Copy
Du willst diese Email in Deinem Browser lesen? Kein Problem!

Hola Lovers!

Summers almost gone und ich genieße die Melancholie sonniger Spätsommertage. Und habe ein paar Leseempfehlungen für Euch gesammelt!

Als Person, die seit neun Jahren in Sachsen lebt, kann ich im Moment nur den Kopf schütteln. Wie kann darüber diskutiert werden, was genau eine Hetzjagd durch Nazis statuiert und was lediglich eine Jagd durch Nazis ist (in beiden Fällen wird man von Nazis gejagt würde ich sagen. Also who cares) statt einfach auf den Punkt kommen: Ja, es gibt Nazis. Nein, wir müssen nicht mit denen reden. Schließlich wollen die nicht zuhören, das hat sich mal um mal gezeigt. Stattdessen wäre es meiner Meinung nach Zeit für sächsische Politiker das zu tun, was sie seit Jahren vermeiden: Aktiv nachhaltige Maßnahmen in Gang setzen, um das Problem anzugehen. Zum Beispiel verhindern, dass ein Haufen frustrierter junger Menschen ohne allzu rosige Zukunftsaussichten die Nazis von morgen werden. Wie wäre es zum Beispiel mit mehr Förderungen für Jugendclubs? Und Politiker in anderen Bundesländern: darüber bitte nicht vergessen, dass das Nazi-Problem kein exklusiv sächsisches Problem ist, angesicht des Rechtsrucks, der durch Europa geht, scheint es sogar angebracht zu sagen, dass es nicht einmal ein exklusiv deutsches Problem zu sein scheint.
Seit den Vorfällen in Chemnitz habe ich am meisten darüber nachgedacht, wie sich das Verständnis der eigenen Identität all dieser besorgten Bürger ändert, wenn sie im Ausland sind: Regen sie sich da auch über die Ausländer auf? Checken sie, dass sie in Spanien, Italien, Polen, Tschechien oder wo auch immer die Pauschalreise hinführen mag, ungeliebte Ausländer sein können? Dass womögliche die Bewohner des bereisten Landes etwas gegen diese Ausländer haben könnten?
Ich vermute nicht, denn ich glaube, wer zu solcher Reflexion fähig ist, der versteht im Anschluss wie lächerlich die eigene Auffassung über Ausländer ist. Fremdenhass und Rassismus auszumerzen erscheint mir unmöglich, denn zu jeder Zeit der Menschheitsgeschichte haben Menschen durch die Abgrenzung "von den anderen" (die Lutheraner von den Katholiken, nordamerikanische Siedler von Indianern, Borussia Dortmund Fans von Fans des RB Leipzig) eine "Wir"-Identität gebildet. Vom grummlingen Schielen auf "die Anderen" sind wir alle nicht gefeit und sei es nur auf die Nachbarn über uns, die bis in die Puppen auf dem Parkett mit einer Kanonenkugel Bowling spielen (oder etwas, das sehr danach klingt). Schließlich würden "wir" so etwas nie tun.
Schön wäre es, wenn es bei diesem grummelnden Schielen bleibt und kein Mensch für sein Anders-Sein beschimpft, verprügelt oder umgebracht wird.

Wenn euch dieser Newsletter gefällt, erzählt gerne euren Freundinnen und Freunden davon und schickt ihnen den Anmeldelink - ich freue mich über jede neue Leserin und Leser! Und: Ich freue mich von euch zu hören - sagt mir, was ihr gelesen, gehört oder gesehen habt, was euch interessiert und was Schrott ist. Die Gang gibt es auch bei Facebook und da könnt ihr mir gerne Tipps, Empfehlungen und Must-Reads schicken. Ich würde mich freuen, von euch zu hören!

Surfen

1. Die Radium Girls mussten für ihren Job teuer bezahlen: "Dass ihr neuer Job etwas Besonderes, ja Geheimnisvolles war, merkte Katherine Schaub auch, als sie an diesem 1. Februar 1917 in der Dämmerung heimging: Ein goldener Schimmer umgab das Mädchen in der Dunkelheit, ihre Haare schienen zu leuchten."

2. Hausaufgaben für die nächste Hitzewelle: Mit der Hitze leben heißt von Ecuador lernen. "Die Leute in Guayaquil haben das Transpirationsproblem erkannt und bekämpfen es auf ihre Weise. Mit Langsamkeit. Die Kassierer an der Kasse im Supermarkt arbeiten in Zeitlupe. Manchmal so langsam, dass man ihre Bewegungen kaum bemerkt und dann sehr erstaunt ist, wenn plötzlich wieder etwas in die Tüten gepackt werden kann. "

3. Die Schauspielerin Zuzanna Szadkowski kennen einige besser als Hausmädchen Dorota aus der Serie "Gossip Girl". Für die New York Times hat sie einen Artikel über Liebe geschrieben, den ich sehr trautig und sehr schön fand: "And Tinder brought me James. For 13 days, James told me I was beautiful. For 13 days, he proudly held Cindy’s leash and paraded her around my block as if it were his block. He was super into it, and it was his “into-it-ness” that got me and started to change me. "

4. "Als ich krass war" fasst meine eigene Dorfjugend ganz wunderbar zusammen und ist ein Fest der Nostalgie: NOFX, Buttons und die Rebellion gegen verständnisvolle Mittelstandseltern - wir waren so verdammt krass. "Wir brauchten ja gerade die Enge der Provinz, um uns selbst zu definieren. In der Stadt hätte sich kein Mensch um uns geschert, hier aber war die Rolle des Dorfpunks zu vergeben, und ich übernahm sie mit Freude und Leidenschaft."

5.  Was denkt eine Erzieherin nach 43 Jahren Arbeit über Eltern, Kitas und Erziehung? Das Interview mit Marina König ist ganz wundervoll authentisch, witzig und ehrlich und ich hätte am liebsten noch weitergelesen: "Ganz wunderbar finde ich, wie sich die Rolle der Väter entwickelt hat. Die bringen und holen ihre Kinder jetzt ja genauso und kümmern sich, während ihre Frauen in den Beruf einsteigen. Vor ein paar Wochen haben hier Papas die Fenster geputzt und Trödel gemacht, um Geld für eine neue Nestschaukel zu sammeln. Ich wünschte, früher wären die Väter auch so engagiert gewesen."
 
6.  Charlotte Roche schreibt jetzt auch Kolumnen. Zum Glück, denn sie nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt wie es ist, zwischen Mann und Frau, besonders mit Kind: "Gibt drei Wahrheiten. Die Erde ist rund. Wir werden alle sterben. Und die Gleichberechtigung ist vorbei, wenn das erste Kind geboren wird. Ist so. Komplett, zu hundert Prozent, in meinem ganzen Freundeskreis. "

 

GIFpiration: Fertigmachen für Herbst

Das war es von meiner Seite aus für dieses Mal. Ihr habt einen Link-, Buch- oder Filmtipp und wollt ihn mit der Gang teilen? Dann schreibt mir gerne eine Email oder hinterlasst eine Nachricht bei Facebook. Oder ihr folgt Marla & The Gang bei Instagram und hinterlasst mir dort einen Kommentar!
 

xoxo, Marla

Copyright © 2018 Marla & The Gang, All rights reserved.


Möchtest Du meine Emails auf eine andere Weise erhalten?
Du kannst Deine Einstellung hier ändern oder Dich von der Mailing-Liste abmelden.
Email Marketing Powered by Mailchimp