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Popkultur. Feminismus. Pommes.

14-tägiger Newsletter • von Marla Stromponsky • 23. April 2019
Hallo<<Vorname>>,
Happy Ostern nachträglich, ich hoffe der Osterhase hat das oder andere Leckerli vorbeigebracht. Nun aber husch, husch zurück in den Alltag. Da auch ich über Ostern faul, oder besser gesagt wenig produktiv am Schreibitsch aber sehr in der Küche war, gibt es heute keinen langen Essay, sondern eine vage Aneinnanderreihung von Gedanken, Ideen und Tips. Und hey, es ist schon Mittwoch, also nur noch zweimal schlafen bis Wochenende!

Gelesen, Gesehen, Gedacht, Getan

Die Ostertage stellte ich mir ausgenommen fad vor, da außer mir fast jede und jeder in einen Kurzurlaub entschwand und ich in Folge dessen ziemlich alleine in der Stadt zurückblieb. Aber dann stellte sich heraus, dass ich tatsächlich aus der Not eine Tugend machen kann und zwar, indem ich beschloss, an den vier Tagen einfach all das zu unternehmen, was ich schon lange vorhatte, aber immer aufschob, weil keine Zeit.
Den Auftakt machte ich am Donnerstagabend, indem ich mit meiner Steuererklärung begann, eine Tätigkeit, die von den meisten Menschen verabscheut wird, ich aber auf eine seltsame Art und Weise gerne mache. Am Karfreitag drehte ich dann richtig auf: Eine Attacke von fiesen Pollen zwang mich und meinen Heuschnupfen dazu, trotz Feiertagswetter die meiste Zeit in der Wohnung zu verbringen und so verstaute ich meine Wintergarderobe, holte die Sommergarderobe aus der Versenkung und begann einen Wäsche-Marathon. Aus der Küche drangen dazu dann und wann Schwaden von Zitrusaromen durch meine verstopfte Nase durch, denn ich nutzte die Zeit des Aufräumens, um endlich den Cannoli Pound Cake zu backen. Ich backe äußerst selten, vermutlich zweimal im Jahr und würde mich deswegen nicht  ausgefuchste Bäckerin bezeichnen, aber die Herstellung des Kuchens war ein simpler Prozess, den sogar Backlegasthenikerinnen wie ich problemlos bewältigen können. Das Resultat: Ein saftiger Kuchen, der mit den hinreißenden Aromen der Amalfi-Küste nur so um sich schmeißt: Zitronen! Orangen! Ricotta! Pistazien!
Am Samstag gärtnert ich, falls man bei einem 1qm Balkon überhaupt von Garten reden kann und pflanzte San Marzano Tomaten, Lavendel, Koriander, Parakresse, Minze, Basilikum & Petersilie. Danach aß ich ein Matjesbrötchen und las währenddessen Nora Ephrons Heartburn in einem Zuge durch. Das Buch hatte ich hauptsächlich wegen seines entzückenden pudrig-pinken Vintage-Covers gekauft (und weil ich „Harry und Sally“ liebe) und obwohl es eine sehr angenehme Strandlektüre war, bevorzuge ich Nora Ephron, die Filmemacherin vor Nora Ephron, der Autorin. Da ich grundsätzlich immer zig Bücher parallele lese, liegt auf meinem Nachttisch im Moment noch Pierre Bourdieus „Die männliche Herrschaft“ herum, ein Standardwerk für alle, die sich mit Geschlecht und Geschlechterrollen beschäftigen. Ich bin ein großer Fan von Bourdieu, auch wenn mich seine verschachtelten Sätze manchmal in den Wahnsinn treiben und finde, er ist einer der wenigen Soziologen, die man auch „mal so“ lesen kann, aus Lust an der Freude und am Wissen. Vor kurzem las ich außerdem endlich Liv Strömqvist „Vom Ursprung der Liebe“, eine Graphic Novel, die ich zum Geburtstag bekommen hatte. Liv Strömqvist erklärt anschaulich und verständlich die Konzepte hinter romantischer Liebe, sexuellem Eigentum und patriarchischen Strukturen, die uns zum Beispiel im Fernsehen oder beim Anhören eines Britney Spears Tracks begegnen. Ich fand es ziemlich großartig und empfehle die Lektüre uneingeschränkt. Zur Abrundung schmökerte ich in der Badewanne in Yuval Noah Hararis Universalgeschichte „Eine kurze Geschichte der Menschheit“. Als ehemalige Geschichts- und Soziologiestudentin waren mir viele der von ihm behandelten Diskurse schon bekannt, mit anderen wie der kognitiven und landwirtschaftlichen Revolution habe ich mich bislang nur wenig auseinandergesetzt und fand seinen kurzen Überblick für den Einstieg sehr interessant. Wer wie ich ein kleiner Geschichtsnerd ist, wird vielleicht nicht unbedingt viel Neues darin entdecken, aber den kompakten Überblick genießen.
Irgendwann an diesem langen Osterwachenden verlor ich mich dann in einem youtube-Wurmloch. Es fing ganz harmlos an, mit einem Video, in dem Lenny Kravitz dem renommiertem Inneinrichtungsmagazin Architectural Digest seine Farm in Brasilien zeigt. Danach wollte ich auch wissen, wie das Haus von Maggie Gyllenhaal aussieht. Und das von Lance Armstrong. Ich kann mir nicht ganz erklären wie, aber danach fand ich mich auf einmal auf dem Kanal dieser chinesischen Youtuberin wieder, deren Videos wie Zen-Baldrian für die Seele sind: Egal, ob sie sich mal eben schnell aus Bambus eine Couchgarnitur schnitzt oder ein komplettes Neujahrs-Menü mit Vorräten aus ihrem Garten kocht - ich ergab mich selig dem beruhigenden Plätschern dieses hervorragend inszenierten autarken Lebensstils. Einen kurzen Moment erwog auch ich die Flucht aufs Land, um mein eigenen Flachs (das Garn, nicht den Unsinn) zu spinnen und ausgestorbene Schweinerassen zu züchten. Andererseits hatte mir das eintägige Bepflanzen des Balkons genügend Freude an der Gartenarbeit bis zum nächsten Jahr bearbeitet, vielleicht bin ich also auch einfach nicht für das romantische Landleben gemacht.
Statt also aufs Land zu ziehen, begnügte ich mich damit ein Rezept des Splendido-Magazin nachzukochen, das annähernd so umfangreich wie Rezepte der chinesischen Yotuberin sind: Ein Sud aus Wurzelgemüse, dazu selbstgemachte Pasta gefüllt mit frischen Karotten. Natürlich erscheint zunächst befremdlich, Gemüse erst einmal eine Stunde im Ofen zu rösten, um es dann auf dem Herd nochmals eine Stunde einzukochen - es lohnt sich aber und ist ehrlich gesagt, nicht viel Arbeit. Währenddessen hatte ich nämlich Zeit für besagte youtube-Videos und habe beim Surfen auf Instagram den Account von Johanna Adorján entdeckt. Die Autorin widmet ihren Account ganz und gar den Büchern, und wie sie diese vorstellt, macht so viel Lust auf Lesen, dass ich mir schon zwei ihrer Empfehlungen bestellt habe.
Außerdem durchzuckte mich irgendwann beim Fensterputzen, als mein Kopf nach Tagen manueller Arbeit und Entspannung endlich vollkommen frei und leicht war, der Gedanke eine Interviewreihe zum Thema Arbeit hier im Newsletter zu starten. Meine Freundinnen und ich reden viel daüber, wie viel wir arbeiten, wie viel wir dabei verdienen, wie man Freizeit, Familie und Arbeit balanciert, wie wir uns Arbeit ganz generell vorstellen und was uns an Arbeit stört (ganz vorne dabei: Großraumbüros und kack Bezahlung). Und ich kann mir vorstellen, dass das ein Thema ist, dass viele interessiert. Ich  würde deswegen demnächst einen Fragebogen erstellen, als Google-Dokument hochladen und den Link im Newsletter teilen. Wer möchte, kann den Fragebogen (vollkommen anonym) ausfüllen und ich würde die Antworten nach und nach hier teilen. Was haltet ihr von der Idee? Yay oder Nay?

 

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