen, beschäftigt uns schon seit längerer Zeit. Nachdem im letzten Herbst schließlich nach zähem Ringen eine Einigung bezüglich der Formulierungen erzielt werden konnte, bemühte sich das Gremium gar noch um eine bundesweite Herausgabe an alle Verbandsmitglieder (wir berichteten).  

Nachdem dieses Unterfangen allerdings vom BDEW Bundesverband in Berlin final abgelehnt wurde, konnte das Dokument nun zumindest intern an die norddeutschen Netzbetreiber herausgegeben werden und wird auch bereits von ersten Unternehmen, wie etwa der hauptsächlich in Mecklenburg-Vorpommern aktiven WEMAG Netz GmbH, an werdende Betreiber der kleinen Kraftpakete herausgegeben. Das wäre ein Grund zur Freude, enthielte das Dokument nicht einige gravierende Fehler.

So sieht es etwa eine Begrenzung auf 600Wp Modulleistung vor, statt der laut den DIN-Normen gültigen Grenze von 600VA (W) Wechselrichterleistung. Das schließt bei korrekter Leistungsangabe durch den Anmelder - welche man daher kaum empfehlen kann - die Nutzung der leistungsstärkeren Stecker-Kraftwerke aus. Diese bringen heute bereits Modulleistungen von bis zu 690Wp mit, halten aber die 600W Leistungsbegrenzung des Wechselrichers ein und sind daher im Rahmen der gültigen Regelungen absolut legitim verwendbar.

Zudem wird durch einen entsprechenden Passus suggeriert, dass der Strom aus dem Balkonkraftwerk vergütungsfähig sei. Dass die verschwindend geringe Höhe der Vergütung bei den auf Eigenverbrauch dimensionierten Geräten den dafür zu betreibenden Aufwand nie aufwiegen kann, wird nicht deutlich. Auch dass die kleinen Wechselrichter der Mini-Kraftwerke weder abregelbar sind noch die gebräuchlichen Pakete die sog. "70%-Regelung" (dauerhafte Einspeisereduzierung auf 70% der installierten Leistung) erfüllen - was nach EEG Bedingungen für die Vergütungsfähigkeit des eingespeisten Stroms sind - wird nirgends erwähnt.

Des weiteren fehlt ein Antrag auf Zählerwechsel, den die meisten anderen Netzbetreiber sinnvollerweise bereits in das Dokument integriert haben. Auch in der weit verbreiteten Formularvorlage des bayerischen BDEW-Landesverbandes VBEW ist das der Fall. So wird es in vielen Fällen wieder darauf hinaus laufen, dass der Zählerwechsel nur im Rahmen einer von einem Elektriker durchgeführten Prüfung des Stromkreises und anschließender Beantragung durch selbigen durchgeführt werden kann. Eine unnötige Hürde bei einem Gerät, welches weniger Energie erzeugt, als ein Fön verbraucht.

In den Hinweisen zum Formular wird schließlich noch behauptet, die Steckverbindung für den Anschluss müsse der Norm DIN VDE V 0628-1 entsprechen. In den Anschluss- und Anmeldenormen wird aber eine mit dieser Norm konforme Steckverbindung nur als ein Beispiel von vielen möglichen "Energiesteckdosen" angeführt, über welche der Betrieb möglich ist.

Auch aufgrund dieser Schnitzer haben sich unseren Quellen im BDEW zufolge große Netzbereiche bereits gegen die Verwendung ausgesprochen und setzen weiterhin auf eigene Verfahren. Damit ist die Hoffnung auf ein Ende des Flickenteppichs im Norden vorerst dahin. Und dennoch ist die Veröffentlichung der Vorlage kein Rückschritt.

Netzbetreiber, welche sich dem Balkonkraftwerk noch gänzlich verschließen - wie etwa EWE Netz, welches das Stromnetz fast der gesamten Nordseeküste betreut - werden nun in Erklärungsnöte geraten. Sich einer gemeinsam beschlossenen Vereinfachung für die Nutzung nachhaltiger Energiequellen weiter zu verweigern würde sie endgültig auf eine Außenseiterposition drängen. Das kann nicht im Sinne der Unternehmen sein. Unseren norddeutschen Lesern, deren Netzbetreiber noch kein vereinfachtes Anmeldeverfahren anbieten, empfehlen wir daher, bei selbigen nach der Anerkennung der neuen Vorlage zu fragen. Wir stellen sie hier zu Verfügung. Über eine Rückmeldung der Antworten an info@machdeinenstrom.de wären wir dankbar. 
 
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PV-Ausbaudeckel fällt weg

52GW Deckel Photovoltaik Ausbaudeckel BMWi Altmaier

Dass finstere Mächte die eine Art der Erzeugung nachhaltiger Energie gegen eine andere ausspielen, hört sich nach einem Krimi-Plot im Fossil-Lobby Milieu an. Leider war es bis zu dieser Woche bittere Realität. Protagonist war aber kein Dunkelmann eines Kohlekonzerns sondern das CDU-geführte Energieministerium unter Peter Altmaier. Schon seit Monaten baute selbiges einen Förderstopp für neue PV-Anlagen als Drohkulisse auf, um dem Koalitionspartner SPD eine Verschärfung der Abstandsregeln zu Siedlungsflächen für Windräder abzupressen. Letztere hätte faktisch zum Ende des Windkraft-Ausbaus an Land in Deutschland geführt. Diese Gefahr ist nun aber vorerst abgewendet.

In dieser Woche einigten sich die Regierungsparteien darauf, dass der im EEG vorgesehene Förderstopp von neuen PV-Anlagen bis 750kW ab einer deutschlandweit installierten Gesamtleistung von 52GW - welche bereits in diesem Sommer erreicht werden könnte - gestrichen wird. Im Gegenzug wird die Entscheidung über Abstandsregeln bei Windrädern nun den Ländern überlassen. Dieser Teil des Problems ist also nur verlagert. Allerdings: Nur wenn diese Einigung nun tatsächlich zeitnah in eine Gesetzesänderung überführt werden kann, wird ein erneutes Firmensterben von der selben Größenordnung wie nach der letzten großen EEG-Novelle 2011/12 in der gerade erst wieder erblühenden Solarwirtschaft verhindert werden. Noch ist kein entsprechender Zeitpunkt für die Umsetzung festgelegt. Die Zeit drängt. 
 

Kehrtwende im Harz


Der Nationalpark Harz ist eines der schönsten Urlaubsziele Deutschlands. Verbraucher allerdings, die an der Nutzung eines Balkonkraftwerks interessiert sind, hatten in der Region bislang eher weniger erholsame Erlebnisse. Als wir nach der regulatorischen Öffnung des Marktes für BalkonPV 2018 beim lokalen Netzbetreiber Harz Energie Netz anfragten, waren wir überrascht, wie rigoros man sich dort den neuen Normen verweigerte. Allerdings hat mittlerweile auch dort ein Umdenken stattgefunden.

Nicht nur bietet das Unternehmen mittlerweile ein sehr nutzerfreundliches vereinfachtes Anmeldeverfahren an, seit dieser Woche kooperiert es bei der Anmeldung zudem auch mit uns. Unsere Nutzer aus der Region erhalten also in den nächsten Tagen die Zugangsdaten zu unserem kostenlosen Formularservice und können ihre Kraftwerke regelkonform anmelden und in Betrieb nehmen. Wenn du also jemanden aus dem Netzgebiet von Harz Energie kennst, der sich für Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien interessiert, dann lade ihn gerne ein, sich bei uns zu registrieren und von dieser neuen Partnerschaft zu profitieren!
 
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Berlins neue Klimapartei


In dieser Woche fanden mit den Protesten gegen die Inbetriebnahme des Kohlemeilers Datteln 4 des Energiekonzerns Uniper erstmals seit dem Beginn der Corona-Krise wieder außerhalb des Internets medienwirksame Klimaproteste statt. Aber auch abseits des sichtbaren Protests formiert sich Widerstand.

Am Dienstag trat in Berlin mit radikal:klima eine neue Bewegung auf den Plan, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Einhaltung des 1,5° Ziels mit allen zur Verfügung stehenden politischen Mitteln durchzusetzen. Die in Gründung befindliche Partei plant zu diesem Zweck zunächst, bei der nächsten Landtagswahl 2021 mit einigen Kandidaten in das Berliner Abgeordnetenhaus einzuziehen. Sie sollen dazu beitragen, Berlin bis 2030 klimaneutral und damit zum Vorbild für eine "lebenswerte, resiliente und gesunde Hauptstadt" zu machen.

Das Team von radikal:klima sucht noch UnterstützerInnen aus Berlin, welche diese Ziele teilen. Auch AktivistInnen aus der ganzen Republik sind willkommen, sich mit der jungen Bewegung zu vernetzen und dazu beizutragen, echte Klimapolitik jenseits von Ränkespielen und Postengeschacher möglich zu machen.
 
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Terminvorschau


Auch für diese Woche sind mehrere spannenden Online-Veranstaltungen geplant, zu denen wir dich herzlich einladen wollen.

Los geht es am Mittwoch, den 27. Mai um 19:30 Uhr, wo wir letztmalig das Webinar "Stromkosten sparen mit einem Balkonkraftwerk" wiederholen.

Am Freitag, den 29. Mai um 17 Uhr findet dann wie jede Woche der Praxis-Talk für unsere registrierten Nutzer statt, bei dem alle Fragen der Teilnehmer zu Planung und Nutzung des eigenen Balkonkraftwerks beantwortet werden.

Alle Termine dieser und der nächsten Wochen inklusive Links und Zugangsdaten zu allen Veranstaltungen findest du wie gewohnt in unserem Veranstaltungskalender. Wir freuen uns auf dich!
 
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