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Mini-Solar-News

Aktuelle Informationen und Hintergründe zu
Mini-Solar-Kraftwerken


KW 43 2019
 
In dieser Ausgabe:
 

Ist mein "Guerilla"-Kraftwerk noch anmeldbar?

Wir bieten neuen Nutzern unserer Plattform neben weiteren wichtigen Hilfestellungen mit unserem kostenlosen Formularservice auch die Möglichkeit an, ihr Balkonkraftwerk mit geringem Aufwand bei Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister zur Anmeldung zu bringen. Als erster und einziger Dienstleister machen wie es damit allen Nutzern in den vielen kooperierenden Regionen möglich, schnell und unbürokratisch zum eigenen Energieversorger zu werden. Dennoch sind ein Großteil der in Deutschland in Betrieb befindlichen Stecker-Kraftwerke auch weiterhin nicht ordnungsgemäß angemeldet. Das ist vorerst in vielen Fällen auch noch unproblematisch, da weder Netzbetreiber noch Behörden aktiv nach solchen Kraftwerken suchen. Allerdings gehen die Tage dieser "Guerilla"-Photovoltaik in absehbarer Zeit zu Ende.

Wie wir in der letzten Woche berichteten, rückt der "Smart-Meter-Rollout", also der gesetzlich vorgeschriebene Austausch fast aller alten Stromzähler durch "moderne Messeinrichtungen" oder "Smart-Meter" in greifbare Nähe. (Eine umfassende Begriffsklärung zu den Zählertypen ist in unserem entsprechenden Blog-Beitrag zu finden.) Diese Messgeräte sind in der Lage, den eingespeisten Strom getrennt vom verbrauchten Strom aufzuzeichnen und dadurch können auch nicht angemeldete Mini-Solarkraftwerke mit nur geringsten Einspeisemengen bei jeder Ablesung identifiziert werden.

Immer mehr Nutzer einer "Guerilla"-Anlage stellen sich daher nun die Frage, ob sie ihr Kraftwerk jetzt anmelden sollten. Es gibt tatsächlich gute Gründe, dies zeitnah zu tun. Wie wir bereits im Sommer berichtet hatten, ist die Zertifizierung und damit die Anmeldefähigkeit für eine ganze Reihe von der in Balkonkraftwerken verwendeten Mikrowechselrichtern der älteren Generation bereits im April 2019 ausgelaufen. Nur dank einer Übergangsfrist ist es noch immer möglich, Kraftwerke mit diesen Modellen zur Anmeldung zu bringen. Diese Übergangsfrist läuft allerdings am 31.03.2020 aus. Wer danach noch ein Balkonkraftwerk der älteren Generation anmelden möchte, wird in einigen Fällen um einen kostspieligen Austausch des Wechselrichters nicht herumkommen.

Wir haben in den letzten Wochen alle verfügbaren Zertifikate und Datenblätter sämtlicher von uns in den letzten beiden Jahren in unseren Rankings bewerteten oder/und über unseren Formularservice angemeldeten Balkonkraftwerke zusammengetragen und in einer übersichtlichen Liste veröffentlicht. Wenn du also selbst eine Anmeldung planst, aber nicht sicher bist, ob und wie lange dein Kraftwerk die Voraussetzungen erfüllt, dann prüfe einfach nach, ob du es in unserer Liste schon findest:
 

Jetzt prüfen

Falls du dein Kraftwerk nicht aufgelistet findest und nicht genau weißt, ob es die Anforderungen erfüllt, dann registriere dich gerne bei uns. Sobald in deiner Region die Anmeldung über unseren Formularservice verfügbar ist, erhältst du Zugang dazu und kannst deine Kraftwerksdaten eingeben. Wir prüfen dann automatisch, ob eine Anmeldung mit deinem Stecker-Kraftwerk möglich ist und informieren dich über das Ergebnis.

Jetzt registrieren

Du kennst weitere Nutzer von "Guerilla"-Kraftwerken?
Informiere sie darüber, dass sie jetzt die Anmeldefähigkeit ihres Kraftwerks prüfen können.

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Neuer Anbieter-Bereich auf MachDeinenStrom.de


Dank der zunehmenden Bekanntheit von Balkonkraftwerken in der Bevölkerung ist in diesem Jahr auch die Zahl der Anbieter der praktischen Geräte stark angestiegen. Damit Interessenten hier dennoch die Übersicht behalten und den richtigen Anbieter für sich finden können, haben wir in unserem Blog nun eine neue Übersicht mit detaillierten Vorstellungen einzelner Anbieter erstellt. Wir werden diese Übersicht in den nächsten Monaten regelmäßig um weitere Anbieter erweitern. Abonnenten unseres Blogs werden umgehend über neue entsprechende Beiträge informiert.

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Stiehlt sich der BDEW aus der Verantwortung?


Die rund 900 deutschen Strom-Verteilnetzbetreiber wachen seit vielen Jahren zuverlässig über die Sicherheit unserer Stromversorgung. Teil ihrer Aufgabe ist es, die Anmeldung von Balkonkraftwerken entgegen zu nehmen. Eine Entscheidung, wie diese aussehen soll, wird von ihnen ganz unterschiedlich beurteilt und in vielen Fällen sogar gänzlich vermieden. Das hängt nach unserer vielfältigen Erfahrung in erster Linie damit zusammen, dass sie nicht die Verantwortung für einen Anmeldeprozess auf sich nehmen möchten, der ggf. nicht den vielschichtigen und z.T. undurchsichtigen Regularien entspricht.

Tatsächlich liegt die Verantwortung für die Gestaltung solcher Formulare auch im Normalfall nicht bei den Netzbetreibern. Vielmehr legen Gremien des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE), in denen Fachleute von Netzbetreibern, Industrie sowie bestenfalls Nutzerverbänden gemeinsam entscheiden, die Art und Form solcher Formulare und Prozesse fest.

Leider hat der VDE bei der finalen Fassung der entsprechenden Richtlinie DIN VDE AR-N-4105 im November 2018 entgegen ursprünglicher Pläne auf die Integration einer separaten Vorlage für die Anmeldung verzichtet. Die genauen Vorgänge und Verantwortlichkeiten hinter dieser Entscheidung konnten wir bis heute nicht aufklären. Selbst VDE-Mitarbeiter konnten sich diesen Lapsus im direkten Gespräch mit uns nicht erklären.

Um dennoch ein bundesweit einsetzbares und rechtlich sauberes Anmeldeverfahren zu erhalten ist der VDE seit dem nicht mehr der richtige Ansprechpartner. Neufassungen solcher Normen dauern nämlich erfahrungsgemäß mehrere Jahre. Zudem hat der für die Arbeitsgruppe zuständige Mitarbeiter beim VDE seine Position gewechselt und es bleibt unklar, wer dort nun noch als Adressat für solche Ansprüche gelten kann. Es gibt aber noch eine weitere Organisation, welche zwar keine bindenden Vorgaben aber doch Empfehlungen von großem Gewicht an die Netzbetreiber herausgeben kann: den BDEW.

Im Branchenverband der deutschen Energie- und Wasserversorger BDEW sind nämlich viele Netzbetreiber organisiert, insbesondere diejenigen mit einem weitreichenden Netzbereich. Unter seiner Ägide findet eine große Anzahl an Abstimmungstreffen, Projektgruppen, Lehrgängen und Informationsveranstaltungen für alle möglichen Bereiche des Stromnetzbetriebes statt. Über die Vorgänge hinter den Mauern der verschiedenen BDEW-Landesverbände hatten wir bereits mehrfach berichtet, insbesondere über den schnellen Vorstoß des bayerischen Landesverbands VBEW. Dieser hatte bereits im Oktober 2018 eine entsprechende eigene Vorlage veröffentlicht, welche binnen weniger Monate im Großteil des Freistaats zur Anmeldung verwendet werden konnte. Auch der Landesverband in NRW hatte vor Kurzem einen solchen Versuch gewagt, wurde aber von Bundesnetzagentur und BDEW Bundesverband zurückgepfiffen. Ein ähnlicher Vorstoß des BDEW Norddeutschland, der zugleich als gesamtdeutsche Vorlage Verwendung finden sollte, ist noch in der Schwebe. Allerdings ist nun zu befürchten, dass auch diese Initiative zum Scheitern verurteilt ist.

In dieser Woche konnten wir von Mitarbeitern des BDEW erfahren, dass der BDEW Bundesverband die Herausgabe einer entsprechenden Vorlage scheinbar scheut. Stattdessen soll die Tendenz wohl eher dahin gehen, dass eine Art "Checkliste" an die Mitglieder herausgegeben soll, welche die einzufordernden Voraussetzungen, Angaben und Dokumente auflistet. Bereits im November letzten Jahres hatte der Bundesverband eine sogenannte "Anwendungshilfe zu Rechtsfragen rund um Plug-In-PV-Anlagen"  herausgegeben, welche ebenfalls noch größere Hoffnungen in die oben genannte VDE-Richtlinie gesetzt hatte und daher keine eigenen Vorgaben machte. So sehr auch zu begrüßen ist, dass der Bundesverband hier nun endlich plant, tätig zu werden, so sehr muss man sich auch bewusst machen, dass der Verzicht auf eine fertig gestaltete Vorlage die Etablierung einer vereinfachten Anmeldung in sehr vielen Netzgebieten um Monate, wenn nicht Jahre verzögert.

Wie unsere Erfahrungen bisher zeigen, sind die einzelnen Netzbetreiber z.T. schwer davon zu überzeugen, proaktiv tätig zu werden, auch wenn bereits Vorgaben und Vergleichsfälle vorhanden sind. Ein Formular zu designen, intern abzustimmen und Prozesse zur Bearbeitung von Anträgen darüber zu etablieren, kann kleine Stadtwerke ebenso wie riesige Flächennetze über lange Zeit beschäftigen. Daher scheuen sich die Unternehmen, den entsprechenden Aufwand auf sich zu nehmen, zumal vorerst kein Handlungsdruck erkennbar ist. Die Stecker-Kraftwerke in solchen Netzgebieten werden nämlich gerade wegen der Nichtverfügbarkeit eines einfachen Anmeldeverfahrens beinahe ausschließlich unangemeldet betrieben und da die noch immer meist anzutreffenden Ferraris-Zähler keine Einspeisungen aufzeichnen, fällt dies im Normalfall auch nicht auf.

Es bleibt zu hoffen, das der BDEW doch noch seine Verantwortung wahrnimmt und eine allgemeingültige und rechtlich abgesicherte Vorlage als Empfehlung veröffentlicht. Die Folgen einer Schwäche an dieser Stelle wären jedenfalls höchst nachteilig, für die Nutzer von Balkonkraftwerken ebenso wie für die Netzbetreiber, welche auf eine verlässliche Vorgabe ihres Dachverbandes hoffen.
 

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