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Mini-Solar-News

Aktuelle Informationen und Hintergründe zu
Mini-Solar-Kraftwerken


KW 33 2020
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In dieser Ausgabe:

Welche Bundesländer stehen hinter dem Balkonkraftwerk?

Bild: Landesregierungen BRD

Deutschland ist bunt. Leider trifft das nicht nur auf die politische Landkarte zu sondern auch auf die Haltung von kommunalen, Landes- und Bundespolitikern zum Balkonkraftwerk. Über die kommunale Ebene hinaus gibt es aktuell nur vereinzelt relevante politische Akteure, welche das Potenzial des Themas erkannt haben. Auf Landesebene sind es bislang nur ganze drei Minister, welche sich öffentlich zur dezentralen Energiewende mit Stecker-Kraftwerken bekannt haben. 

So setzt sich etwa in Nordrhein-Westfalen die dortige Verbraucherzentrale schon seit Jahren intensiv für das Balkonkraftwerk und weitere Wege zur nachhaltigen Energieerzeugung ein. Von der schwarz-gelben Landesregierung unter Armin Laschet erntet sie dafür aber eher selten Begeisterung.


Die Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) äußerte sich bei einem Besuch am Balkonsolar-Stand der Verbraucherzentale auf der Landesgartenschau Kamp-Lintfort aber vor wenigen Tagen nun doch einmal positiv, wie die "Energie und Management" berichtet. "Gerade für die vielen Mieterinnen und Mieter in Nordrhein-Westfalen ist die Stecker-Photovoltaik eine tolle Möglichkeit, die eigene Stromrechnung zu senken und gleichzeitig das Klima zu entlasten", meinte die Ministerin. Die Einstellung stimmt also, nun müssten noch Taten folgen. Der BDEW-Landesverband NRW etwa hätte 2019 politische Unterstützung gut brauchen können, als die Bundesnetzagentur seinen Vorstoß für die vereinfachte Anmeldung so nachhaltig torpedierte, dass es bis heute keine einheitliche Vorlage in NRW gibt (wir berichteten).

Andernorts ist man schon weiter. Bayern etwa ist trotz stabiler konservativer Regierungsmehrheit in vielen Bereichen der solaren Energiewende ein Vorreiter. Das zeigt sich auch beim Umgang mit dem Balkonkraftwerk.
 


Nicht nur bieten die meisten bayerischen Netzbetreiber bereits die vereinfachte Anmeldung an und kooperieren zum Großteil auch mit dem Formularsevice von MachDeinenStrom.de, Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Freistaat, setzte sich bereits vor einem Jahr in einem Videobeitrag sogar persönlich für die Geräte ein. "Sehr unkompliziert und Sie sind damit Mitmacher bei der Energiewende, also machen Sie mit!" ruft er darin seine Mitbayern auf.

In Schleswig-Holstein schließlich hat man das Potenzial der Stecker-Photovoltaik nicht nur erkannt sondern schöpft es auch aktiv aus. Ausgerechnet das nördlichste Bundesland ist nämlich das erste, welches großflächig die Anschaffung von Balkonkraftwerken mit Fördermitteln bezuschusst (wir berichteten).


Jan Phillip Albrecht (Grüne), dessen dortiges "Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung" die Priorisierung bereits im Namen trägt, wird in einem SHZ-Artikel mit der Aussage zitiert: "Durch die kleinen Photovoltaik-Balkonanlagen können nun auch Menschen, die in einer Wohnung leben, viel einfacher auf Photovoltaik zugreifen." Dass dieser Erkenntnis auch auf Landesebene durch konkrete und umfassende Maßnahmen Rechnung getragen wurde, ist ein bislang einmaliger Vorgang, der hoffentlich Schule macht.

Insbesondere von den Landes-Umweltministern der Bündnisgrünen (Franz Untersteller in Baden-Württemberg, Regine Günther in Berlin, Axel Vogel in Brandenburg, Maike Schaefer in Bremen, Jens Kerstan in Hamburg, Priska Hinz in Hessen, Ulrike Höfken in Rheinland-Pfalz, Wolfram Günther in Sachsen, Claudia Dalbert in Sachsen-Anhalt und Anja Siegesmund in Thüringen) sollte man hier etwas mehr Initiative erwarten können. Schließlich geht es darum, die Teilnehmerzahl an der Energiewende mal so nebenbei um 100% zu erhöhen. 

Wir arbeiten daran, dass die dezentrale Energiewende mit Stecker-Kraftwerken auch von politischer Seite her angegangen wird und konnten dabei auch schon erste Erfolge erzielen. Allerdings schaffen wir das nicht alleine. Daher bitten wir um deine Unterstützung:  

Wir haben heute eine Petition gestartet, mit der wir die UmweltministerInnen aller Bundesländer dazu auffordern, das Balkonkraftwerk zu fördern und die Anmeldung zu vereinfachen. Gemeinsam können wir so dazu beitragen, das gesamte Potenzial der kleinen Kraftpakete zu verwirklichen! Hilf uns mit deiner Unterschrift dabei, alle Bundesländer zu Balkonstromländern zu machen!
 

JETZT UNTERZEICHNEN!

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Freikarten für die Green World Tour Berlin


Auch in diesem Jahr sind wir wieder auf einigen Terminen der Nachhaltigkeitsmesse "Green World Tour" dabei. Auftakt ist diesmal der Messestandort Berlin.

Am 05. und 06. September sind wir mit unserem Solarbalkon in der Malzfabrik, Bessemerstr. 2-14, 12103 Berlin und präsentieren nicht nur verschiedene aktuelle Balkonkraftwerke sondern informieren in zwei Ausstellervorträgen über die Technik im Allgemeinen und über aktuelle Entwicklungen im Markt.

Wie in jedem Jahr, stellen wir für unsere Nutzer ein Kontingent an Freikarten zur Verfügung. Wenn du uns also in Berlin besuchen möchtest und bereits Teil unserer Community bist, dann sichere dir jetzt freien Eintritt und lerne uns und das Balkonkraftwerk persönlich kennen. 

Wir freuen uns auf dich!
 
JETZT FREIKARTE SICHERN!

Neue Förderprogramme in Weinheim und Denzlingen


Wo die meisten Bundesländer noch Nachholbedarf haben, sind es weiterhin die Gemeinden, welche die Initiative ergreifen und Förderprogramme für Balkonkraftwerke ins Leben rufen. 

Wie die Plattform Region-Bergstrasse.de berichtet, hat etwa der Gemeinderat im nordbadischen Weinheim bereits zum Jahresanfang ein entsprechendes Förderprogramm gestartet, das uns damals leider durchgerutscht ist. Der Antrag für die Förderung kann online erfolgen und auch ansonsten scheint man es den Nutzern leicht zu machen, wenn die Förderung mit 50€ pro Modul auch recht gering ausfällt.

In dieser Woche berichtete die Badische Zeitung zudem, dass nun in Denzlingen bei Freiburg ebenfalls eine Balkonsolar-Förderung ins aktuelle Förderprogramm aufgenommen wurde. Im Förderkatalog der Gemeinde werden nur wenige Anforderungen für die Förderung genannt und die Zuschüsse sind mit 210€ pro Gerät und weiteren 50€ bei Einbau einer Energiesteckdose (nur eine "soll"-Regel in den Förderbedingungen) im oberen Mittelfeld angesiedelt.

Links und weitere Informationen zu diesen und vielen weiteren Förderungen und Vergünstigungen fürs Balkonkraftwerk in vielen Regionen Deutschlands findest du nach Registrierung in unserer Übersicht:
 
ZU DEN FÖRDERPROGRAMMEN

Presseschau


In dieser Woche erschienen gleich mehrere interessante Artikel rund um das Thema Balkonkraftwerk. Im Folgenden fassen wir sie für dich zusammen:

Im Raum Nürnberg erschien gleich in mehreren Medien ein Artikel über den lokalen Aktivisten Christian Helin,
 

Dort wird nicht nur das Thema Stecker-Kraftwerk allgemein vorgestellt, sondern auch der regionale Netzbetreiber (N-Ergie) kommt zu Wort. "Die N-ERGIE Netz GmbH begrüßt jeden Beitrag zur Energiewende, so auch die Installation von Balkonanlagen." meint der verantwortliche Mitarbeiter des Unternehmens. Helin ist leidenschaftlicher Netzwerker und hat bereits mehrere Nachbarn vom Balkonkraftwerk überzeugt und steht bereits in Kontakt mit Bauträgern, um deren Bauprojekte grundsätzlich mit Balkonsolar auszustatten. Wir meinen: Vorbildlich!

Noch einen Schritt weiter als die N-Ergie gehen die Stadtwerke Bad Säckingen.
 

Selbige veröffentlichten in dieser Woche ihr eigenes Balkonsolar-Angebot. Kunden aus dem Netzgebiet können nun bei den Stadtwerken selbst ein Angebot einholen. Dieses beinhaltet neben dem Gerät selbst auch gleich die fachgerechte Installation. Ein Rundum-sorglos-Paket also, was sich aber voraussichtlich im Preis niederschlagen wird. Es wundert daher nicht, dass die Stadtwerke die Amortisierungsdauer selbst recht konservativ auf "teilweise unter 10 Jahren" schätzen.

Besser fällt hier die Prognose in einem aktuellen Artikel von "Finanztip" aus, auf den uns einer unserer Nutzer hingewiesen hat (danke Werner!).
 

Dort geht man im besten Fall von fünf Jahren bis zur Amortisierung aus, was sich auch mit unseren Berechnungen deckt. Der Artikel ist zu Beginn sehr gut recherchiert und zitiert auch die umfangreiche Balkonsolar-Studie der Hochschule Rosenheim von 2017. Nach den ersten Absätzen wird er allerdings unsauber. So wird behauptet, die Forderung der Netzbetreiber nach dem Einbau eines Zweirichtungszählers sei optional, dabei ist selbiger nach DIN-Norm zwingende Voraussetzung für die Inbetriebnahme ohne Elektriker. Zudem wird behauptet, dass nur Netzbetreiber in Bayern und NRW vereinfachte Anmeldungen zur Verfügung stellen. In Wahrheit gibt es mittlerweile kein Bundesland ohne Netzgebiete mit entsprechenden Formularen mehr. In einer Aussage trifft der Artikel aber ins Schwarze: "Stecker-Solar-Anlagen verursachen den geringsten bürokratischen Aufwand unter allen Photovoltaik-Systemen". Das sollte man bei aller gerechtfertigten Kritik an den verbleibenden Hürden nicht aus den Augen verlieren.

In Summe war es also mal wieder eine gute Woche für die Berichterstattung zum Balkonkraftwerk. So kann es auch nach dem Sommerloch weitergehen!
 

In eigener Sache


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