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Initiative für eine freie Wiener Musikszene
Newsletter XXXVI
I. Nächster Jour fixe fällt aus
II. Haus für neue Musik Termin Patricio Canete-Schreger 04.05.2021
III. Bericht vom Jour fixe 03.05.2021
I. Nächster Jour fixe am 01.07.2021 fällt aus.

II. Haus für neue Musik Termin Patricio Canete-Schreger 04.05.2021

anwesend: Patricio Canete-Schreger, und die Gruppe Räume: Elisabeth Flunger, Bernhard Günther, Arnold noid Haberl, Sabine Reiter, Elisabeth Schimana
 
Machbarkeitsstudie / Bedarfserhebung
Canete-Schreger: Eine Machbarkeitsstudie ist im Moment zu weit gegriffen, das wäre schon ein erster Schritt zur Realisierung. Ein Schritt davor ist die Bedarfserhebung: welchen Bedarf gibt es in der Stadt? Nicht nur der Bedarf der Gruppe, sondern auch der Bedarf an Musik allgemein. Veranstalter*innen, die jetzt schon den Bereich neue Musik abdecken, sollen nicht in eine Schieflage geraten. Was bedeutet das Haus für die Veranstaltungslandschaft im Ganzen? Wir brauchen eine Liste von Institutionen, die in dem Bereich aktiv sind und gehört werden müssen, auch Konzerthaus + Musikverein: was sie machen an neuer Musik, ist gefördert; es ist wichtig, sie in die Überlegungen einzubeziehen.
Man muss den Bedarf auch österreichweit abfragen, damit man auch Argumente für den Bund hat. Die internationale Bedeutung des Projekts ist zu betonen, Beispiele Brüssel Berlin etc.
Wie kommen wir zu einer Kostenschätzung?
 
Die Gruppe Räume: Wir können die Kosten nicht schätzen, dazu brauchen wir Expert*innen. Aber die Gruppe kann die Bedarfserhebung machen. Sie konzentriert sich auf die Player*innen, die in der freien Szene veranstalten: vor allem Häuser/Orte, Konzertreihen, Ensembles, Festivals, Produktionsteams. Eher nicht Künstler*innen, die nur sich selbst veranstalten. Es ist wichtig, dass sie langfristig und kontinuierlich veranstalten und dass ihre eigene Arbeit nicht im Mittelpunkt steht. Es wird Interviews geben: Was bedeutet das Haus für neue Musik für die Befragten, wo sehen sie die Chancen, die Gefahren, auch für sich selbst. Die Befragten nennen Zahlen, wie oft sie veranstalten, wieviel Publikum sie haben. Wichtig ist auch zu sehen: was ist das Potential? Manche Veranstaltungen wachsen, wenn ein größerer Raum zur Verfügung steht. In letzter Zeit allerdings sind einige Veranstaltungen geschrumpft, weil kein mittelgroßer Raum (wie im mo:e oder Steinergasse) mehr zur Verfügung steht.
Wurde eine Bedarfserhebung gemacht, bevor das Mumok gebaut wurde? Wenn ja, wie hat die ausgesehen? Das Haus für neue Musik sollte so eine Selbstverständlichkeit sein wie ein Museum für moderne Kunst, wie das Tanzquartier. Wien könnte hier eine Vorreiterrolle einnehmen, mit einem international bedeutenden Veranstaltungsort für neue Musik. Best Practice: Cave 12 in Genf.
Wenn man ein Museum für moderne Kunst macht, weiß jeder was es ist. So populär sollte die neue Musik sein.
 
Profil des Hauses
Die Gruppe findet, dass das Haus muss von der kommerziellen Logik ausgenommen sein. Man beschränkt sich auf den Bereich experimentelle und nicht-kommerzielle Musik. Es ist ein Ort für Produktionen, für Ensembles, aber es soll nicht an ein bestimmtes Ensemble oder Festival gekoppelt sein. Es soll ein unabhängiger Freiraum sein, frei von ökonomischen Zwängen.
Veranstalter*innen, die einen eigenen kleinen Raum haben, könnten im Haus für neue Musik größere Konzerte oder ein Festival veranstalten.
Dimension: mehrere Säle in unterschiedlichen Größen von klein bis mittelgroß. Ein mittelgroßer Raum ist wichtig, den gibt es im Moment nicht für die neue Musik.
Möglichkeiten zur Kommunikation, Gespräche vor und nach den Konzerten, Partys.
Wir brauchen ein gutes Kommunikationskonzept. Wenn man eine kritische Größe schafft, bringt das Neugier und Dynamik.
Das Programm wird anders sein als das, was ein bestehendes Konzerthaus als Spektrum hat. Es ist auch Formatforschung. Neue Arten von Konzerten, von installativen Arbeiten. Es kann auch Produktionen mit Tanz, Performance, Sprache etc. geben, immer ausgehend von der Musik, für die Musik.
 
Der Ort
Elisabeth Schimana, Philip Leitner und noid haben sich ein paar Orte angeschaut, zwei davon wären interessant: Die Semmelweisklinik und das Zielgebiet Muthgasse.
Artikel auf meinbezirk.at: „Semmelweis-Areal hat einen neuen Besitzer“
Stadt Wien über das Stadtquartier Muthgasse
Artikel auf standard.at: „Stadtquartier Muthgasse: Stadt der kurzen Wege“
 
Wie geht es weiter?
Elisabeth Schimana wird sich mit der Verantwortlichen der Stadt Wien für das Zielgebiet Muthgasse treffen.
Sabine Reiter und noid entwickeln ein Konzept für die Bedarfserhebung.
Die Interviews wird die Gruppe durchführen.

III. Bericht vom Jour fixe 03.05.2021

Anwesend: Irma Niskanen, Elisabeth Flunger, Pia Palme, Sophie Hassfurther

Tagesordnung:

  • Neues von den IGs?
  • Haus für neue Musik: wie geht es weiter?
  • Allfälliges

Neues von den IGs
Irma: Leider sind wir noch nicht dazu gekommen, ein Doodle für ein Treffen zu machen, es ist derzeit so viel unerwartete Arbeit. Sobald er fertig ist, wird Irma ihn an die gesamte Liste schicken. Es wäre gut, Initiativen und Anliegen zu bündeln.
In Planung ist eine Ombudsstelle (Vertrauensstelle) für Künstler*innen via Kulturrat. Hier sind auch Sportler*innen dabei.
Der Kulturrat hat/möchte das evaluiert haben. Die IGFM hilft bei der Evaluation, auch die stimm-ig.
Die IG hat sich mit der Nationalratsabgeordneten Eva Blimlinger getroffen und sich vorgestellt, so ist man im Gespräch und vorbereitet, falls es eine Aktion geben muss.
Haus für neue Musik
Am 08.04.2021 gab es ein Treffen der Arbeitsgruppe Räume mit Arne Forke und Patricio Canete-Schreger, bei dem sich herausgestellt hat, dass die Stadt unserem Vorhaben sehr aufgeschlossen ist.
Die Gruppe hat sich inzwischen verschiedene Orte angeschaut, unter anderem das Semmelweis-Areal und die Muthgasse (Infos zur Muthgasse: hier und hier). 
Die Orte haben ganz unterschiedliche Konsequenzen für die Realisierung. Die Remise Wolfganggasse oder das Semmelweis-Areal könnte/müsste man adaptieren, während im Gebiet Muthgasse wahrscheinlich ein Neubau nötig wäre.

Wichtig ist, dass die Organisationsstruktur von uns in Zusammenarbeit mit Profis entwickelt wird, um zu vermeiden, dass so etwas passiert wie z.B. mit der Alten Münze in Berlin, wo dem Haus ein Jazz-Kurator vorgesetzt wurde und die freie Szene, die für das Haus gekämpft hatte, draußen war.

Am 04.05.2021, einen Tag nach dem Jour fixe, folgt ein Treffen mit Patricio Canete-Schreger, um über eine Machbarkeitsstudie zu sprechen: Welche Fragen muss diese Machbarkeitsstudie beantworten? Ein erster Schritt ist eine Bedarfserhebung.

Pia: Wer braucht dieses Haus, und was bringt das Haus der gesamten Gesellschaft? Warum und wozu braucht die Stadt ein Haus für neue Musik? Dass wir als Musikarbeiter*innen das brauchen, ist für die Entscheidungsträger*innen oft eher sekundär. Es wäre außerdem wichtig, einen Verein zu gründen, der als juristische Person in den Treffen sitzt. Damit wir als mitderstadtreden in die Diskussion eine Stimme haben, die gültig ist und bleibt. mitderstadtreden bleibt sonst eine informelle Initiative, ein loser ‘Haufen’. Ein Verein Haus für neue Musik könnte ein Instrument der Initiative mitderstadtreden sein, um mehr Gewicht zu bekommen.

Update 09.05.2021: Bei dem Treffen am 04.05.2021 hat sich ergeben, dass es für eine Machbarkeitsstudie noch zu früh ist. Ein erster Schritt zur Realisierung ist die Bedarfserhebung. Die AG Räume wird sich mit Veranstalter*innen in Wien in Verbindung setzen. Mehr Infos siehe weiter oben.

Protokoll + Zusammenfassung: flunger & palme
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