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Initiative für eine freie Wiener Musikszene
Newsletter XXXVIII
I. Nächster Jour fixe am 01.12.2021 im mica Seminarraum
II. Bericht vom Jour fixe am 01.10.2021
I. Nächster Jour fixe am 01.12.2021 findet um 17:30 Uhr im mica Seminarraum statt: Stiftgasse 29, 1070 Wien
Die Tagesordnung wird noch bekannt gegeben.
 

II. Bericht vom Jour fixe am 01.10.2021

Anwesende: Francisca Bastos, Martina Reiter, Sabine Reiter, Ana Ines Feola, Pia Palme, Elisabeth Flunger

Tagesordnung:

  • Das Haus für neue Musik
  • Fairnessprozess
  • IGFM / Bericht Martina Reiter


Das Haus für neue Musik, Stand der Dinge
Die Stadt will wissen, wer das Haus in welcher Weise nutzen würde. Deshalb sollte die Bedarfserhebung stattfinden. Sabine Reiter hat Patricio Canete unseren Fragebogen geschickt, der als Grundlage sowohl für Tiefeninterviews als auch für eine schriftliche Umfrage dienen könnte. (siehe Newsletter XXXVII)
Pia: ist das nicht Verzögerungstaktik seitens der Stadt?
Sabine: Es ist im Moment ein sehr schlechter Zeitpunkt für eine Erhebung via Fragebogen. Alle haben Stress, da werden nur sehr wenige antworten.
Pia: wir sollten eine Email-Adresse einrichten, wo die Leute ihre Gedanken zum Haus mitteilen können.

Fairnessprozess
Sabine Reiter und Pia Palme berichten vom Fairness Symposium am 30. September im Konzerthaus. Manches war interessant, manches hat sich seit längerem nicht verändert. Es gab internationale Berichte und eine gute Podiumsdiskussion mit Publikumsfragen.
Brigitte Winkler-Komar berichtet unter anderem, dass das BMKÖS ein Gutachten zur Fairnessdebatte in Auftrag gegeben hat. Ein Ergebnis dieses Gutachtens war, dass darin diskutiert wird, dass Honorarempfehlungen im Kulturbereich gegen das Kartellrecht verstoßen könnten, weil man sie als Preisabsprachen bezeichnen könnte. Vor einigen Jahren gab es eine Klage der WKO gegen Honorarempfehlungen für Designer*innen, weil die angeblich gegen das Kartellrecht verstießen. Aber Honorarempfehlungen sind keine Preisabsprachen, sondern sie sind durch Kalkulationsmodelle begründet, die auf den realen Lebenskosten basieren.
Leider kann man das Gutachten nirgends einsehen. Eigentlich sollte so etwas öffentlich gemacht werden.
IGFM / Bericht Martina Reiter
Die IGFM hat einen Termin beim BMKÖS mit Brigitte Winkler-Komar angeregt, um Informationen auszutauschen, wie der Berufsstand der Musiker*innen funktioniert. Schon im Vorfeld hat sich gezeigt, dass sehr wenig Wissen da ist, vor allem was die tatsächliche Bezahlung und Absicherung von freischaffenden, klassisch ausgebildeten Musiker*innen betrifft, die sowohl im „klassischen“ (kulturelles Erbe) als auch im zeitgenössischen Bereich tätig sind. (nachträgliche Anmerkung Elisabeth: Wenn man sich die aktuelle vom BMKÖS konzipierte Umfrage zu Fairpay ansieht, dann bestätigt sich das wieder einmal in niederschmetternder Art und Weise), Da Musiker*innen nicht nur in einem Feld arbeiten, sondern sehr oft unterschiedlichste Bereiche bedienen, ist eine Abgrenzung zwischen „klassischen“ und zeitgenössischen Künstler*innen nicht sinnvoll. Auch was die Förderschiene betrifft, ist es nach Ansicht der IGFM nicht gerechtfertigt, die freischaffende „klassische“ Schiene nur minimal zu bedienen in der Annahme, dass dieser Bereich ohnehin schon genug Geld bekommt in Form der Förderung der großen Häuser und Institutionen. Dies kommt aber nur zu einem beschämend kleinen Teil bei den Musiker*innen an!

Die IGFM hat darauf hingewiesen, dass sie eine Förderung braucht, um diese Arbeit professionell weiterführen zu können. Die Forderung von EUR 150.000 wurde von Fr. Winkler-Komar als viel zu viel befunden, der erste Schritt zu einer Förderung war damit aber getan. Die IGFM stellt fest, dass es keine Lobby für freie Musikschaffende gibt, alleine wenn man den ÖMR mit der jährl. Föderung von EUR 25.000 ansieht, der die offizielle Vertretung aller Musiker*innen sein soll (350.000 Mitglieder inkl. Musikpädagog*innen, Laienmusiker*innen, Blasmusik, Chöre). Aufgrund dieser Ansage (kurz scheint auch Fr. Winkler-Komar erschüttert über diesen Zustand), rät sie dem ebenfalls anwesenden Harald Huber, einen neuen Förderantrag zu stellen, und stellt mehr Geld für den ÖMR in Aussicht.

Die IGFM bearbeitet viele Baustellen:

- Mitgliederbetreuung/Bedienung der SM-Kanäle/Bundesländer-Gruppen

- Vernetzung: Zusammenarbeit mit IG Kultur + IG Freie Theater.

- Zusammenarbeit mit mica, Vernetzung von Serviceleistungen, Partner im Fairness Prozess, Erstellung eines Vertragsmusters für Orchester + Ensembles

- Fairnessprozess

- Vertrauensstelle Kulturrat/versch. IGs/weißer Ring/Gleichbehandlungsstelle ect., durchgeführt von Juristin Sophie Rendel. Die IGFM wird dabei von Edda Breit vertreten.

- Planung Shadow Study als Gegenüberstellung zur laufenden Fair Pay Gap Umfrage (Bmkös/Gallup Institut): aktuelle/tatsächliche Einkommenslage, sowie Erhebung Anzahl der freischaffenden Musiker*innen über KSVF, SVS etc. Kooperationen dafür werden noch gesucht.

-KSVF/SVS: wie viele Leute sind tatsächlich beim KSVF gemeldet? Die Arbeitslosenversicherung bei der SVS ist nicht leistbar, darüber hinaus muss man sich im ersten halben Jahr dafür anmelden und geht damit eine 6-jährige Bindung ein = äußerst unattraktiv. Darüber hinaus wurde die Zusatzversicherung bei der SVS, mit der man faktisch in den Krankenstand gehen konnte und die relativ gut funktioniert hat, vor einigen Jahren neu aufgestellt und ist damit auch absolut unattraktiv geworden, weil zu teuer und zu wenig Ausschüttung.

 

Sabine: es sollte ein IG-Netz für Musik geben
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